Offroad-Notizen: Krokodil Huber frisst drei Etappen

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Urs Huber und sein schärfster Rivale bei der Crocodile Trophy, Sebastian Carabin ©Regina Stanger/Crocodile Trophy

Ein Schweizer ist auf der Jagd nach einem vierten Sieg in Australien, eine Niederländerin fährt stundenlang verkehrt, ein Kanadier landet in Frankreich und in Scheveningen werden im Dezember Premieren-Europameister gekürt. Offroad-Notizen.

 

Nach fünf von acht Tagen der Crocodile Trophy in Australien liegt Titelverteidiger Urs Huber vom Team Bulls in Führung. Der Schweizer hat sich drei von fünf Etappen einverleibt, doch gefressen hat er noch nicht alle seiner Konkurrenten. Der Abstand zu Verfolger Sébastian Carabin (Merida-Wallonie) beträgt nach fast 18 Stunden Fahrzeit nur 1:41 Minuten.

Der Belgier gewann die beiden anderen Tages-Abschnitte der Rundfahrt, die in Cairns begonnen hat und am Samstag in Port Douglas am Samstag mit einem Zeitfahren enden wird. Der Vorsprung stammt vom zweiten Tag als Huber seinem Rivalen auf den 104 Kilometern von Cairns nach Atherton 3:50 Minuten und damit auch das orange-farbene Leadertrikot abnahm. Huber hat das älteste MTB-Etappenrennen bereits dreimal gewonnen.

Mit Michiel van Albroek (WMTB.be) liegt ein weiterer Belgier auf Rang drei, doch der muss sich mit 1:02:33 Stunden Rückstand eher darauf konzentrieren sich die Verfolger Bas Peters (Mijn Bad Liv/Giant, +1:06:38) und Manuel Pliem (KTM Radsportszene.at, +1:11:16) vom Leib zu halten.

Bei den Damen führt Alice Pirard aus Belgien (Merida-Wallonie) mit 1:16:11 Stunden Vorsprung auf die Australierin Ruth Corset und weiteren 6:10 Minuten vor Annemiek van Leuten (Orica-AIS-Scott) aus den Niederlanden.

Van Leuten verlor die Führung auf der vierten Etappe, weil sie in Führung eine Abzweigung verpasste und dabei extrem viel Zeit einbüßte.

Website und Ergebnisse

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Das Team BH-Sr Suntour-KMC nimmt 2017 einen Kanadier an Bord. Leandre Bouchard hat laut beim französischen Team einen Vertrag unterschrieben. Dass die Unterschrift des 20. der Weltmeisterschaften in Nove Mesto via Interview auf canadiancyclist.com bereits bekannt geworden ist, war nicht unbedingt beabsichtigt. Zumindest nicht seitens des Teams.

„Wir wollen unser Team für 2017 eigentlich komplett mit unseren Gesamtkonzept vorstellen, wenn alles unter Dach und Fach ist“, erklärt Team-Manager Pierre Lebreton. „Aber in Kanada gab es schon so viele Gerüchte, dass es dann  halt raus musste. Ich kann jedenfalls bestätigen, dass Leandre 2017 für uns fährt und dass wir froh sind, dass es geklappt hat.“

Man sehe in Bouchard viel Potenzial, so Lebreton. Dreimal war der 24-Jährige dieses Jahr im Weltcup in den Top 20 und er qualifizierte sich für die Olympischen Spiele (27.). Bisher ist der kanadische Vize-Meister für ein regionales kanadisches Team (Cyclones d’Alma) in seiner Heimat Alma, Quebec, gefahren.

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Strand-Rennen werden in den Niederlanden immer populärer. Damit das keine nationale Angelegenheit bleibt, soll es am 18. Dezember erstmals eine Europameisterschaft in dieser Disziplin geben. Der Europäische Radsport-Verband UEC hat das abgenickt und so wird es in acht Wochen also die ersten kontinentalen Titelträger im „Bicycle Beachrace“ geben.

Ausgetragen wird das Ganze in Scheveningen, einem Stadtteil von Den Haag. Die Strecke führt bis zum Wendepunkt in Katwijk über insgesamt 54 Kilometer. Gefahren werden die Strandrennen auf 26- bis 29-Zollrädern, der Lenker kann gerade oder gekrümmt sein, nur Triathlon-Lenker (Aero Bars) sind nicht erlaubt. Inzwischen gibt es schon ein paar Hersteller, die spezielle Bikes für diese Art des Radsports entwickelt haben: mit einer speziellen Geometrie, dicken Reifen und einer speziellen Schaltung.

Teilweise tauchen bei den Strandrennen auch Mountainbiker auf, doch hat sich da auch schon eine kleine Spezialisten-Szene herausgebildet. Für Cross-Country- und Marathon-Biker könnte es eine Abwechslung im Trainingsalltag sein.

Mehr Informationen gibt es hier www.bicyclebeachrace.com