Roc d’Azur: Lakata gewinnt den Marathon – Milatz auf Vier

 131011_FRA_Frejus_RocMarathon_start_frontal_acrossthecountry_mountainbike_by_Kuestenbrueck
Freitagmorgen: Start zum Roc Marathon. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Drei Deutsche sind beim Marathon des Roc d’Azur unter die besten Sechs gefahren, das Podest besetzten aber Andere: Alban Lakata (Topeak-Ergon) gewann bei der 30. Auflage des Mountainbike-Festivals in Fréjus im Sprint vor Olympiasieger Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser (beide Specialized Racing).

Wie so oft beim Roc Marathon, entstand im technisch anspruchsvollen Downhill, unmittelbar nach dem längsten Anstieg, die Spitzengruppe, die um den Sieg kämpfte. Neben Lakata, Kulhavy und Sauser waren auch die beiden BMC-Biker Moritz Milatz und Martin Fanger mit dabei.

„Heute ging es eigentlich tip top, bergauf hatte ich nie Probleme“, meinte Moritz Milatz im Ziel. Berg runter auch nicht. Doch es geht beim Roc d’Azur halt auch flach dahin. Vor allem zum Schluss. „Da hatte ich keine Chance. Vielleicht bin ich zu leicht“, schmunzelte Milatz.
Nachdem Martin Fanger bereits vorher die Segel streichen musste, verlor Moritz Milatz etwa zehn Kilometer vor dem Ziel den Kontakt. An dritter Stelle fahrend, verursachte er dabei auch eine Lücke für Alban Lakata.

Jaroslav Kulhavy erkannte das und machte Tempo. In einer Sandpassage am Strand verlor Sauser den Anschluss an seinen Teamkollegen und Lakata konnte zum Schweizer aufschließen.
Sauser hatte zuvor schon mal die Gruppe verloren weil sich ein Ast in seinem Schaltwerk verfing. „Es ist zum Glück nichts kaputt gegangen, aber ich bin fast zwanzig Minuten hinterher gefahren. Ich habe mich heute super gefühlt“, so Sauser.

Lakata: Endlich mal den Roc-Marathon gewonnen
Er hängte sich ans Hinterrad von Lakata, der seine allgemein bekannte Stärke auf der Fläche ausspielte und Jaroslav Kulhavy rund zwei Kilometer vor dem Ziel wieder erreichte. „Sauser hat dann gleich das Zepter in die Hand genommen, vermutlich weil er dachte, ich wäre müde von der Aufholjagd. Aber ich hatte heute super Beine und konnte die Lücke wieder zufahren“, erzählte Lakata.

Als es 500 Meter vor dem Ziel auf die große Wiesenfläche ging, da setzte sich Lakata an die Spitze und zog unwiderstehlich einen langen Sprint an, dem Kulhavy nichts zu widersetzen hatte. Mit vier Sekunden Vorsprung siegte Lakata nach 83 Kilometern in 3:43:03 Stunden. „Ich bin voll happy. Den Marathon beim Roc d’Azur habe ich noch nie gewinnen können, nur am Sonntag das Cross-Country-Rennen. Jetzt war es auch noch ein Lauf der Marathon World Series, das ist alles perfekt“, kommentierte Lakata seinen Sieg.

Jaroslav Kulhavy zeigte sich nicht besonders enttäuscht. „Es war sehr hart heute, die Beine haben die ganze Zeit weh getan, vielleicht weil ich letzte Woche noch krank war. Ob ich am Sonntag noch mal fahre, werde ich erst am Samstag entscheiden“, so der Tscheche. Sauser hatte sieben Sekunden Rückstand.

131011_FRA_Frejus_RocMarathon_ceremony_inofficial_Sauser_Lakata_Kulhavy_order312_acrossthecountry_mountainbike_by_Kuestenbrueck
Die Podestbesetzung von links: Christoph Sauser (3.), Alban Lakata (1.), Jaroslav Kulhavy (2.). ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Jochen Käß: Lange zwischen Nix und Nirgendwo
Moritz Milatz rollte als Vierter, 1:55 Minuten hinter Lakata ins Ziel, war damit aber nicht unzufrieden. 5:31 Minuten später war Jochen Käß (Centurion-Vaude) der Schnellste der Verfolgergruppe. „Am Anfang ging es recht zäh bei mir, bin dann aber in die große Gruppe wieder rein gefahren. In dem Downhill hat vor mir Urs Huber eine Lücke reißen lassen und ich hing danach zwischen Nix und Nirgendwo. Schade, dass ich die Spitzengruppe nicht erwischt habe. Aber insgesamt bin ich mit Platz fünf auf jeden Fall zufrieden“, erklärte Jochen Käß.

Der frisch gebackene Deutsche Marathon-Meister Robert Mennen bekam irgendwann größere Probleme und fiel immer weiter zurück. „Ich war eigentlich top motiviert, aber irgendwann hat die Muskulatur zugemacht. Kann sein, das liegt daran, dass ich zum ersten Mal seit langem ein Fully gefahren bin“, sagte Mennen.
Er wurde von Käß passiert, der etwa 20 Kilometer vor dem Ziel dann von seinem Teamkollegen Hannes Genze und Urs Huber eingeholt wurde. Auch der Italiener Tony Longo steckte in dieser Gruppe.

„Jochen und ich haben dann gut zusammengearbeitet“, berichtet Genze. Gemeinsam überholen sie noch Ex-Marathon-Weltmeister Periklis Ilias und Martin Fanger und wenige Kilometer vor dem Ziel gelingt es Jochen Käß wegzuziehen und Rang fünf zu erobern.
Hannes Genze war schon am langen Anstieg zurückgefallen und dann alleine gefahren bis er Käß wieder erreichte. Im Sprint um Rang sechs, gelang es Genze Bulls-Fahrer Huber und Tony Longo (TX Active Bianchi) zu distanzieren und 23 Sekunden hinter Käß das Ziel als Sechster zu erreichen.

Bei den Damen siegte Marathon-Vizeweltmeisterin Sally Bigham und sorgte damit für einen Topeak-Ergon-Doppelsieg.

Ergebnisse müssten dann hier zu finden sein.