Revanche? Centurion-Vaude mit Kaufmann und Käß beim Hegau Bike-Marathon

Die dreifachen Sieger der Craft Bike Transalp sind nach ihren Verletzungen auf einem guten Weg zurück: Jochen Käß (links) und Markus Kaufmann ©Henning Angerer/Craft Bike Transalp
Die dreifachen Sieger der Craft Bike Transalp sind nach ihren Verletzungen auf einem guten Weg zurück: Jochen Käß (links) und Markus Kaufmann ©Henning Angerer/Craft Bike Transalp

Das Cape Epic konnten sie verletzt und wehmütig nur aus der Ferne betrachten, jetzt sind Markus Kaufmann und Jochen Käß wieder auf dem Weg zurück auf die Marathon-Strecken. Beim Rothaus Hegau Bike-Marathon wartet am 8. Mai eine interessante Konstellation auf das Duo von Centurion-Vaude.

 

Das Cape Epic war nur bedingt ein Duell zwischen dem Team Bulls und Centurion-Vaude, dafür waren Matthias Pfrommer und Nicola Rohrbach von ihrem zweiten Platz hinter Karl Platt und Urs Huber zu sehr überrascht und deshalb auch mit ihm zufrieden.

Allerdings lassen die Umstände, der verletzungsbedingte Ausfall von Markus Kaufmann und Jochen Käß, die Entscheidung für die Kombination Daniel Geismayr/Hermann Pernsteiner als Team Nummer eins und die Hand-Verletzung von Pernsteiner auf der zweiten Etappe viel Raum für Spekulationen.

„Das riecht nach Revanche“ funkte es über den Twitter-Kanal von Centurion-Vaude als bekannt wurde, dass die Bulls-Fahrer Karl Platt und Urs Huber beim Rothaus Hegau Bike-Marathon in Singen an den Start gehen werden. Centurion-Vaude wird bei dem Rennen der UCI Marathon Serie fast komplett besetzt (ohne Pernsteiner) dagegen halten. Und zwar auch wieder mit Markus Kaufmann und Jochen Käß.

Markus Kaufmann: Gefühlschaos und Reset-Knopf

Markus Kaufmann ist inzwischen wieder „guter Dinge eine gute Saison zu fahren“, wie er sagt. Hinter ihm liegt ein Winter, den er selbst als „miserabel“ bezeichnet. Begonnen hat es mit einer verschleppten Grippe im Oktober, deren Auswirkungen sich ewig hinzogen. Dann folgte am 1. Februar eine notwendig gewordene OP. Erstaunlich gut in Form startete er Ende Februar in das Andalucia Bike Race. Doch da ereilte ihn dasselbe Schicksal wie schon ein Jahr zuvor: (Unverschuldeter) Sturz und Schlüsselbeinbruch.

„Das war absolutes Gefühlschaos“, gesteht Kaufmann. Die Operation verlief gut und im Grunde hätte er beim Cape Epic mit guter Form am Start stehen können. „Aber ich habe es vom Kopf her nicht hingebracht mich erneut aufzuraffen“, bekennt der Marathon-Meister von 2012. Allerdings war da natürlich auch das Risiko mit einem erneuten Sturz auf die Schulter die Heilung zu gefährden. Die Entscheidung nicht nach Südafrika zu reisen war also durchaus vernünftig.

„Ich musste danach den Reset-Knopf drücken und noch mal richtig starten“, erklärt Kaufmann, der zuletzt mit Teamkollege Daniel Geismayr in Südtirol trainiert hat.

Am 17. April will er beim Marathon in Kempten sein erstes Rennen fahren. Bis zum Hegau Bike-Marathon, müsste er wieder gut in Form sein. „Wenn das Training anschlägt wie geplant, dann ganz sicher“, meint Kaufmann.

Jochen Käß: Dosiert und im Stehen

Sein Kollege Jochen Käß ist noch etwas vager in seiner Prognose. Käß hatte das Andalucia Bike Race wegen Problemen mit dem Sitzfleisch aufgeben und sich dann einer Operation unterziehen müssen. Als alternative Trainingsform wählte er drei Wochen Skilanglauf in Livigno. „Ich denke, ich kann das aufs Bike ganz gut umsetzen. Im Moment muss ich noch viel im Stehen fahren und dosiert trainieren. Aber bis zum Rennen in Singen, hoffe ich wieder gut in Form zu sein“, sagt Käß. „Die letzten Tage hat es sich ganz gut entwickelt, deshalb bin ich zuversichtlich.“

Beim Alb-Gold Frühjahrsmarathon am 17. April in Münsingen will der 34-Jährige wieder ins Renngeschehen einsteigen.

Wer dann im Team von Centurion-Vaude, das mit Daniel Geismayr und Matthias Pfrommer zwei weitere starke Leute an den Start bringt, den Hut aufhat und das Team Bulls mit Platt, Huber und selbstredend Lokalmatador Tim Böhme zur Revanche herausfordert, das wird sich zeigen.

Vermutlich werden sich aber auch noch ein paar mehr Klasseleute im Hegau tummeln, denn dort wird ja erstmals die Strecke gefahren, die auch 2017 bei der WM in Singen unter die Räder genommen wird.