Roc d’Azur Marathon: Simon Stiebjahns Flucht nach vorn endet auf dem Podest

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Podium nach dem Marathon beim Roc d’Azur von links: Sebastian Carabin, Samuele Porro und Simon Stiebjahn ©Friedemann Schmude

Der Deutsche Vize-Meister Simon Stiebjahn hat beim Festival Roc d’Azur im französischen Fréjus auf der Marathon-Distanz Platz drei belegt. Der Profi vom Team Bulls erreichte das Ziel nach 82 Kilometern mit 46 Sekunden Rückstand auf den Sieger Samuele Porro und neun Sekunden hinter dem Belgier Sebastian Carabin (Merida-Wallonie). Zwei weitere Deutsche landeten in dem Rennen der UCI Marathon Serie unter den besten Zehn.

Nach einer flachen und hektischen Startphase begann nach etwa fünf Kilometern der erste Anstieg. Simon Stiebjahn hatte dort gleich Probleme und kassierte eine kleine Lücke zur Spitzengruppe, die er aber in der folgenden Abfahrt wieder schließen konnte.
Dasselbe Spiel wiederholte sich am zweiten Berg. „Ich habe gemerkt, dass ich in der Abfahrt viel schneller fahren konnte. Deshalb habe ich alles dran gesetzt, den nächsten kleineren Anstieg vorne dabei zu sein und bin als Erster in die nächste Abfahrt“, erzählte Simon Stiebjahn.
Unten angekommen hatte er rund 40 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger mit Roel Paulissen (Torpado), Samuele Porro, Daniel Geismayr (Centurion-Vaude) und Sebastian Carabin. Zu diesem Zeitpunkt waren 34 Kilometer gefahren.

Im längsten Anstieg über acht Kilometer wurde Stiebjahn allerdings wieder eingeholt. Zwei Kilometer vor dem Gipfel, der bei Kilometer 50 bezwungen wurde, ging Porro vorbei und attackierte sofort.
Der Italiener entkam alleine und holte bis zu einer Minute Vorsprung heraus. Vor der letzten technischen Passage hatte sich Carabin gegenüber Stiebjahn 15 Sekunden herausgeholt. „Ich hatte ein bisschen Angst, dass Geismayr und Paulissen von hinten noch mal herankommen. Aber es hat ja gereicht. Ist natürlich super zum Abschluss der Saison beim Roc d’Azur aufs Podium zu fahren“, erklärte Stiebjahn, der 14 Sekunden vor Geismayr das Ziel erreichte. Roel Paulissen lag weitere neun Sekunden zurück auf Rang fünf.

Fünf Deutsche unter den besten 15
Jochen Käß (Centurion-Vaude) hatte den Anschluss an die Spitzengruppe verloren belegte mit 4:32 Minuten Rückstand Rang sechs. Zwei Minuten später kam Weltmeister Alban Lakata (Topeak-Ergon) als Siebter ins Ziel, 39 Sekunden vor seinem Teamkollegen Robert Mennen, der am Sonntag seine Karriere beendet.
Hinter ihrem dritten Team-Genossen Kristian Hynek, der durch einen Plattfuß aussichtslos zurückfiel und 13. wurde, erreichten mit Markus Bauer („das war alles, was heute drin war“) und Martin Frey noch zwei Deutsche das Ziel unter den besten 15.

Bei den Damen gewann die Polin Michalina Ziolkowska 2:10 Minuten vor der Französin Fanny Bourdon und 5:24 vor deren Landsfrau Helene Marcouyre (BH-Sr Suntour-KMC).

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