Offroad-Notizen: Quer durch die Cross-Titelkämpfe

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Lukas Flückiger jubelt, Simon Zahner (rechts), Marcel Wildhaber (mitte) und Arnaud Grand sprinten um Silber und Bronze. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Ein Streifzug durch die nationalen Cross-Meisterschaften aus der Mountainbike-Perspektive: Etatmäßige und Teilzeit-Mountainbiker haben in der verwandten Disziplin einige Medaillen ergattert.

In Döhlau hat sich am Samstag Julian Schelb (Multivan-Merida) die Silbermedaille in der U23-Kategorie gesichert. Schelb musste sich nur Favorit Felix Drumm geschlagen geben, ließ aber Stevens-Fahrer Yannick Gruner hinter sich. Ben Zwiehoff (Bergamont) fuhr hinter Max Lindenau auf einen bemerkenswerten fünften Rang, Martin Frey (Team Bulls) wurde eine Runde zurück 17.

Silber gab es bei den Damen auch für Elisabeth Brandau (EBE-Racing). An Seriensiegerin Hanka Kupfernagel (RusVelo) gab es am Sonntag wieder einmal kein Vorbeikommen. Brandau war noch gestürzt war und hatte sich zudem auch einen Plattfuss eingefahren. Es reichte dennoch um Lisa Heckmann auf Rang drei zu verweisen.

Bei den Herren verpasste Markus Schulte-Lünzum (Focus XC Racing) als Vierter die Bronzemedaille. Sascha Weber (CCI Differdange) war allerdings deutliche 43 Sekunden. Alter und neuer Meister ist Philipp Walsleben (BKCP Powerplus), der wie erwartet vor Marcel Meisen (Kwadro-Stannah) gewann. Für den letztjährigen U23-Meister Schulte-Lünzum war der vierte Platz aber durchaus ein guter Einstand in die Elitekategorie.
Hannes Genze (Centurion-Vaude) wurde Elfter, Severin Schweisguth 14., Wolfram Kurschat (Topeak-Ergon) 25.

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In der Schweiz triumphierte Lukas Flückiger (BMC Racing Team) zum zweiten Mal nach 2010 bei einer Cross-Meisterschaft. Auf einem sehr schnellen Kurs blieb eine achtköpfige Gruppe bis einen Kilometer vor dem Ziel zusammen. Vorherige Attacken wurden schnell wieder geschluckt, so dass Lukas Flückiger am letzten Berg vor dem Ziel zum entscheidenden Schlag ansetzen konnte. Er hatte sich in Bussnang bis dahin komplett zurückgehalten und am Ende des 250 Meter langen Anstiegs hatte er ein paar Sekunden Vorsprung und gewann vor Marcel Wildhaber (Scott Racing) und Simon Zahner, der im Fotofinish BMC-Straßenfahrer Arnaud Grand auf Rang vier verwies. Florian Vogel (Scott Racing) wurde Sechster, Mathias Flückiger (Stöckli Pro Team) Siebter.

Bei den Damen besiegte Sina Frei, ebenfalls im Fotofinish, Mountainbikerin Katrin Leumann (Ghost Factory Racing) im Sprint. Damit gab es für Katrin Leumann zum siebten Mal in Folge „nur“ die Silbermedaille. Nachdem Leumann aber kürzlich noch krank war, konnte sie damit zufrieden sein. Jane Nüssli von Fischer-BMC eroberte die Bronzemedaille.
Die Schweizer U17-Meisterin auf dem Mountainbike, Sina Frei, ist indes mit erst 16 Jahren die jüngste Schweizer Elite-Meisterin, die es jemals gab.

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Die italienischen Cross-Country-Meister Eva Lechner (Colnago Südtirol) und Marco Fontana (Cannondale Factory Racing) haben sich schon routinemäßig auch die Titel im Cyclo-Cross geholt. Lechner, die ja jüngst auch im Weltcup in Rom als Dritte das Podest eroberte, gelang das im Wintersport zum fünften, Fontana zum siebten Mal.

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In den USA wurde Olympia-Bronze-Medaillengewinnerin auf dem Mountainbike, Georgia Gould (Luna Pro Team) in ihrer Heimat Fort Collins Fünfte. Sie habe sich gefühlt wie eine Siegerin postete Gould nach dem Rennen, das die Weltcup-Gewinnerin Katie Compton (Trek) gewann. Und zwar weil eine stattliche Anzahl an Zuschauern an die Strecke gekommen waren und ein unglaublich großes Feld von 111 Damen anfeuerte. In Sachen Cross scheint sich in den USA einiges zu bewegen.

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Gould, Compton und Co. wurden per Livestream auch von einer sehr interessierten Beobachterin verfolgt, die rund acht Stunden zuvor ihren gefühlt 200. Niederländischen Meistertitel eingefahren hatte. Marianne Vos (Liv-Giant) wollte natürlich wissen, wie ihre große Konkurrentin um den Weltmeistertitel, Katie Compton unterwegs war.
Bei den Herren erwischte Multivan-Merida-Fahrer Rudi van Houts keinen optimalen Tag und wurde beim Sieg des Weltcup-Führenden Lars van der Haar (Rabobank) nur Siebter.

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In Frankreich gewann Teilzeit-Mountainbikerin Pauline Ferrand Prevot (Giant Pro XC) den Titel. Fast schon erwartet, konnte sie Lucie Chainel und Carole Mani auf die nächsten Plätze verweisen.

In Österreich verteilten die Mountainbiker die Podestplätze unter sich. Daniel Geismayr (Centurion-Vaude) gewann vor Uwe Hochenwarter (Focus XC) und Sprint-Weltcupsieger Daniel Federspiel (Ötztal-Scott).
Bei den Damen lag mit der 18-jährigen Nadja Heigl ebenfalls eine Mountainbikerin vorne.

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In Dänemark siegte die zweifache Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad (Devinci-Specialized) und in Polen gewann Marek Konwa (Superior-Brentjens) den Titel.