Olympische Spiele 2020: Mehr Damen, weniger Herren

 

Der Radsport-Weltverband UCI hat die Aufnahme der Disziplinen BMX Freestyle und Madison ins olympische Programm für Tokio 2020 verkündet. In der Presse-Meldung fast ein wenig versteckt, wird auch auf die Angleichung der Teilnehmer-Zahlen im Mountainbike und BMX bekannt gegeben. Die konkreten Zahlen sind bereits bekannt, aber sie fehlen in der Veröffentlichung.

 

Zur Förderung des Frauen-(Radsports) wird die Zahl der Teilnehmerinnen im olympischen Cross-Country-Sport denen der Herren angeglichen. Im Sinne der Gleichberechtigung kann man das so sicherlich vertreten, auch wenn – nicht nur im MTB-Sport – die Starter-Zahl bei den Damen deutlich geringer ausfällt als bei den Herren.

Allerdings werden aus bisher 30 Damen bei den Olympischen Spielen in Tokio dann nicht 50 wie bei den Herren. Stattdessen werden Damen und Herren jeweils 38 sein, wie die UCI in einem Schreiben an die nationalen Verbände mitgeteilt hat.

Das macht nach Adam Riese vier MTB-Startplätze weniger als bisher. Laut olympic.org wurden diese vier zu BMX Freestyle transferiert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) versucht die Gesamt-Zahl der Teilnehmer möglichst auf gleichem Niveau zu halten um die Spiele nicht noch mehr aufzublähen. Das Straßen-Rennen der Herren musste sogar 14 Sportler an die Freestyler abgeben.

 

Quoten-Verteilung erst im März

Dass die Herren zwölf Startplätze verlieren, das könnte den Kampf um das Dabei-Sein im Zeichen der fünf Ringe noch schärfer machen als er ohnehin schon ist. Auf die Quoten-Verteilung verständigt man sich bis März 2018, aber es ist kaum anzunehmen, dass die so genannten „Kleinen“ viel weniger zugeteilt bekommen. Zumal das dem IOC und auch der UCI immer ein wichtiger Faktor ist: Mit dem Sport, respektive der Disziplin weltumspannend zu sein.

Bei gleicher Anzahl werden die Quoten für Damen und Herren vermutlich gleich sein. Über die Art der Verteilung kann bis dato nur spekuliert werden. Eine Variante wäre bei den Herren auch nur noch maximal zwei Startplätze zur Verfügung zu stellen. Oder nur den ersten drei Nationen drei Startplätze und weniger Nationen zwei davon zu vergeben. So oder so, 12 Plätze müssen erst mal eingespart werden.

An Qualität wird das Feld der Herren dadurch jedenfalls nicht gewinnen.