Offroad-Notizen: Stiebjahn siegt, Fontana wird genäht, Flückiger verheddert sich

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Das Juniorinnen-Podest in Schaan: Vorne die Siegerin Greta Weithaler, links Sofia Wiedenroth, rechts Alessandra Keller. ©Erhard Goller

Ein Wettkampf-Wochenende mit einem deutschen Sieger, Pech für den Deutschen Marathon-Meister, einem erfolgreichen Comeback, einer Wattnabe im Hinterrad der Vize-Weltmeisterin und ein paar Stichen im Arm des Olympia-Bronzemedaillengewinners. Offroad-Notizen.

Alanya, Simon Stiebjahn. Der U23-Marathon-Europameister vom Team Bulls hat seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Stiebjahn gewann das C1-Rennen im türkischen Alanya mit fünf Sekunden Vorsprung auf den Russen Evgeniy Pechenin und 1:01 Minuten vor dem Zyprioten Marios Athanasiades. Der favorisierte Pole Marek Konwa (Superior-Brentjens) wurde 1:22 Minuten zurück Vierter.
„Bereit für das Bundesliga-Rennen in Münsingen“, postete Stiebjahn auf Facebook, nachdem er sich weitere 60 Punkte für eine bessere Weltranglistenposition auf sein Konto geladen hatte. Christopher Maletz (Fujibikes-Rockets) holte als Zehnter (+11:58) deren immerhin noch zehn. Bei den Damen gewann Anna Konovalova aus Russland.

Marathon World Series, Roc Laissagais. Matthias Leisling vom Team black tusk Racing hat in Frankreich als bester Deutscher Rang fünf belegt. Leisling kam nach 85 Kilometern mit 11:53 Minuten Rückstand auf Marathon-Weltmeister Periklis Ilias (Full Dynamix) ins Ziel. „Ich konnte mein Tempo bis zum Ziel durchziehen und hatte eigentlich durchwegs einen kraftvollen Tritt“, wird Leisling in einer Pressemitteilung seiner Equipe zitiert.

Pech hatte sein Teamkollege Torsten Marx. Dem 36-Jährigen Hechingam reichte es nach einem Hinterrad-Defekt am Ende nur zu Platz 15. Als das passierte, lag er unter den besten Drei. Vor ihm lagen Hannes Genze (Centurion-Vaude, +17:10) und Stefan Sahm vom Team Bulls (+14:54), sowie Florian Willibold (black tusk Racing, +32:54).
Hinter Marx kam Markus Kaufmann (Centurion-Vaude) auf Rang 16. Der Deutsche Meister beklagt auf seiner Facebook-Seite gleich drei Defekte.
Zweiter wurde übrigens der WM-Dritte Kristian Hynek aus Tschechien, der 2:28 Minuten nach Ilias ins Ziel kam.

Bei den Damen siegte die Französin Fanny Bourdon. Beste Deutsche war Annette Hellstern die als Fünfte, 15:11 Minuten Rückstand hatte. Annette Griner (black tusk Racing) wurde Neunte (+25:57).

Juniorinnen, Schaan. Sofia Wiedenroth (Fiat-Rotwild) landete sechs Tage nach ihrem Sieg in Bad Säckingen in der U19-Kategorie auf Platz drei. „Ich hatte meine Probleme mit der Kälte, die Beine waren richtig eingefroren“, erklärte Wiedenroth, „aber Greta ist am Berg auch richtig abgegangen.“ Am Schluss war sie dann wohl warm, die Vize-Weltmeisterin, da fuhr sie nämlich Rundenbestzeit. Ach ja, dann war da auch noch die Watt-Nabe, mit der Wiedenroth unterwegs war. Die macht das hintere Laufrad etwa 1,2 Kilogramm schwerer als normal. „Am Berg dachte ich, da zieht immer einer hinten am Rad“, lachte die Allgäuerin.
Die Greta, die am Berg „abgegangen“ ist, heißt Weithaler mit Nachnamen, fährt für das Ötzi-Bike-Team und gewann souverän mit 1:21 Minuten Vorsprung auf Alessandra Keller (Strüby MTB Kader) und 1:32 vor Wiedenroth.
Jessica Benz (Wheeler-iXS) belegte Rang fünf (+4:37).

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Schadensbegutachtung: Marco Fontana obduziert seine Sturzfolgen, während Julian Schelb und andere vorbeiziehen. ©Erhard Goller

Marco Fontana, Schaan. Für den Cannondale-Biker aus Italien war in Liechtenstein schon in der ersten Runde Schluss. Er stürzte und zog sich dabei am Ellbogen eine Schnittwunde zu, die im Hospital mit ein paar Stichen genäht werden musste. „Nichts Schlimmes“, twitterte Fontana, „eine lange Saison und ein großes Ziel liegen vor mir, ich bin zuversichtlich.“

Lukas Flückiger, Schaan. Der Vize-Weltmeister landete beim BMC Racing Cup nur auf einem enttäuschenden zwölften Platz. Schon zu Beginn verhedderte er sich in der Streckenbegrenzung. „Ich war dann viel zu weit zurück und hatte keine Chance mehr auf eine Top-Platzierung. Das hat mich etwas demotiviert“, bekannte Flückiger. Nach der Hälfte wachte dann der Kampfgeist aber trotzdem auf, so dass der BMC-Fahrer noch zwei Rundenbestzeiten verbuchte und sich um elf Plätze verbesserte.


Tereza Hurikova, Schaan.
Die Tschechin von Specialized Racing erwischte einen miserablen Start. In der ersten Runde sei es ihr einfach nicht gut gegangen. Nur an 24. Position kam sie zur ersten Zeitmessung. Die restlichen sechs Runden lief es dann besser. In der vorletzten Runde übernahm sie vom U23-Duo Andrea Waldis (Colnago-Südtirol) und Jenny Rissveds (Scott) den fünften Platz.

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Andrea Waldis (vorne) und Jenny Rissveds. Von hinten rauscht bereits Tereza Hurikova (rechts) heran. ©Erhard Goller

Die Junioren-Weltmeisterin und die Junioren-Europameisterin des vergangenen Jahres duellierten sich während des gesamten Rennens und am Ende lag auch nur eine Zehntel zwischen den beiden Youngstern. Waldis wurde Sechste, Rissveds Siebte.

Jerez de la Frontera, Maja Wloszczowska.
Die Ex-Weltmeisterin aus Polen hat die Generalprobe für das Bundesliga-Rennen in Münsingen in Spanien bestens bestanden. Sie gewann gleich ihr erstes Rennen im neuen Giant-Trikot vor Vera Andreeva (Protek) und Sandra Santanyes. Die Olympia-Zweite von Peking hatte sich im vergangenen Sommer bei einem Trainingssturz verletzt.

Norg, Marianne Vos, Henk-Jaap Moorlag. Die beiden Teamkollegen von Wloszczowska waren in ihrer Heimat Niederlande erfolgreich. Marianne Vos bewahrte ihre Siegesserie auf dem Mountainbike und erbeutete in dem C2-Rennen weitere 30 Weltranglistenpunkte. 1:45 Minuten Vorsprung brachte Vos vor der 19-jährigen Annefleur Kalvenhaar ins Ziel.
Henk-Jaap Moorlag siegte bei den Herren, drei Sekunden vor Bart de Vocht und vier Sekunden vor Jonas de Backer. Auch Moorlag wird übrigens in Münsingen am Start sein.

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