Rocky Mountain Marathon Riva: Urs Huber ganz easy – Jolanda Neff mit Spaß, Sturz und Defekt

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Urs Huber triumphiert in Riva del Garda ©Andy Eyring/RTI Sports

Urs Huber vom Team Bulls hat die Langstrecke des Rocky Mountain-Marathon gewonnen. Der Schweizer setzte sich mit einer halben Minuten Vorsprung gegen den Europameister von 2011, den Russen Alexey Medvedev (Trek-Selle San Marco) durch. Centurion-Vaude-Pilot Hermann Pernsteiner gelang als Drittem der Sprung aufs Podest (+2:32). Auf den kürzeren Distanzen mischten auch einige etatmäßige Cross-Country-Fahrer ganz vorne mit. Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing) kam allerdings nicht weit.

 

Urs Huber scheint noch ganz im Hochgefühl seines Cape-Epic-Sieges unterwegs zu sein. Nachdem er am vergangenen Wochenende schon den Tiliment-Marathon gewonnen hatte, übernahm gleich am ersten, zwölf Kilometer langen Anstieg die Regie.

Sein Tempo kostete gleich den einen oder anderen Mitfavoriten den Anschluss. Zum Beispiel musste Weltmeister Alban Lakata (Topeak-Ergon) eine Lücke reißen lassen. „Ich dachte die 30 Sekunden, die gebe ich nicht einfach wieder preis und bin weiter gefahren“, erklärt Urs Huber. In Calino, unweit der ersten Bergpassage, hatte eine vierköpfige Spitzengruppe bereits eine Minute Vorsprung auf Lakata, der mit Matthias Leisling (Texpa-Simplon) die Verfolger anführte.

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Eine erste Spitzengruppe: Vorne Urs Huber und Alexey Medvedev, dahinter Roel Paulissen (links) und Matthias Leisling von Texpa-Simplon ©Andy Eyring/RTI Sports

Aus dem Spitzen-Quartett verabschiedete sich dann Roel Paulissen (Torpado Factory Racing) und nach Kilometer 50 konnte sich Urs Huber von seinen verbliebenen Begleitern Alexey Medvedev und Hermann Pernsteiner in einem Trail etwas absetzen.

„Medvedev ist dann mit der Brechstange in den Anstiegen mehrmals wieder aufgeschlossen“, berichtet Urs Huber. Der Eidgenosse ließ den Russen am letzten Anstieg mit seinen 400 Höhenmetern gewähren, ging aber vor der Abfahrt an ihm vorbei. „Ich glaube, der hat ziemlich Sterne gesehen. Ich hätte mir auch ein Sprint-Finish zugetraut, bin aber in der Abfahrt dann weg gekommen“, erklärt Huber.

„Es ist immer wertvoll hier zu gewinnen. Heute habe ich mich von Anfang an super gefühlt. Zur Zeit läuft es einfach wie von alleine, ganz easy und mit viel Spaß. Ich staune selber.“

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Alban Lakata verfehlte das Podest ©Andy Eyring/RTI Sports

Alban Lakata hatte sich am Anfang etwas verkalkuliert. „Ich wollte mich nicht übernehmen und dachte, dass die vorne das noch büßen werden“, bekannte Lakata. Außer Paulissen musste das niemand, auch wenn Lakata gegenüber Pernsteiner zum Schluss noch mal was gut machen konnte.

„ Klar erwartet man sich ein wenig mehr, aber es ist jetzt keine Schande“, meinte der Österreicher nach seinem vierten Platz (+4:58). „Meine Wattwerte sind okay, nur das Körpergewicht ist noch etwas zu hoch. Das merkst du auf so einem Kletterkurs natürlich.“

Bester Deutscher wurde Andreas Seewald (Centurion-Vaude) auf Rang sieben (+13:07).

Olympiasieger Jaroslav Kulhavy lag bei der ersten Zwischenzeit bereits einige Minuten zurück und gab das Rennen auf. Er war bei seinem ersten Rennen nach seinem zweifachen Knochenbruch mit einer Bandage an der linken Hand angetreten.

 

Bei den Damen gewann Katazina Sosna (Torpado Factory Racing) 5:39 Minuten vor Hielke Elferink (Craft-Rocky Mountain), sowie Katrin Schwing (Trek Domatec, +17:26).

 

Jolanda Neff (Stöckli Pro Team) gewann die Ronda Grande über 74 Kilometer. Die Weltranglistenerste im Cross-Country hatte sich kurzfristig für einen Start am Gardasee und damit gegen das kleine Rennen in ihrem Heimatort Thal entschieden. „Ich denke, das ist eine bessere Vorbereitung auf die EM“, erklärte Neff. „Letztes Jahr bin ich vor dem Weltcup ja auch die Marathon-EM in Singen gefahren.“

Bereits an der ersten Zwischenzeit hatte Neff zehn Minuten Vorsprung heraus geholt. Im Ziel waren es 52 Minuten auf Andrea Meier (3SaM Racing), obwohl die Schweizerin noch einen Defekt beheben musste und einen Sturz verzeichnete. „Wunderschönes Wetter, coole Strecke, hat Spaß gemacht mal einen Marathon zu fahren“ bilanzierte Jolanda Neff.

Bei den Herren wäre sie übrigens Neunte geworden. Dominik Salcher (Bike Team Kirchberg) kam mit der schnellsten Zeit ins Ziel, 1:54 Minuten vor Robert Mennen (Firebike-Drössiger).

Wolfram Kurschat (Koch Engineering-Müsing Bikes) gewann Ronda Piccola (44km) mit 2:18 Minuten Vorsprung auf U23-Fahrer Simon Schneller vom Bike Junior Team powered by Bulls. Der gewann den Sprint um Platz zwei gegen Jörg Scheiderbauer (Raceextract Racing Team) und Jakob Hartmann (CEP Racing).

Bei den Damen siegte auf diesen 44 Kilometern Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing) mit sieben Sekunden Vorsprung auf Nadine Rieder (AMG-Rotwild), die im abschließenden Downhill den Rückstand noch mal deutlich verringern konnte. Dritte wurde Theresia Schwenk (Radon Factory Racing) mit 15:32 Minuten Differenz.

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