Perskindol Swiss Epic#3: Etappensieg für Scott-Odlo – Käß/Geismayr rücken näher

Schurter_Stirnemann_by Maasewerd/EGO-Promotion
Schon gestern waren sie mit sich zufrieden, heute noch viel mehr: Nino Schurter (links) und Matthias Stirnemann überquerten in Verbier als Etappensieger die Ziellinie. ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Die Serie von BMC ist gerissen, das Gesamtklassement sieht eine Ecke spannender aus. Auf der Königsetappe des dritten Perskindol Swiss Epic konnten Olympiasieger Nino Schurter und sein Partner Matthias Stirnemann (Scott-Odlo) den erhofften Etappensieg feiern. Das Schweizer Duo gewann nach 91 Kilometern von Leukerbad nach Verbier mit sechs Sekunden Vorsprung auf Daniel Geismayr und Jochen Käß (Centurion-Vaude), die zum vierten Mal Tages-Zweite wurden, aber den Abstand auf das Gelbe Trikot von Lukas Flückiger und Reto Indergand (BMC Racing 1) um zwei Minuten verkürzen konnten. Bei den Damen notierte man den vierten Etappensieg von Jolanda Neff und Alessandra Keller (Stöckli Pro Team).

Dieser 25 Kilometer lange Anstieg ab Kilometer 61 war natürlich prädestiniert dafür, dem Klassement noch mal andere Konturen zu geben. Nach dem langen Flachstück zuvor gingen rund 30 Fahrer gemeinsam in diesen Anstieg, der seinen Höhepunkt im Croix du Coeur auf 2175 Metern hatte.

Auf der ersten Hälfte der Steigung tat sich noch nicht so viel, wie Jochen Käß berichtet. Dann aber erkannte der dreifache Transalp-Sieger bei Reto Indergand eine vermeintliche Schwäche und verschärfte das Tempo. Indergand konnte aber beißen und blieb dran, während sich aber andere Teams aus der Spitze verabschieden konnten.

„Dani (Geismayr) hat dann noch mal verlängert und so haben wir das Loch gerissen und durchgezogen“, erklärte Käß die Situation. Nur Nino Schurter und Matthias Stirnemann konnten das Tempo mitgehen.

„Nino war heute am Berg extrem stark, Respekt“, meinte Käß zu seinem Konkurrenten. Das Quartett überquerte das Dach der Etappe gemeinsam. In der folgenden Abfahrt hatten Käß und Geismayr bei zum Teil matschigen Bedingungen kleinere Probleme mit dem Lockout der Federgabel und verlor etwas den Anschluss an Schurter und Stirnemann.

Am folgenden Gegenanstieg konnten sie die Lücke bis auf fünf, sechs Sekunden wieder schließen und gingen so hinter den beiden Eidgenossen in die letzten drei Kilometer Abfahrt, immer mit diesem Abstand.

Nur noch 1:03 Minuten zwischen Platz drei und vier

Alban Lakata und Kristian Hynek (Topeak-Ergon), der im Anstieg länger an der Spitze dran bleiben konnte, erreichten das Ziel als Tages-Dritte mit 1:19 Minuten Rückstand, während Lukas Flückiger und Reto Indergand mit 2:07 Minuten Differenz in Verbier die Ziellinie passierten.

2:19 Minuten Vorsprung auf Centurion-Vaude nehmen die Träger des Gelben Trikots mit in die vierte Etappe, einer 2 Kilometer langen Schleife mit Start und Ziel in Verbier.

„Es wird auf jeden Fall noch mal spannend. Wir werden morgen uns Glück wieder versuchen“, meinte Jochen Käß. Ein rund 17 Kilometer langer Anstieg könnte noch mal einen Unterschied machen.

Ob nach dem endlich errungenen Etappensieg auch Nino Schurter und Matthias Stirnemann noch mal in die Vollen gehen, wird sich zeigen. Sie sind jetzt allerdings bis auf 1:03 Minuten an Gesamt-Rang drei von Topeak-Ergon (+11:50) herangerückt. Das wäre ein Ziel, das für die verbleibenden zwei Tage noch mal motivieren könnte.

 

Damen: Wechsel an der zweiten Position

Bei den Damen bleiben Jolanda Neff und Alessandra Keller eine Klasse für sich. Das Stöckli-Duo nahm Esther Süss und Hielke Elferink (Wheeler/Rocky Mountain) am vierten Tag noch mal 18:21 Minuten ab und liegt jetzt schon 44:42 Minuten vor dem Schweizer-Niederländischen Duo.

Die haben inzwischen Ariane Kleinhans und Corina Gantenbein (Spur-Ötztal) vom zweiten Gesamtrang verdrängt. Kleinhans/Gantenbein wurden mit 24:38 Minuten Rückstand Tages-Dritte und liegen jetzt 46:52 Minuten zurück.

Dem Ghost Factory Racing Team Lisi Osl/Anne Terpstra blieb wieder nur der vierte Rang (+27:46).

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