Kopfzerbrechend: Die EM- und WM-Kriterien im Olympia-Jahr

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 Inzwischen hat der Bund Deutscher Radfahrer alle Nominierungskriterien für die Europa- und die Weltmeisterschaften veröffentlicht. Die Suche nach den Kandidaten für Jönköping in Schweden und Nove Mesto na Morave in Tschechien gestaltet sich nicht ganz einfach, zumal die Zahl der Rennen bis Mai, respektive Juni begrenzt sind.

 

Die Olympischen Spiele machen vieles komplizierter. Der Kalender wirkt wie zusammengestaucht, zumindest wenn man die Höhepunkte betrachtet. Die EM ist auf 04. bis 08. Mai terminiert und die WM schon vom 28. Juni bis 03. Juli.

Das erschwert die Erstellung von Kriterien, über die sich die Athleten, von den Junioren bis zu den Elite-Fahrern für die Meisterschaften qualifizieren können.

„Wir haben uns schon ziemlich den Kopf zerbrochen“, gesteht Chef-Bundestrainer Peter Schaupp.

Vor allem auf die Europameisterschaften in Schweden konnte nicht das übliche Raster angewandt werden. Vorher gibt es nur ein Weltcup-Rennen und das findet in Australien statt. Aufgrund der Kosten werden das vor allem Fahrer aus dem U23-Bereich und aus der zweiten Reihe nicht bestreiten.

Folglich heißt es in den Kriterien: „Der WC in Cairns ist kein Nominierungskriterium, fließt aber verstärkt ins Trainerurteil mit ein.“

Nur zwei Chancen für die U23 und die Elite

So bleiben für die U23- und Eite-Fahrer also gerade zwei Rennen der HC-Kategorie, das in Bad Säckingen am 10. und das in Montichiari am 17. April.

Wer aus den beiden jüngeren U23-Jahrgängen im HC-U23-Rennen auf den 1-3 ins Ziel kommt oder wenn einer aus den beiden älteren Jahrgängen ein solches Rennen gewinnt, dann hat er das A-Kriterium erfüllt. Zweimal erfüllen müsste man das B-Kriterium 4-6, respektive 2-3 für die älteren Jahrgänge.

Aber die (männlichen) Nachwuchsfahrer können auch im Elite-Rennen an den Start gehen und müssten dort für Top 15, bzw. Top 10 fahren. Das zweimal zu erfüllende B-Kriterium wäre in der Elite Top 25, bzw. Top 20.

Die Elite Damen haben Top Acht oder zweimal Top 15 und die Elite Herren Top 10 oder zweimal Top 25 als Marke gesetzt bekommen.

Insgesamt sollen nur die Besten mit nach Schweden genommen werden. „Wir wollen keine B-Mannschaft an den Start bringen, aber sie wird vergleichsweise klein sein“, erklärt Peter Schaupp.

Mehr Chancen für die WM

Ein wenig entspannter ist das ganze Konstrukt für die Weltmeisterschaften. Da gibt es immerhin die Weltcup-Rennen in Albstadt und in La Bresse, sowie die EM, die herangezogen werden können. Aber die beiden oben genannten HC-Rennen zählen ebenso und die Marken sind dieselben. Allerdings liegt Montichiari schon wieder so im Kalender, dass es für manche Sportler mit der Anreise nach Australien kollidiert.

Die Junioren haben für die EM drei Rennen zur Verfügung, an drei aufeinander folgenden Wochenenden. Das Rennen in Rivera am vergangenen Sonntag und zwei Wochen später in Montichiari, beides Rennen der UCI Junior Serie (UJS). Dazwischen das Bundesliga-Rennen in Bad Säckingen. Torben Drach (Lexware Mountainbike Team) und Niklas Schehl (Team Bulls) haben da übrigens das geforderte Kriterium für EM und WM schon erfüllt.

Für die WM kommt noch das UJS-Rennen in Albstadt dazu. Für die EM gilt Platz 1-6 bei den Juniorinnen und Platz 1-8 bei den Junioren, sowie 7-12 und 9-15 als B-Kriterium. Zusätzlich würde auch noch der Sieg im Bundesliga-Rennen bei den U19 Damen und Platz 1 und 2 bei den U19 Herren als B-Kriterium zählen.

Für die WM gibt es dann noch eine Aufschlüsselung der beiden männlichen Junioren-Jahrgänge. Da liegen für die jüngeren Jahrgänge die Hürden nicht ganz so hoch. Es reicht auch ein zwölfter Platz in der UJS, um dabei zu sein.

Dann gibt es da noch den Eliminator-Sprint. Dort bleibt die EM nur das Short-Race in Bad Säckingen. Ansonsten: Trainerentscheid. Für die WM sind dann die EM und auch die DM in Bodenmais als Quali-Plattform vorgesehen.