Rothaus Bike Giro#2: Julian Schelb verteidigt Gelb mit Etappensieg

FOTO | Sprint-Finish: Julian Schelb feiert seinen zweiten Etappensieg vor Simon Stiebjahn (rechts) und Moritz Milatz ©Erhard Goller

Auf der 65,4 Kilometer langen zweiten Etappe des Rothaus Bike Giro hat der Münstertäler Julian Schelb erneut triumphiert. Im Sprint einer Dreiergruppe sprintete der Biker von Stop&Go Marderabwehr in Grafenhausen vor Simon Stiebjahn (Team Bulls) und Moritz Milatz (Kreidler Werksteam) als Erster über die Ziellinie und verteidigte damit seine Gesamtführung vor Stiebjahn, der Markus Bauer an zweiter Stelle ablöste.

 

Nach rund 20 Kilometer riss die bis dahin große Spitzengruppe in Ewattingen zum ersten Mal auseinander. Im Flow Trail stürzte Simon Stiebjahn in einem Anlieger, kurz darauf ein zweites Mal und auch Markus Bauer rutschte an einer Brücke am Ausgang des Trails weg.

So entstand eine fünfköpfige Spitzengruppe, mit Luca Schwarzbauer (Lexware), mit Auftaktsieger Julian Schelb, Moritz Milatz, Nicola Rohrbach und mit Sascha Weber (Craft-Rocky Mountain), der aber später abreißen lassen musste.

Bei Kilometer 30 lag Markus Bauer etwa 25 Sekunden dahinter und noch mal 15 später führte Simon Stiebjahn eine dritte Gruppe an, zu der auch Thijs van Amerongen (Destil ZZpr.nl) gehörte.

„Es hatte keinen Sinn gegen die Fünf vor mir anzukämpfen, deshalb habe ich mich dann zurückfallen lassen“, erklärte Markus Bauer.

In der Verfolgergruppe konnten sie dann gemeinsam Tempo machen und kamen der Spitze immer näher.

Ein Trio schafft den Anschluss

Bauer, van Amerongen und Stiebjahn schafften den Anschluss an das verbliebene Quartett ganz vorne. Dort machte Luca Schwarzbauer viel Führungsarbeit und verhinderte damit unwissentlich, dass sein Teamkollege Vinzent Dorn den Anschluss finden konnte.

„Es lief heute unglaublich gut“, freute sich Schwarzbauer, ohne zu wissen, dass er seinen Teamkollegen damit gewissermaßen strafte.

Als es in die letzten drei Kilometer ging, wurde an einem matschigen Anstieg noch mal in die Vollen gegangen. Schwarzbauer bekam Krämpfe und Bauer hatte dieselben Probleme.

Schelb in der entscheidenden Kurve vorne

Julian Schelb, Simon Stiebjahn und Moritz Milatz konnten sich absetzen und um den Sieg sprinten. Schelb hatte das bessere Ende für sich weil er in der entscheidenden Kurve vorne lag, so dass seine beiden Mitstreiter nicht mehr vorbei fahren konnten.

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Die gerade entstandene siebenköpfige Spitzengruppe und dahinter Vinzent Dorn, der den Anschluss nicht mehr schafft ©Erhard Goller

„Wir sind den langen Berg gleichmäßig hoch gefahren und die Drei haben zu uns aufgeschlossen. Es war ganz gut, dass es keine ganz so große Gruppe mehr geworden ist“, erklärte Schelb zum Renngeschehen. „Ich kannte die Zieleinfahrt nicht genau und habe einfach gehofft, dass nach der Linkskurve nichts mehr geht.“

Auf Tagessieg sei er eigentlich nicht gefahren. „Ich habe erst mal nur geschaut, dass ich bei Stiebi und Markus bin. Insofern war es relativ entspannt. Aber die Beine waren gut, so dass ich mit Moritz auch mal weggefahren bin, weil die Anderen keine Führung mehr machen wollten.“

Stiebjahn: War schwierig ruhig zu bleiben

Simon Stiebjahn war erst mal „froh“, dass er trotz der zwei Stürze am Ende keinen Zeitverlust hinnehmen musste. „Es war erst mal schwer, ruhig zu bleiben. Mit Markus war ich dann der Stärkste in der Verfolgergruppe, aber es war gut noch mehr dabei zu haben, damit man wenigstens mal kurz abgelöst wurde“, erklärte der Deutsche Vize-Meister im Cross-Country.

Stiebjahn erwartet auf der dritten Etappe eine Vorentscheidung. „Ich schätze morgen, wird es Abstände geben.“

Milatz: Die Beine waren gut

Moritz Milatz scheint dafür auch gut gewappnet. „Ich wusste nur, dass es am Schluss noch mal eine steile Rampe gibt, aber die Zieleinfahrt habe ich nicht gekannt. Das ist ein bisschen ärgerlich, weil von den Beinen her mehr drin gewesen wäre“, erklärte Milatz, der am Vortag beim Zeitfahren 48 Sekunden verloren hatte.

In der Gesamtwertung führt Julian Schelb nach zwei von vier Tagen mit 26,2 Sekunden Vorsprung auf Simon Stiebjahn. Markus Bauer liegt 45 Sekunden dahinter auf Rang drei, jetzt vor Moritz Milatz (+0:48).

Cyclo-Cross-Spezialist Thijs van Amerongen (Niederlande) ist Fünfter (+0:54).

Luca Schwarzbauer hat sich als Tages-Sechster (+0:39) auf diese Position auch in der Gesamtwertung (+1:40) verbessert.

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