Rothaus Bike Giro#3: Stiebjahn fährt ins Gelbe – Schelb als großer Pechvogel

FOTO | In der Spitzengruppe: Moritz Milatz, Simon Stiebjahn und zu diesem Zeitpunkt auch noch Julian Schelb ©Erhard Goller

 

Beim Rothaus Bike Giro hat es nach der dritten Etappe mit Start und Ziel am Feldberg bei den Herren einen Führungswechsel gegeben. Simon Stiebjahn (Team Bulls) gewann die 76,6 Kilometer lange Distanz im Sprint vor Moritz Milatz (Kreidler Werksteam) und Nicola Rohrbach (goldwurstpower.ch/Felt). Großer Pechvogel: Julian Schelb (Stop&Go Marderabwehr), der durch einen Kettenriss viel Zeit und das Gelbe Trikot verlor.

 

Nach knapp 50 Kilometer, im Anstieg zum Hochfirst, nutzte Simon Stiebjahn einen Singletrail, um die bis dahin noch über zehn Fahrer zählende Gruppe zu dezimieren. Übrig blieben fünf Fahrer.

Dieses Quintett fuhr gemeinsam von Lenzkirch in Richtung Altglashütten, als eine Vorentscheidung, nicht nur im Kampf um den Tagessieg, fiel. Etwa 17 Kilometer vor dem Ziel riss beim Träger des Gelben Trikots die Kette.

Der Münstertäler Julian Schelb, der bis dahin weiterhin einen starken Eindruck hinterlassen hatte, verlor als Tages-15. über acht Minuten und damit alle Chancen auf den Gesamtsieg.

Von hinten fuhr der Tscheche Matous Ulman noch mal auf, doch Simon Stiebjahn und Moritz Milatz rissen dann eine kleine Lücke.

Während Markus Bauer im steilen Anstieg nach Altglashütten Farbe bekennen musste, konnten Ulman und Nicola Rohrbach noch mal aufschließen.

Stiebjahn: So wollte ich das Gelbe Trikot eigentlich nicht gewinnen

Im Finale nutzte Simon Stiebjahn seine Streckenkenntnis. Als Rohrbach vor der Skibrücke über die Bundesstraße anzog, ging Stiebjahn mit. „Ich wusste, dass es auf den letzten 400 Metern auf der Wiese noch mal richtig schwer wird, weil es so holpert“, so Stiebjahn zum Finale.

Er ging im richtigen Moment vorbei und ließ sich seinen ersten Etappensieg nicht mehr abjagen.

„Es war eine sehr harte Etappe. Aber sehr schade, dass ich das Gelbe Trikot so übernehme. Ich hätte

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Der Glückliche und der Pechvogel: Simon Stiebjahn profitierte von Julian Schelbs Pech und übernahm von ihm das Gelbe Trikot ©Erhard Goller

es gerne ehrlich erobert. Es gut mir echt leid für Julian, war richtig stark“, erklärte Stiebjahn, der mit einem Vorsprung von fünf Sekunden auf Moritz Milatz nach 3:12:47 Stunden das Ziel erreichte.

24 Sekunden liegt er vor der abschließenden Etappe in Feldberg jetzt vor Moritz Milatz. Der ärgerte sich über den verpassten Etappensieg. „Wie lange ich schon kein Rennen mehr gewonnen habe. Heute war ich so nah dran“, schüttelte er den Kopf. „Ich wusste einfach nie, wie weit es noch bis zum Ziel ist“, verwies er auf seine fehlende Streckenkenntnis.

Dennoch lässt die finale Etappe mit 54,6 Kilometern mit 1660 Höhenmetern noch viele Optionen offen.

Rohrbach: Giro als Formaufbau

Nicola Rohrbach belegte Platz drei (+0:13). „Es ging heute schon viel besser als gestern. Da hatte ich muskuläre Probleme“, konstatierte der Schweizer. Nach drei Wochen Rennpause sei es klar gewesen, dass er noch nicht voll konkurrenzfähig sein würde. „Ich werde die volle Cyclo-Cross-Saison fahren und ich nutze den Rothaus Bike Giro als Formaufbau“, erklärte der Cape-Epic-Dritte von diesem Jahr. „Mal schauen wie es morgen geht.“

Bauer muss loslassen

Markus Bauer rutschte hinter Kreidler-Teamkollege Milatz auf den dritten Gesamt-Rang, war aber mit seiner Leistung zufrieden. „Nach Altglashütten musste ich einmal kurz loslassen und bin dann mit Matous und Niggi nicht mehr nach vorne gekommen. Aber ich bin mit meiner Form sehr zufrieden und wie ich fahre. Ich hoffe, ich kann meinen Platz auf dem Podium morgen verteidigen“, sagte Bauer, der als Fünfter (+1:18) das Ziel erreichte und 1:37 Minuten zurückliegt. Rohrbach liegt ihm allerdings im Nacken.

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