Perskindol Swiss Epic#4: Flückiger/Indergand kontern erfolgreich

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Lukas Flückiger und Reto Indergand stehen beim Swiss Epic vor dem Gesamtsieg ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Eine Vorentscheidung dürfte gefallen sein: Am fünften und vorletzten Tag des Perskindol Swiss Epic haben sich Lukas Flückiger und Reto Indergand (BMC Racing 1) in Verbier ihren vierten Etappensieg geholt und ihren Vorsprung auf die Tages-Zweiten Daniel Geismayr/Jochen Käß (Centurion-Vaude) um 2:43,7 Minuten ausgebaut. Olympiasieger Nino Schurter und Matthias Stirnemann (Scott-Odlo) haben durch ihren dritten Platz (+2:44,5) nach 62 Kilometern Alban Lakata/Kristian Hynek (Topeak-Ergon) im Gesamtklassement auf Position vier verdrängt.

Bei den Damen waren Jolanda Neff und Alessandra Keller (Stöckli Pro Team) gewannen zum fünften Mal in Serie und verwiesen ihre Schweizer Landsfrauen Ariane Kleinhans und Corina Gantenbein (Spur-Ötztal) auf den zweiten Rang.

 

Wie angekündigt, versuchten Jochen Käß und Daniel Geismayr „ihr Glück“, sprich: sie wagten am vorletzten Tag noch mal den Versuch das Gelbe Trikot anzugreifen. Nachdem sie am Vortag zwei Minuten gut gemacht hatten, fuhren Käß und Geismayr am ersten, rund 17 Kilometer langen Anstieg, offensiv.

„Ich muss sagen, die sind da richtig stark gefahren. Immer abwechselnd hat wieder ein anderer eine Minute lang Vollgas gegeben“, berichtet Lukas Flückiger. „Wir wollten selber nicht aktiv werden, sondern einfach dabei bleiben weil wir wussten, dass der Anstieg am Schluss noch mal ganz hart werden würde.2

Er und Indergand offenbarten keine Schwäche. Sie folgten dem schwäbisch-österreichischen Duo, während dahinter Schurter und Stirnemann ihren eigenen Rhythmus fuhren, ihrerseits beim Versuch gegenüber Lakata und Hynek Boden gut zu machen.

Den höchsten Punkt erreichte BMC und Centurion-Vaude gemeinsam. In der Abfahrt stoppten Indergand und Flückiger einmal um sich eine Jacke anzuziehen, konnten die Lücke aber wieder schließen.

Dann fiel die Entscheidung im Kampf um den Etappensieg durch ein Kettenproblem bei Jochen Käß. Die Lücke von zehn, 15 Sekunden, konnten die zweimaligen Zweiten nicht mehr schließen. „So lange sie an einem dran sind, kannst du Jochen und Daniel nicht abhängen. Die folgen deiner Linie. Deshalb mussten wir einmal weg kommen und das ist damit passiert“, erzählt Lukas Flückiger.

Mit rund 1:30 Minuten Vorsprung gingen sie in die in den letzten Anstieg, fuhren dort ein konstantes Tempo („damit Reto nicht explodiert“) und holten sich den Etappensieg.

„Es ging uns heute nicht um den Etappensieg. Wir wollten nach dem gestrigen Tag einfach dran bleiben und nicht noch mal Zeit verlieren. Das Profil morgen ist noch mal hart, aber wenn nichts passiert, sollte wir das nach Hause bringen“, meinte Flückiger.

5:03 Minuten Vorsprung sollten reichen

Am sechsten und letzten Tag sind am Samstag nur noch 43 Kilometer zu bewältigen. Das „nur“ setzt man aber besser in Anführungszeichen, denn auf der Schleife mit Start und Ziel in Verbier wird das GPS-Gerät 2200 Höhenmeter messen. Erst geht es mal zehn Kilometer Berg hoch bis auf fast 2300 Meter, dann ähnlich viel bergab und dann, mit einer kurzen Unterbrechung noch mal zehn Kilometer nach oben und am Ende fünf Kilometer bergab.

Wenn sie keinen Einbruch, Sturz oder Defekt erleiden, sollten Indergand und Flückiger mit den bisher gezeigten Leistungen aber in der Lage sein ihren Vorsprung von 5:03 Minuten ins Ziel zu bringen.

1:58 Minuten liegen zwischen Platz drei und vier. Ob Lakata und Hynek noch mal in der Lage sind Schurter/Stirnemann anzugreifen wird sich zeigen. Aufgeben werden der Vize-Weltmeister und der WM-Dritte allerdings nicht.

Texpa-Simplon mit Christoph Soukup/Matthias Leisling wurden Tages-Elfte und gehen auf Rang sechs (+38:10) in die letzte Etappe.

 

Damen: Spur-Ötztal schlagen zurück

So wenig Vorsprung hatten Jolanda Neff und Alessandra Keller bis jetzt noch nie. Die Europameisterin und ihre drei Jahre jüngere Teamgenossin lagen zwar auch diesmal immer in Führung, doch hinter ihnen ließen es Ariane Kleinhans und Corina Gantenbein alles andere als gemütlich angehen.

Das Team Spur-Ötztal hatte am Donnerstag den zweiten Gesamtrang an Esther Süss und Hielke Elferink (Wheeler/Rocky Mountain) verloren und hatte was gut zu machen.

Und es gelang ihnen auch. Nur 1:33 Minuten nach Neff/Keller rollten sie in Verbier über die Ziellinie und distanzierten dabei Süss/Elferink um 5:28 Minuten.

Damit schoben sich Kleinhans/Gantenbein wieder an die zweite Position, 48:25 Minuten hinter Neff/Keller.

Allerdings sind die 3:18 Minuten Vorsprung auf Süss und Elferink kein Ruhekissen.

Tagesvierte wurden, zum ersten Mal, die Essenerin Stefanie Dohrn und ihre belgische Partnerin Alice Pirard (Bikefreak-Magazine/Merida Wallonie), die mit 18:20 Minuten Rückstand das Ziel erreichten.

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