Peter Sagans Ausflug zu seinen Wurzeln löst Spekulationen aus

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U23-WM in Canberra 2009: Peter Sagan bei seiner letzten internationalen Meisterschaft auf dem Mountainbike ©Erhard Goller

Das Straßen-Profi-Team Tinkoff hat bestätigt, dass Weltmeister Peter Sagan vor der Tour of California an zwei Mountainbike-Rennen teilnimmt. In seiner Heimat Slowakei wird darüber spekuliert, dass Sagan möglicherweise eine Teilnahme im olympischen Cross-Country-Rennen anpeilt.

 

Rennen in Österreich und in Tschechien wolle er bestreiten, heißt es in dem Statement von Tinkoff. Vor der Straßenrundfahrt Tour of California (15.-22. Mai) kommen da eigentlich nur das C1-Rennen in Graz-Stattegg am 24. April und der Czech Strabag Cup in Teplice am 30. Mai in Frage.

Über seine Absichten gibt Tinkoff nichts bekannt, doch es liegt durchaus nahe, dass Peter Sagan mit einem Start im olympischen MTB-Rennen liebäugelt. Das Straßenrennen der Herren ist auf 6. August terminiert, das MTB-Rennen am 21. August. Es bleibt also genügend Zeit, um sich darauf vorzubereiten. Eine diesbezügliche Aussage von Sagan gibt es aktuell allerdings nicht.

Die Slowaken haben einen Startplatz im MTB-Rennen so gut wie sicher. Ein zweiter wäre möglich, denn aktuell liegen sie auf Rang 14 und ab Platz 13 gibt es zwei Tickets.

Peter Sagan war als Junior neben Einsätzen auf der Straße auch im Cyclo-Cross und im Cross-Country unterwegs und das sehr erfolgreich. 2008 wurde er in St. Wendel auf dem Mountainbike Junioren-Europameister und im Val di Sole Junioren-Weltmeister. 2009 verfehlte er in der U23-Kategorie in Canberra als Vierter das Podium nicht weit.

Sagan wird immer wieder wegen seiner großartigen Fähigkeiten auf dem Rad gerühmt. Erst vergangene Woche sorgte er bei Paris-Roubaix wieder für Aufsehen, als er es schaffte über dem vor ihm gestürzten Fabian Cancellara drüber zu springen.

An den fahrtechnischen Fähigkeiten von Sagan wird es also nicht scheitern. Die Frage ist wohl eher, ob er nach jahrelangem Straßentraining seinen Körper auf die kürzeren, intensiveren Belastungen umstellen kann. Der Typ dafür ist er allerdings.

In Graz und Teplice wird er nicht unbedingt auf große internationale Konkurrenz treffen, denn die ist zeitgleich in Australien beim Weltcup beschäftigt und wird am Wochenende nach der Rückkehr nicht gleich wieder ein Rennen bestreiten.

Neben Ex-Cross-Weltmeister Mathieu van der Poel (BKC-Corendon) wäre Sagan der zweite „fachfremde“ Sportler, der es auf dem Mountainbike versucht. Die MTB-Weltranglistenerste Jolanda Neff (Stöckli Pro Team) versucht es ja andersherum. Sie will auch auf der Straße an den Start gehen.