Roc Laissagais: Mennen überrascht sich selbst und fährt aufs Podest

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Herren-Podium Roc Laissagais 2015 von links: Frans Claes, Samuele Porro, Tiago Ferreira, Robert Mennen und Periklis Ilias ©Fred Machabert

Tiago Ferreira (Team Protek) macht alles alleine und gewinnt das Roc Laissagais in Frankreich. Hinter Samuele Porro (X-Bionic) landet Topeak-Ergon-Biker Robert Mennen auf Rang drei. Auch Bulls-Pilot Simon Stiebjahn und Markus Bauer von Kreidler überzeugen auf den Positionen acht und zwölf. Bei den Damen siegte Sally Bigham (Topeak-Ergon).

Am besten ist doch immer noch, wenn man sich selbst überrascht. Positiv überrascht. So zumindest wirkte Robert Mennen in seinem Statement gegenüber Kollege Fred Machabert, nachdem er in Laissac nach 87 Kilometern das Ziel erreicht hatte.
„Ich war ziemlich überrascht, dass ich das hohe Tempo bis zum Ende durchhalten konnte und bin glücklich, dass ich ohne Defekt durchgekommen bin“, so der Ex-Marathon-Meister.

Auf dem Kurs mit einem sehr zackigen Profil ging es sehr schnell los. Mennen befand sich in einer zehnköpfigen Spitzengruppe, in der auch Markus Bauer und Simon Stiebjahn unterwegs waren. Nicht dabei: Vize-Weltmeister Alban Lakata, den ein früher Defekt ereilte.

„Ich hatte Schwierigkeiten mit dem hohen Tempo, habe aber alles versucht um in der Gruppe zu bleiben, damit ich nicht alleine bin“, erklärte Mennen. Ihm gelang das besser als Markus Bauer und Simon Stiebjahn. Bauer fiel aus der Gruppe zurück und auch Stiebjahn verlor durch eine Schwächephase den Kontakt.

Die Chance auf den Sieg, wenn es sie denn gegeben hat, verlor Mennen dann aber durch aus fahrtechnischen Gründen. „Ich habe einen Fehler gemacht und wurde abgehängt. Danach musste ich mein eigenes Tempo gehen“, erzählte der Cape-Epic-Sieger von 2014.
Am Ende war es allerdings nur 34 Sekunden, die ihm zum Sieger Tiago Ferreira fehlten. Der hatte sich permanent an der Spitze behauptet und unablässig die Führungsarbeit verrichtet. Auf Rang zwei lag Samuele Porro aus Italien nur vier Sekunden vor Robert Mennen, der sich über seinen dritten Platz aber auch mächtig freuen konnte.

Markus Bauer: Highlight mit Alban
Simon Stiebjahn kam als Achter (+8:28) ins Ziel und versah sein Rennen mit dem Etikett „total zufrieden“. Endlich mal wieder das Ziel gesehen und Punkte geholt. Zwischen Kilometer 25 und etwa Kilometer 40 sei es ihm nicht so gut gegangen. „Da habe ich den Kontakt verloren. Davor und danach habe ich aber einen guten Rhythmus gehabt“, so der Schwarzwälder.

Bei Markus Bauer beendete das Aufkreuzen von Alban Lakata die Schwächephase. Er ging mit dem Österreicher mit, als der von hinten kam. „Die 25 Kilometer mit Alban waren mein Highlight“, meinte Bauer. Gemeinsam erreichten sie nach rund 50 Kilometern wieder die vor ihnen fahrenden Konkurrenten.

Bauer erlitt allerdings genau in diesem ungünstigen Moment einen Defekt und verlor rund fünf Minuten bei der Reparatur. So wurde es am Ende Platz zwölf (+17:09). Schade, das hat mich die Top-Ten gekostet. Aber unter den Umständen bin ich mit Rang zwölf zufrieden“, erklärte Bauer. Zu den „Umständen“ gehörte auch ein Infekt, der in ein paar Tage zuvor ereilt hatte. Erst am Samstag hatte er sich zu einem Start entschlossen.

Zwischen den beiden Schwarzwäldern lag noch Matthias Leisling vom Texpa-Simplon-Team auf dem zehnten Platz. Er hatte mit großen Magenproblemen zu kämpfen. „In Anbetracht der Umstände und der starken Besetzung, geht das Ergebnis für mich in Ordnung, doch natürlich wäre heute an einem normalen Tag noch mehr drin gewesen.“, so Leisling nach dem Rennen.
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Bei den Damen siegte wie erwartet Vize-Europameisterin Sally Bigham. Die Britin ließ Hélène Marcouyre (BH-Sr Suntour-KMC) nach 66 Kilometern 14:05 Minuten hinter sich. Die Belgierin Marlies Beckers lag auf Rang drei weitere 3:46 Minuten dahinter.
Beste Deutsche Jana Zieschank (toMotion by BlackTusk), die 38:16 Minuten später als Zwölfte an die Zeitmessung kam. 36 Sekunden später wurde Stefanie Dohrn (Physio Athletics) 13.
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