MSA Weltcup-Notizen (1): Alessandra Keller schreibt Prüfungen

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In Mont Sainte Anne gibt es keine jubelnde Alessandra Keller zu sehen ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Auf der Meldeliste für den Weltcup in Mont Sainte Anne fehlen eine Hand voll prominente Namen. Zum Beispiel Nino Schurter (Scott-Odlo), Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing) weil sie für die Olympischen Spiele eine andere Vorbereitung wählen oder Jolanda Neff (Stöckli Pro Team) und Pauline Ferrand Prevot (Rabo-Liv) weil sie am gleichen Tag das olympische Straßenrennen bestreiten. Die Gesamt-Sechste fehlt aber aus einem anderen Grund.

Alessandra Keller vom Stöckli Pro Team hat bisher eine großartige Weltcup-Saison hingelegt, ist dreimal Sechste gewesen und auf dieser Position vor den beiden verbleibenden Rennen auch im Gesamtklassement aussichtsreich im Rennen um einen Podiums-Platz. Doch die 20-Jährige fehlt auf der Meldeliste.

„Ja, das ist richtig. Ich verzichte aufgrund meiner Prüfungen auf den Übersee-Weltcup“, bestätigt Alessandra Keller auf Nachfrage.

Keller studiert Pharmazeutische Wissenschaften. Welche Prioritäten sie in diesem Fall setzen würde, das war Gegenstand einiger Überlegungen. Vor allem weil vorher nicht damit zu rechnen war, dass sie so gut platziert sein würde.

„Es war ein Abwägen mit vielen Aspekten, dafür und dagegen. Klar, ich finde es auch sehr, sehr schade, aber es kommt ja auch noch Andorra und bis dahin bleibt noch viel Zeit“, erklärt sie.

Trotz der Erfolge bleibt auch das Studium ein wichtiges Ziel, das sie mit gleicher Konzentration verfolgt wie ihre sportliche Karriere. „Ich brauche beides“, hat sie schon im April dem Autor  gesagt. Das eine um beim anderen erfolgreich zu sein.

Die Chance sowohl an Jenny Rissveds (Scott-Odlo) als auch Linda Indergand (Focus XC) vorbei zu ziehen, weil die Mont Sainte Anne auslassen, wäre groß gewesen.

Außer diesem Trio fehlt eben noch Jolanda Neff aus den Top-Ten der Weltcup-Gesamtwertung. Dazu noch Maja Wloszczowska (Kross Racing), die Zwölfte ist. Und Irina Kalentieva (Möbel Märki), die aufgrund ihrer Blinddarm-OP vom Frühjahr in der Gesamtwertung keine Rolle spielt.

Bei den Herren wird neben Schurter und Kulhavy aus den Top Ten nur noch der Italiener Luca Braidot vermisst und aus den Top 20 dann noch Lars Forster (BMC Racing).