Olympia Rio 2016: Olympia Rio 2016: Schurters Gold-Traum wird Wirklichkeit

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Triumph in Rio: Nino Schurter ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Das olympische Rennen der Herren endete mit dem Sieg des Schweizers Nino Schurter. Der Weltmeister bezwang seinen tschechischen Widersacher Jaroslav Kulahvy durch eine Attacke in der vorletzten Runde und holte sich nach Bronze in Peking, Silber in London jetzt Gold in Rio de Janeiro. Das dritte Edelmetall ging überraschend an den Spanier Carlos Coloma, der in einem engen Duell den Franzosen Maxime Marotte bezwingen konnte.

Zu den geplatzten deutschen Hoffnungen  ein extra Text.

Das Olympia-Rennen wurde zum Duell zwischen Nino Schurter und Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing), eines auf das der Scott-Odlo-Biker im Vorfeld auch getippt hatte. Es war in Runde drei, als der Spanier Carlos Coloma das Tempo nicht mehr halten konnte und sich der Kampf um Gold auf die beiden Athleten konzentrierte, die das auch schon vor vier Jahren in London ausgefochten hatten.

In der vorletzten Runde nutzte Nino Schurter einen kürzeren Anstieg um die entscheidende Attacke zu lancieren. „Ich habe mich super gefühlt und war nie am Limit. Ich wollte aber nicht zu früh angreifen weil es doch einige Roller-Passagen drin hat, wo Windschatten ganz gut ist. Jaroslav hat vorne gut mitgearbeitet, so dass ich auch profitieren konnte“, erklärte Schurter dazu.

Den Zahn hat er dem tschechischen Specialized-Fahrer relativ schnell gezogen. Rasch wuchs der Vorsprung an und Kulhavy war geschlagen. „An der letzten Feed-Zone hat mein Mechaniker Yanick Giger mir schon die High Five gegeben. Da wusste ich, es kann mir niemand mehr nehmen, da fliegst du nur noch ins Ziel“, strahlte Nino Schurter, der mit 50 Sekunden Vorsprung seine Medaillenkollektion komplettierte.

„Ich glaube, ich habe die Silbermedaille in London gebraucht, um mich weiter zu verbessern, um an Details zu arbeiten. Die Vorbereitung war super, das Rennen war perfekt. Es gibt nichts Schöneres.“

Zwei kritische Momente

Nur zwei kritische Momente habe es gegeben. Den einen schon vor dem Rennen. Die Regenfälle hatten ihn über die Reifenwahl grübeln lassen. „Ich konnte mich lange nicht entscheiden und bin da schon unter Druck geraten. Frischi (Team-Manager Thomas Frischknecht) und Yanick haben mich dann zum Glück beraten“, erklärte Schurter.

Der sandige Boden war nicht matschig geworden und deshalb setzte er auf Trockenreifen. „Das war die richtige Wahl“, meinte Schurter. Sein Kontrahent Kulhavy hatte auf noch schnellere Reifen gesetzt, dann aber in den Anstiegen etwas Probleme mit dem Grip.

Der zweite kritische Moment war in der Startphase als Daniel McConnell (Trek Faktory Racing) Schurters Schaltwerk touchierte. Glücklicherweise erlitt das davon keinen Schaden.

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Das Medaillen-Trio im Deodoro MTB-Park von links: Jaroslav Kulhavy, Nino Schurter und Carlos Coloma ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Im Kampf um Bronze entwickelte sich ein noch spannenderes Duell. Carlos Coloma hatte Kulhavy und Schurter in Runde vier ziehen lassen, 10 bis 15 Sekunden hinter sich aber mit Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC) aber noch einen hartnäckigen Verfolger. Der Franzose schaffte Ende der vierten Runde auch den Anschluss. Genau an der gleichen Stelle, an der Schurter vorne attackierte, griff auch Maxime Marotte an. Doch seine Attacke war nicht von Erfolg gekrönt.

Coloma schloss wieder auf und im Finish hatte er die größeren Reserven. Mit 1:13 Minuten Rückstand auf Schurter (1:33:28) erreichte er als Bronze-Medaillengewinner das Ziel, Marotte wurde zehn Sekunden dahinter Vierter.

Sagan verblüfft mit seinem Start

Am Anfang hatte es ein wenig gedauert, ehe sich das Feld sortiert hatte. Zwei Runden lang mischten Fahrer in den Spitzenpositionen mit, die sich vielleicht ein wenig zu viel zugetraut hatte oder dann per Defekt zurück fielen.

Straßenweltmeister Peter Sagan gelang das Kunststück aus der letzten Startposition nach der Startrunde bereits an dritter Stelle aufzutauchen. Dazu hatte er von hinten praktisch Anlauf genommen. Als bei der Startaufstellung alle nach vorne rückten blieb Sagan stehen und hatte zwei, drei Meter Abstand zur letzten Reihe. So konnte er von hinten mit einem höheren Tempo durch die Reihen jagen.

Als er neben Nino Schurter auftauchte, war der erst einmal überrascht. „Ich habe mich dann aber auf mich konzentriert“, erklärte Schurter später.

Sagan hatte Ende der ersten Runde einen Defekt. „Er war aber schon davor nicht mehr ganz auf der Höhe“, hatte Schurter bemerkt.

Marco Fontana führte das Feld in der ersten Runde an, erlitt dann aber Defekt wurde am Ende aber nur 20. Im Ziel brach er hemmungslos in Tränen aus.

Victor Koretzky (BH-Sr Suntour-KMC) sah man ebenfalls in der Spitzengruppe, doch dem jungen Franzosen zerstörte ebenfalls ein Defekt die Hoffnung auf ein top Resultat.

 

 

 

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