Marathon-WM Herren: Alban Lakata und zwei Gründe zu Feiern

FOTO | Ein enges Finish, wie man es von Singen kennt: Alban Lakata gewinnt zum vierten Mal im Hegau und wird zum dritten Mal Weltmeister. Er entthront Titel-Verteidiger Tiago Ferreira (links). Dritter wird Daniel Geismayr ©Erhard Goller 

Alban Lakata hat bei der Marathon-WM in Singen erfolgreich den Spieß umgedreht und Titelverteidiger Tiago Ferreira aus Portugal nach 98 Kilometern im Sprint auf Rang zwei verwiesen. Für Lakata war es der dritte WM-Titel, während sein österreichischer Landsmann Daniel Geismayr zeitgleich mit Ferreira mit Bronze seine erste WM-Medaille gewann. Markus Kaufmann und Manuel Fumic landeten auf den Plätzen elf und 14.

 

Alban Lakata und Tiago Ferreira waren die beiden Fahrer, die dem Rennen über 98 Kilometer am meisten ihren Stempel aufdrückten. Lakata erlebte zu Beginn eine schwierige Situation, die ihn erst einmal 30 Sekunden ins Hintertreffen brachte.

Als er sich wieder nach vorne gekämpft hatte, entschied er sich offensiv zu fahren.

„Ich wollte vorne bleiben und aggressiv fahren“, erklärte Lakata.

Denselben Plan hatte auch Ferreira. „Ich wollte ein hohes Tempo gehen, weil das für mich besser ist“, so Ferreira. „Und es hat sich ausgezahlt, weil die Gruppe gesprengt wurde.“

Das war besonders nach etwa nach 70 Kilometer der Fall als Ferreira an einem kurzen Anstieg forcierte und eine neunköpfige Spitzengruppe damit auseinander dividierte.

 

Außer den drei Medaillengewinnern konnte nur Mathieu van der Poel mitgehen. Der niederländische Mitfavorit musste aber bei der nächsten Verschärfung kapitulieren. „Ich war überrascht, dass Mathieu nicht mehr folgen konnte, aber er hat sich auch die ganze Zeit nur versteckt. Als wir dann zu dritt waren, wussten wir: jeder hat eine Medaille und haben zusammen gearbeitet“, berichtet Alban Lakata wie es weiter ging.

 

Das Trio eröffnete erst einen Kilometer vor dem Ziel das Feuer. Lakata ging an die Spitzenposition und zog den Sprint mit seinem unglaublichen Stehvermögen durch zu seinem dritten Weltmeister-Titel – und das an seinem 38. Geburtstag.

Er stemmte sein Bike in die Höhe und schüttelte den Kopf.

„Es ist unglaublich, dreimal Weltmeister, das ist ein Traum. Ich wusste, wenn ich fokussiert bin, dann kann ich hier gewinnen. Heute wird aber richtig gefeiert.“

 

Tiago Ferreira, der die Titelverteidigung nach 3:17:25 Stunden nur um eine Sekunde verpasste, zeigte sich als fairer Zweiter. „Alban war im Sprint zu stark, aber ich bin sehr glücklich über meine Silber-Medaille. Mein Plan ist aufgegangen, weil ich die Gruppe sprengen konnte“, sagte Ferreira.

 

Für den zeitgleichen Daniel Geismayr war Bronze die erste WM-Medaille. Dass er Gold so knapp verpasste, darüber wollte er sich nicht ärgern. „Klar ist es schade, wenn man so nah dran ist. Aber ich bin einfach kein Sprinter. Ich bin sehr glücklich über Bronze, eine WM-Medaille war immer mein Traum“, meinte Geismayr.

Kaufmann und Fumic zu Beginn mit Pech

Bester Deutscher wurde Markus Kaufmann auf dem elften Rang (+4:40). Er hatte Pech, dass er in der Anfangsphase den Anschluss an die erste Gruppe verlor weil vor ihm ein Konkurrent vom Rad musste.

So musste er investieren, um wieder nach vorne zu kommen. Als es zum zweiten Mal zum Hegau-Kreuz hoch ging, brach die 20-köpfige Spitzengruppe auseinander und Kaufmann verlor den Anschluss an die Medaillenränge. „Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, aber mir fehlen hier halt die langen Anstiege. Als Elfter und bester Deutscher kann ich aber zufrieden sein“, so Kaufmann.

Manuel Fumic pflügte sich aus einer hinteren Startposition im 180er-Feld rasch nach vorne, doch dann drängte ihn ein Fahrer ab. Der Kirchheimer fand sich danach zwischen Position 40 und 50 wieder. „Ich war mir dann nicht sicher ob ich investieren soll, um nach vorne zu kommen. In der zweiten Runde bin ich dann ein gutes Tempo gefahren und habe noch viele Plätze gut gemacht“, so Fumic.

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