Nationalpark Bike-Marathon: Fünf Sekunden nach fünfeinhalb Stunden – Käß auf Platz drei

Chaschauna_Kaess_by Martin Platter
Jochen Käß am Chaschauna-Pass, dem Scharfrichter des Nationalpark Bike Marathon mit Start und Ziel in Scuol.
©Martin Platter

Der Schweizer Marathon-Meister Urs Huber hat zum dritten Mal den Nationalpark Bike-Marathon gewonnen. Der Eidgenosse vom Team Bulls siegte in der Schweiz nach 137 Kilometern in 5:26:10 Stunden mit nur fünf Sekunden Vorsprung auf Vize-Weltmeister Alban Lakata (Topeak-Ergon). Jochen Käß und Daniel Geismayr (beide Centurion-Vaude) hatten auf den Plätzen drei und vier nur 25 Sekunden Differenz.

 

Jochen Käß verlor mit Teamgenosse Daniel Geismayr im Anstieg von Livigno zum knapp 2700 Meter hohen Chaschauna-Pass den Anschluss an Urs Huber und Alban Lakata.

Arg weit war das Spitzenduo nicht weg, doch Käß und Geismayr waren nicht mehr in der Lage auf den verbleibenden 50 Kilometer bis zum Ziel in Scuol die Lücke zu schließen.

„Ich bin nicht 100 Prozent frisch ins Rennen gestartet, da ich aus einem Formaufbau für das Saisonfinale kam“, erklärte der Vorjahreszweite Käss, warum er nicht mitgehen konnte.

Er und Geismayr bereiten sich auf das Swiss Epic vor, das sie bereits zweimal als Zweite beendet haben.

An der Spitze konnte Alban Lakata im obersten Drittel des Anstiegs seinem Schweizer Konkurrenten aus dem Kölner Rennstall davon ziehen. Doch Lakata plante keinen Alleingang.

„In der Abfahrt wollte ich ihn wieder aufschließen lassen, weil die letzten 50 Kilometer alleine ziemlich hart gewesen wären“, erklärte Lakata. Gleichzeitig verbuchte er aber auch die gut dotierte Bergwertung für sich.

Die beiden Hauptprotagonisten beim Nationalpark Bike Marathon: Alban Lakata und Urs Huber ©Martin Platter
Die beiden Hauptprotagonisten beim Nationalpark Bike Marathon: Alban Lakata und Urs Huber
©Martin Platter

So schloss Huber wieder auf und weil die Verfolger nicht weit entfernt waren, harmonierten Huber und Lakata. Bis zur letzten Abfahrt, wo sich Urs Huber leicht absetzen, mit diesen winzigen fünf Sekunden Vorsprung gewinnen und damit zum dritten Mal nach 2008 und 2011 ganz oben stehen.

„Ich wollte auf der rutschigen Kies-Abfahrt nicht mehr alles riskieren“, erläuterte Alban Lakata. Aber die Zufriedenheit war ihm anzumerken. „Endlich habe ich ein Rennen mal wieder mit einem guten Gefühl beendet“, resümierte er.

Hubers Leiden lohnen sich

Urs Huber gestand, dass er am Chaschauna-Pass „fürcherlich gelitten“ habe. „Deshalb musste ich Alban ziehen lassen.“ Als sie gemeinsam Richtung Ziel fuhren, nahm Huber irgendwann das Tempo raus, weil er die Hitze zu spüren bekam. Danach führte vor allem Lakata, doch in der Schlussabfahrt kamen dann wieder andere Faktoren zum Tragen und Huber schnappte sich beim dritten Rennen der Garmin Bike Marathon Classics den Tages-Sieg.

Mit Uwe Hardter vom Team Texpa-Simplon konnte sich ein weiterer Deutscher im gut behaupten. Der Münsinger wurde im gut besetzten Feld mit 22:48 Minuten Rückstand Zehnter.

Damen: Hug benötigt 6:45 Stunden

Bei den Frauen feierte Cornelia Hug in 6:45:06 Stunden ihren ersten Sieg in der Garmin Bike Marathon Classic. «Ich hatte großen Respekt, wegen der Hitze von Muskelkrämpfen gebremst zu werden. Doch es ging alles gut. Ich freue mich riesig», sagte Hug, die vor sechs Tagen bereits Zweite des Grand Raid im Wallis geworden. Zweite wurde Garmin Bike-Marathon-Classiscs-Leaderin Nadia Walker, Dritte Florence Darbellay.

Janine Schneider belegte als beste Deutsche den fünften Platz (+36:32).

Quelle: PM Garmin Swiss Marathon Classics / Martin Platter