Roc d’Azur Marathon: Julien Trarieux macht’s im Downhill – Lakata gewinnt österreichisches Sprint-Duell

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Siegertrio des Roc d’Azur Marathons von links: Alban Lakata, Julien Trarieux und Daniel Geismayr ©Roc d’Azur

 

Der Franzose Julien Trarieux (AVC Aix) überraschte beim Canyon Roc Marathon in Fréjus die Konkurrenz und gewann vor den beiden Österreicherin Alban Lakata (Topeak-Ergon) und Daniel Geismayr (Centurion-Vaude), die um Platz zwei sprinteten. Bei den Damen siegte Lakatas Teamkollegin Sally Bigham.

Es war Alban Lakata, der im Anstieg zum höchsten Punkt zwischen Kilometer 40 und 47 für das Tempo-Diktat sorgte und so die größere Spitzengruppe sprengte. Das kostete auch Jochen Käß schließlich den Anschluss, nachdem er in einem Singletrail auch nicht optimal positioniert war.

 

Lakata hatte zuvor schon etwas Rückstand, weil er sich auf seinen Rhythmus konzentrierte, die Spitze aber immer in Sichtweite. „Am höchsten Punkt waren wir dann noch sechs Leute“, erzählt Lakata vom Renn-Geschehen. Es waren dies neben ihm Julien Trarieux, Samuele Porro, Daniel Geismayr, Sebastian Carabin (Merida-Wallonie) und Roel Paulissen (Torpado).

Im folgenden Downhill fiel jedoch einen Vorentscheidung im Kampf um den Tagessieg. Julien Trarieux und Samuele Porro nahmen die vier Minuten lange Abfahrt mit Vollgas und hatten unten eine halbe Minute Vorsprung.

Als man Alban Lakata nachher hörte, der ihm unbekannte Trarieux sei Straßenfahrer, wollte er es kaum glauben. „Ich wüsste nicht, wo ich hätte schneller fahren können“, meinte Lakata.

Doch Trarieux ist gelernter Mountainbiker, hatte 2014 als U23-Fahrer einen Podiumsplatz (3.) beim technisch schweren Weltcup in Mont Sainte Anne zu verzeichnen und war noch letztes Jahr Sechster der Französischen Meisterschaften. Und er kommt aus Nizza, so dass man davon ausgehen kann: Trarieux kennt das Terrain bestens.

Zudem hat er sich nach einer Verletzung durch einen Unfall konkret auf das Roc d’Azur vorbereitet. Das erzählte er nach seinem Sieg im Ziel.

Seinen Mit-Ausreißer Samuele Porro quälten am Ende Krämpfe. So musste er im Finale fast kampflos Alban Lakata und Daniel Geismayr vorbei ziehen lassen.

Lakata gewann den Sprint vor Geismayr. „Es war nicht viel verkehrt heute, ich habe mich echt super gefühlt“, kommentierte der Vize-Weltmeister seinen zweiten Platz mit 55 Sekunden Rückstand auf Trarieux (3:45:31 Stunden).

Jochen Käß: Wattwerte waren extrem

Roel Paulissen hatten die beiden Österreicher abgehängt, Sebastian Carabin zuvor schon Probleme mit der Kette. Der Belgier wurde dann auch noch von Jochen Käß eingeholt.

Käß wurde schließlich Sechster (+4:05). „Ist halt so ein Ergebnis“, meinte er Schulter zuckend nur bedingt zufrieden. „Schon am Anfang wurde brutal schnell gefahren, die Wattwerte waren extrem. Dass Trarieux das fahren kann, damit haben wir nicht gerechnet. Vermutlich hätte ich mit meiner Leistung in einem anderen Jahr gewonnen“, meinte Käß.

Markus Bauer (Kreidler Werksteam) bestätigte fünf Tage nach dem Marathon in Ornans seine prima Form und wurde Zehnter (+6:56). “Ich bin zufrieden, mehr war nicht drin. Ich musste ab Kilometer 30 leider alleine fahren”, erklärte Bauer.

Teamkollege Moritz Milatz wurde weitere 4:13 Minuten später 15., Matthias Leisling (Texpa-Simplon) 17. (+14:04).

 

Damen: Bigham nimmt gleich Reißaus

Europameisterin Sally Bigham konnte sich von ihren Konkurrentinnen bereits im ersten Anstieg verabschieden. „Ich habe mich ziemlich stark gefühlt und bin mit den Männern mitgefahren. Zurückgeschaut habe ich dann nicht mehr“, erzählte Bigham wie es zu ihrem fünften Sieg beim Roc d’Azur Marathon gekommen ist.

„Es ist ein sehr harter Marathon, technisch schwierig, bergauf und bergab. Aber ich habe versucht ihn zu genießen“, meinte Bigham nach ihrem persönlichen Saison-Finale.

Unter den Geschlagenen war gewiss nicht nur Laufkundschaft. Ex-Weltcupsiegerin Tanja Zakelj (Unior Tools) hatte als Zweite 6:12 Minuten Rückstand. Auf Rang drei landete mit 6:47 Minuten Rückstand die Schweizerin Cornelia Hug (Crazy Velo Shop). Das ist durchaus ein überraschendes Resultat, zumal Hug nicht nur Lisa Rabensteiner (Focus XC) um 2:19 distanzierte, sondern auch die Französische Meisterin Helene Marcouyre (BH-Sr Suntour-KMC, +14:06).

Katrin Schwing (Trek-Domatec) belegte nach ihrem dritten Rang von Ornans als beste Deutsche den zehnten Platz (+35:15).

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