Lanzarote Etappenrennen#4: Zwiehoff knapp am Podest vorbei

Der Portugiese David Rosa (Tropix Factory Racing) hat die Schlusse-Etappe der Vier Tage von Lanzarote gewonnen. Für Ben Zwiehoff (Bergamont) reichte es nach 87 Kilometern hinter Gesamtsieger Sergio Manteon (Trek Factory Racing) und Karl Markt (Möbel Märki) nur zu Rang vier. Im Gesamtklassement wurde er Sechster, während Sascha Weber durch Pech Positionen einbüßte. Bei den Damen gelang Annemarie Worst (Giant-Liv) mit ihrem vierten Sieg der Durchmarsch.

Ben Zwiehoff und Sascha Weber (Craft-Rocky Mountain) versuchten mit verschiedenen Attacken die Podiums-Plätze im Gesamtklassement noch mal anzugreifen. „Leider war keiner bereit mit uns ein bisschen Druck zu machen“, gab Ben Zwiehoff zu Protokoll.

Am längsten Berg, einem etwa neun Kilometer langen Anstieg, der bei Kilometer 53 endete, fuhr Zwiehoff von vorne und reduzierte die 25 Fahrer starke Spitzengruppe auf neun Mann.

Kurz sah es so aus als ob er, Weber, Sergio Mantecon, Sebastian Carabin, Sören Nissen, David Rosa und Leao Pinto entkommen könnten und damit auch den Österreicher Karl Markt (Möbel Märki) abhängen könnten. Doch nach dem anschließenden Downhill waren wieder alle zusammen.

Dann folgte die entscheidende Attacke von David Rosa. Der Portugiesische Meister nutzte seine Streckenkenntnis und der Italiener Nicolas Pettina blockierte in einem Bergauf-Trail den Versuch von Ben Zwiehoff mitzugehen.

Mantecon entwischt auf Sand

Auf den letzten 30 Kilometern wurden wiederholt Sandpassagen passiert und in einer davon konnte sich Mantecon etwas absetzen. „Sascha und ich haben in dem Moment nicht mit so einem entscheidenden Stück gerechnet“, bedauerte Zwiehoff.

Gut 15 Kilometer vor dem Ziel wurde Weber zum Verhängnis, dass ein Konkurrent wohl seine Flasche von der Verpflegungsstelle mitgenommen hatte.

„Fünf Kilometer lang ging das noch gut, aber zehn Kilometer vor dem Ziel kam der Hammer. Fertig. Und dann habe ich mich fünf Kilometer vor dem Ziel auch noch auf die Schnauze gelegt. Da habe ich aber auch schon über Kreuz geschaut“, erklärte Weber wie es zu seinem 13. Platz (+5:52) kam, der ihn in der Endabrechnung deutlich zurückwarf.

„Eigentlich ging es bis dahin ganz gut“, meinte Weber, der glaubte, dass es Fahrer gab, die in der Schlussphase eine Abkürzung fanden. Dass er damit nicht falsch lag, wird aus einem ehrlichen Instagram-Post von Calle Friberg ersichtlich, wo von ein paar Fahrern die Rede ist, die den falschen Weg genommen hätten.

Spitzengruppe_Lanzarote_Etappe#4_by Bob Foy
Spitzengruppe in der Lavalandschaft ©Bob Foy

Ben Zwiehoff kämpfte mit Sören Nissen (Stevens-Lauf), Sebastian Carabin (Merida-Wallonie) und Karl Markt derweil um den dritten Podest-Platz. Im Sprint musste er den aber dem Österreicher überlassen, der sich hinter Nissen auch Platz drei in der Gesamtwertung sichern konnte.

„Ich bin voll zufrieden. Bis auf den Sturz auf der ersten Etappe lief es super. Das war ein perfekter Saisonstart im neuen Team“, freute sich der Tiroler.

Zwiehoff: Zufrieden mit der Form
Ben Zwiehoff belegte in der Endabrechnung Platz Sechs. „Meine Zeit von gestern hochgerechnet, hätte ich Rang zwei belegt“, meinte der Essener mit Blick auf das Bergzeitfahren vom Montag, als er sich zu früh im Ziel wähnte. „Schade drum. Die Form passt aber schon ganz gut, obwohl ich noch gar nicht richtig trainiert habe“, meinte Zwiehoff, der sich mit 45 Weltranglistenpunkten trösten konnte.

Damen: Drozdziok zum dritten Mal Zweite

Bei den Damen waren die Fronten im Grunde schon vor der Schluss-Etappe geklärt. U23-Crossweltmeisterin Annemarie Worst war auch am vierten Tag eine Klasse für sich und gewann 4:43 Minuten vor Marlena Drozdziok aus Polen, die zum dritten Mal in Folge Zweite wurde und im Gesamtklassement Rang drei einnahm, hinter der Tagesdritten Susana Alonso Carballo (+5:45).

Kerstin Brachtendorf belegte zum Abschluss Platz zehn (+26:21).

Ergebnisse