Rothaus Bike Giro#3: Adelheid Morath holt sich das Gelbe zurück

FOTO | Zurück in Gelb: Adelheid Morath ©Erhard Goller

 

Mit einem klaren Sieg auf der dritten Etappe des Rothaus Bike Giro hat Adelheid Morath am Feldberg das Gelbe Trikot der Leaderin zurückerobert. Nach 76,6 Kilometern und 2340 Höhenmetern überquerte die Bikesportworld-Fahrerin die Ziellinie mit 5:37 Minuten Vorsprung auf Clarissa Mai (Link Rad Quadrat). Auf Rang drei landete Miriam Oeschger (Centurion Follow Me), die nach der Königsetappe jetzt auch in der Gesamtwertung auf dieser Position zu finden ist.

 

In der Anfangsphase der Etappe ging es aus Sicht der beiden besten Damen etwas turbulent zu. „Unabsichtlich“, wie es Adelheid Morath formulierte, hätte sie gegenüber Clarissas Mai mal einen Vorsprung heraus gefahren, den die Hausacherin im Verbund mit einer Männer-Gruppe wieder egalisieren konnte.

Dann fiel Morath für kurze Zeit sogar hinter Clarissa Mai zurück. „Ich habe eine Abkürzung übersehen und war auf einmal hinter ihr“, erklärte die Freiburgerin. Das wiederum irritierte Clarissa Mai etwas.

Letztlich war das aber nur Geplänkel. Richtig zur Sache ging es in einem Singletrail-Anstieg nach der Hochfirst-Schanze in Titisee-Neustadt.

Dort machte Adelheid Morath Druck. „Ich habe bin im Trail meinen Rhythmus gefahren und konnte eine Lücke reißen. Ich habe versucht am Berg Zeit gut zu machen und das hat auch geklappt. Danach hatte ich eine Männergruppe, in der wir gut zusammen gearbeitet haben. Am letzten Anstieg bin ich dann meinen Rhythmus gefahren“, erklärte Morath wie sie zu ihrem großen Vorsprung kam.

„Die tiefen Temperaturen haben es heute ganz schön hart gemacht. Aber die Strecke mit den Trails hat mir heute besser gefallen als das viele Windschatten-Fahren von gestern“, so die 33-Jährige.

“Eine zähe Sau”

Clarissa Mai kam ebenfalls ziemlich verfroren an der Feldberg-Talstation an. Ein männlicher Begleiter warf der U23-Fahrerin ein herbes, aber freundlich gemeintes „du bist eine zähe Sau“, zu. “Du hast ja immer die Lücken zu gefahren.”

Clarissa Mai lachte. „Ich habe mich den letzten Anstieg voll hochgekämpft und so viel Gels genommen wie noch nie.“ Sie zeigte sich nicht enttäuscht, dass die Zeit im Gelben Trikot nach einem Tag schon wieder vorbei war.

„Adelheid ist Profi und hat schon einige Etappenrennen gefahren in ihrer Karriere. Da sollte sie schon vorne sein. Ich bin auf jeden Fall zufrieden, wie es für mich läuft“, meinte Mai, die nach der vierten Verpflegungszone in Altglashütten den Rest alleine bewältigen musste.

Miriam Oeschger: Ausgerechnet auf der Königsetappe

Als Dritte feierte Miriam Oeschger Podiums-Premiere. 9:08 Minuten nach Morath (3:52:30) passierte sie, ebenfalls frierend die Ziellinie.

„Ich habe ein klein wenig mit einem Podest-Platz beim Giro geliebäugelt. Aber, dass es auf der Königsetappe klappt, damit hätte ich nicht gerechnet“, sagte Oeschger, die erst spät mit dem MTB-Sport begonnen hat.

Auf der ersten Abfahrt hätte sie „nichts riskiert“ und deshalb auch erst mal wieder Positionen gut machen müssen. An den ersten beiden Tagen sei es noch nicht so gut gelaufen. „Gestern ging die ersten 30 Kilometer gar nix“, schüttelte Oeschger den Kopf.

Nachdem Helen Grobert (Cannondale Factory Racing) wie angekündigt nicht mehr angetreten ist, schob sich Oeschger mit ihrem dritten Rang am Feldberg an der Luxemburgerin Fabienne Schaus (LC Tetange) vorbei und hat jetzt eine gute Chance die Rundfahrt auf dem dritten Gesamtrang zu beenden.

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