Offroad-Notizen: Premieren-Sieg für Jochen Käß

FOTO | Sprint-Entscheidungen sind das Thema des Wochenendes: Gregor Raggl gewann in Windhaag vor Martin Loo ©Reinhard Bscherer

Ein Routinier setzt vor der WM ein Ausrufe-Zeichen in Kirchzarten. In Windhaag gibt es österreichische Sieger, in Lostorf keine Schweizer auf dem obersten Podest, aber ein Comeback. Und ein deutsches Talent hat seine Verletzungspause beendet. Offroad-Notizen vom vergangenen Wochenende.

 

Der Black Forest Ultra Bike in Kirchzarten hat Jochen Käß (Centurion-Vaude) noch gefehlt in der reichhaltigen Sammlung seiner Erfolge. Am Sonntag, bei der 19. Auflage des Marathon-Klassikers, hat es geklappt. Wenn auch hauchdünn.

Von 117 Kilometern waren schon deutlich mehr als 100 gefahren, als in der vierköpfigen Spitzengruppe erst Moritz Milatz (Kreidler Werksteam) und dann auch Konny Looser (BiXS Pro Team) an der vorletzten Welle den Anschluss verloren.

Übrig blieb das Duo Jochen Käß und Sascha Weber (Craft-Rocky Mountain). Die erreichten das Start-Ziel-Gelände im Kirchzartener Stadion gemeinsam.

Käß zog den Sprint an und gewann den Prestige-Event mit 0,9 Sekunden vor Weber, der schon im Vorjahr Zweiter war. „Es geht grade jeden Tag besser“, blickt Käß jetzt mit Optimismus in Richtung Marathon-WM.

Sascha Weber war mit sich im Reinen, auch wenn er den Sieg verfehlte. „Ich bin mit Platz zwei gut bedient. Jochen war der verdiente Sieger, aber ich fühle mich nach vier Wochen Rennpause in einer guten Verfassung“, so Weber.

Platz drei ging, auch im Sprint, an Konny Looser, 27,4 Sekunden dahinter. Er verwies Moritz Milatz auf Rang vier.

Bei den Damen wiederholte die Deutsche Marathon-Meisterin Silke Ulrich ihren Vorjahres-Sieg, deutlich vor der Niederländischen Meisterin Hielke Elferink (Craft-Rocky Mountain) und Annette Griner. So deutlich, dass man der Feierabend-Sportlerin auf jeden Fall gute Chancen auf eine Chancen auf eine gute WM-Platzierung einräumen muss.

Auf den anderen, kürzeren Distanzen gab es unter anderem einen Sprint-Sieg von Georg Egger (Lexware Mountainbike Team) gegen Specialized-Profi Simon Andreassen, der wegen eines zu langsamen Führungsmotorrads aber nicht ganz regulär ablief. Mehr zum Ultra-Bike auf der Homepage des Teams und im Artikel der Badischen Zeitung.

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Beim Argovia-Cup in Lostorf hat Daniel McConnell (BECandDAN) das C1 dotierte Rennen gewonnen. Der Australier lag im Ziel 1:08 Minuten vor zwei Verfolgern, die Rang zwei und drei im Sprint unter sich ausmachten. Nicola Rohrbach (goldwurstpower-Felt) und Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing), zwei, die sich bei der WM in Singen auch begegnen werden, wurden mit der gleichen Zeit gemessen, aber Rohrbach hatte wohl den Reifen leicht vor dem Brasilianer über die Ziellinie geschoben.

48 Sekunden später rollte Lars Forster (BMC Racing) als Vierter über die Ziellinie und hatte damit sein Comeback erfolgreich hinter sich gebracht. Forster hatte sich beim Weltcup in Nove Mesto das Kahnbein gebrochen.

Bei den Damen wurde es für Helen Grobert (Cannondale Factory Racing) ebenfalls der vierte Rang. 3:08 Minuten verlor sie auf die Siegerin Pauline Ferrand Prevot (Canyon-Sram), die mit 1:32 Minuten Vorsprung Esther Süss (BikErich) klar auf Rang zwei verwies. Rang drei ging an Gränichen-Siegerin Rebecca Henderson (BECandDAN, +2:37).

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Beim Grand Prix in Windhaag wurde am Samstag der Sieg im Sprint ausgemacht. Zumindest bei den Herren. Es war Gregor Raggl (Möbel Märki), der ohnehin eine bemerkenswert gute Saison fährt, der sich gegen den Esten Martin Loo (Hawaii Express) durchsetzen konnte. Auf Rang drei landete überraschend Maximilian Foidl (Biketeam Kirchberg), 43 Sekunden zurück.

Lysander Kiesel (German Technology Racing) verbuchte als Sechster (+2:01), noch vor dem Olympia-Fünften Jhonnatan Botero Villegas aus Kolumbien 18 Weltranglistenpunkte, für Jakob Hartmann (ebenfalls GTR) gab es als Elfter (+6:46) auch noch fünf.

Ihr Teamkollege Max Holz verzichtete auf einen Start. „Ich habe wohl vor den ersten Weltcups überdreht und einfach zu viele Rennen gefahren. Zwischen Uni, Arbeit und Sport beibt zur Regeneration einfach zu wenig Zeit“, erklärte Holz, der für das Team auch als Sportlicher Leiter fungiert. Am nächsten Wochenende würde er in Kirchberg wieder einsteigen, so der Münchner.

Bei den Damen siegte Lisi Osl und war damit für ihre beiden Ghost-Teamkolleginnen Anne Terpstra und Alexandra Engen quasi ein gutes Vorbild. Osl gewann 44 Sekunden vor der polnischen U23-Fahrerin Marlena Drozdziok (Scott Eurocycles) und Janka Keseg-Stevkova (Outsiterz, +3:30).

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Am Tag vor dem Bundesliga-Rennen in seiner Heimat in Lohr am Main, respektive Wombach, wagte sich Max Brandl beim Keiler Bike-Marathon an den Start. Dem Junioren-Vizeweltmeister von 2015 war ein Start im Cross-Country-Rennen am Sonntag knapp sechs Wochen nach seinem Speichenbruch noch zu heikel, so dass er sich auf den 60 Kilometer langen Marathon verlegte – und prompt gewann.

Er verwies Sascha Starker (SSG Bensheim) und Andreas Schrottenbaum (Stieglbauer Racing) auf die Plätze zwei und drei.

„Die Cross-Country-Strecke ist extrem holprig und die entsprechende Muskulatur fehlt mir noch im Arm“, erklärte Brandl. Für den Start beim Marathon hatte er sich kurzfristig entschieden, nachdem seitens medizinischem Personal das „Go“ gekommen war. Bis zum Weltcup in Andorra hofft der knapp 20-Jährige dann wieder komplett einsatzfähig zu sein.

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In der Schweiz hat derweil mit Adrien Chenaux ein Außenseiter den Marathon Raid Evelonard gewonnen. Und gleich mit sechs Minuten Vorsprung vor Andreas Moser, der den Schweizer Meister Urs Huber (Team Bulls) hinter sich ließ.

Chenaux zog gemeinsam mit Frans Claes, der aktuellen Nummer eins der UCI Marathon-Rangliste, davon. Doch Claes brach in den letzten Steigungen ein und fiel noch auf Rang vier zurück.

Bei den Damen siegte Andrea Ming vor Antonia Büntner und Sandra Stadelmann.