Perskindol Swiss Epic#3: Käß und Geismayr souverän – Pirard/Lüthi mit zweitem Etappensieg

FOTO | Gut einpacken war auch heute angesagt: Die Leader Jochen Käß und Daniel Geismayr ©Marius Maasewerd/Perskindol Swiss Epic

 

Mit ihrem dritten Etappensieg haben Jochen Käß und Daniel Geismayr am vierten Tag des Perskindol Swiss Epic ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf 6:49 Minuten ausgebaut. Das Centurion-Vaude-Duo siegte auf der verkürzten Etappe über 42 Kilometern mit Start und Ziel in Leukerbad mit fast fünf Minuten Vorsprung auf das BiXS Pro Team von Konny Looser und Oliver Zurbrügg. Texpa-Simplon mit Chistoph Soukup und Michael Stünzi lag weitere zwölf Sekunden zurück auf Rang drei. Bei den Damen holten sich Ariane Lüthi und Alice Pirard (Spur-Wallonie) ihren zweiten Etappensieg, nahmen aber den Gesamt-Leadern Esther Süss und Jennie Stenerhag (Meerendal CBC) nur 23 Sekunden ab.

 

Die dritte Etappe wurde aufgrund der Wetterbedingungen nicht an der Rinderhütte auf 2300 Metern Höhe, sondern in Leukerbad gestartet. Dort war Schnee gefallen. So musste zu Beginn doch erst mal geklettert werden, ehe man in die erste Downhill-Passage kam. Die ohnehin kurze Etappe war dann schließlich noch mal zwei Kilometer kürzer, allerdings aufgrund des ersten Anstiegs zeitlich länger.

Daniel Geismayr und Jochen Käß harmonierten wieder sehr gut und Jochen Käß schien von seinen Magenproblemen am Dienstag wieder voll erholt. Sie gingen bereits in den ersten Downhill mit einem Vorsprung hinein und bauten die Differenz auf die beiden Verfolger-Teams immer weiter aus.

„Die Trails waren heute relativ schwierig, aber das können wir beide ziemlich gut. Das war eine perfekte Strecke für uns, ein guter Tag“, kommentierte Geismayr den dritten Etappensieg des schwäbisch-österreichischen Duos.

Jochen Käß kam möglicherweise die Kürze der Etappe mit 2:09 Stunden Siegerzeit entgegen. „Wenn in einer Rundfahrt die Speicher einmal leer waren, dann kann man sie kaum wieder vollständig auffüllen. Morgen ist eine lange Etappe, ich muss von Tag zu Tag schauen“, meinte er etwas vorsichtig.

Taktisches Duell um Rang zwei

Hinter den beiden Centurion-Vaude-Fahrern kam es zu einem Duell um Rang zwei. „Centurion war heute klar stärker, deshalb haben wir uns auf den zweiten Platz konzentriert. Es war dann ziemlich taktisch, aber im Downhill haben wir es geschafft. Oliver fuhr vorneweg und ich musste dann nur noch an Michael vorbei“, erklärte der Schweizer Marathon-Meister Konny Looser, wie sie Rang zwei eroberten.

 

Damen: Pirard/Lüthi fahren ab wie verrückt

Erneut unterstrichen Esther Süss und Jennie Stenerhag ihre Vormachtstellung am Berg, doch weil es am Ende eine lange Abfahrt gab, gewannen diesmal Ariane Lüthi und Alice Pirard. In den Anstiegen müssen die Schweizerin und die Belgierin die Stärke der beiden Cape-Epic-Siegerinnen von diesem Jahr anerkennen, doch fahrtechnisch sind sie die Stärkeren.

Rund zwei Kilometer vor dem Ziel holten sie Süss/Stenerhag ein und gingen vorbei. „Wir sind wie verrückt bergab gefahren. Unglaublich, dass es zum Etappensieg gereicht hat. Ich glaube, das war heute der beste Tag meiner Karriere“, jubelte Alice Pirard.

„Wir haben schon nicht mehr dran geglaubt, bergauf sind Esther und Jennie einfach stark“, assistierte Ariane Lüthi.

Lüthi/Pirard verloren sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch Zeit und Kräfte durch technische Probleme, sowie auch durch einen Sturz von Pirard, so dass sie eine bereits erfolgreiche Aufholjagd von Neuem starten mussten.

Ob bei einer guten Viertelstunde Rückstand in der Gesamtwertung noch was zu machen ist? „Klar, bei einer Etappenfahrt weiß man nie. Wir wünschen ihnen natürlich keinen Defekt, aber es kann immer was passieren“, so Lüthi.

Auf Rang drei abonniert sind Cornelia Hug und Florence Darbellay (Scott Womens – R’adys), die mit 10:24 Minute Differenz das Ziel erreichten.

Anspruchsvolle Freitags-Etappe

Am Freitag wartet noch mal eine sehr anspruchsvolle Etappe auf die Biker. Auf den 85 Kilometern von Leukerbad nach Zermatt steht ab Kilometer 25 ein Anstieg im Weg, der 1200 Meter Höhendifferenz aufweist und bis Kilometer 55 nur zweimal mit kurzen Abfahrten Erholung bietet. Und dann stehen noch mal mehr als zehn Kilometer Kletterpartie auf dem Programm. Auf diesem Tagesabschnitt begegnen die Fahrer auch Teilen der Marathon-WM-Strecke von 2019.

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