Rothaus Bike Giro#4: Simon Stiebjahn verteidigt Gelb – Julian Schelb gewinnt Schlussetappe

FOTO | Die beiden Hauptprotagonisten des Rothaus Bike Giro: Gesamtsieger Simon Stiebjahn (in Gelb) und der dreifache Etappensieger Julian Schelb. Dahinter kämpft der Gesamt-Zweite Moritz Milatz um den Anschluss ©Erhard Goller

 

Der Münstertäler Julian Schelb (Stop&Go Marderabwehr) hat auf der finalen Etappe des Rothaus Bike Giro über 54,6 Kilometer mit Start und Ziel am Feldberg seinen dritten Tagessieg gelandet. Im Kampf um den Gesamtsieg triumphierte Simon Stiebjahn (Team Bulls) als Tages-Dritter hinter Moritz Milatz (Kreidler Werksteam), der nicht die Beine hatte, um noch mal einen Angriff auf das Gelbe Trikot zu lancieren.

 

In der Abfahrt nach Todtnau riss die große Spitzengruppe auseinander. Bis dahin hatte vor allem der Tscheche Matous Ulmann (Ceska Sporitelna) für das Tempo gesorgt und auch den Fluchtversuch von Matthias Bettinger (Lexware) und Christoph Soukup (Texpa-Simplon) wieder gekontert.

Markus Bauer (Kreidler Werksteam) riss auf diesem Downhill eine Lücke. Bewusst, weil er gerne einen kleinen Vorsprung in den fast neun Kilometer langen Anstieg zum Leistungszentrum Herzogenhorn mitnehmen wollte.

„Dadurch konnte ich unten meinen Rhythmus suchen und musste nicht reagieren“, erklärte Bauer.

15 Sekunden hinter ihm kamen Simon Stiebjahn und Julian Schelb aus der Unterführung der B317 hervor. Weitere drei Sekunden dahinter nahm Moritz Milatz den Anstieg in Angriff. Er hatte eine Lücke kassiert, weil vor ihm Nicola Rohrbach (goldwurstpower.ch/Felt) den Anschluss verpasste.

„Das war nicht ideal, aber ich hätte heute auch nicht die Beine gehabt, um Stiebi anzugreifen“, erklärte Milatz später. Er schloss zu Stiebjahn und Schelb auf und gemeinsam holten sie auch Markus Bauer ein.

Schelb findet einen Rhythmus

Dann schlug die Stunde von Julian Schelb, der nach seinem riesigen Pech vom Tag zuvor erneut die Moral und die Verfassung hatte, sein Potenzial auszuspielen.

„Ich habe schnell meinen Rhythmus gefunden. Einen Kilometer sind sie mir noch gefolgt, dann war ich alleine“, erklärte Schelb seinen dritten Etappensieg.

Er hatte zwischenzeitlich rund eine Minute Vorsprung, am Ende waren es 33 Sekunden vor Moritz Milatz, der das Finish der Verfolger gewann, fünf Sekunden vor Simon Stiebjahn. Die beiden hatten den Schweizer Michael Stünzi (Team Pedale-Simplon) noch auf Rang vier verwiesen. Stünzi hatte im Anstieg die Verfolger passiert und lag zwischenzeitlich auf Rang zwei.

Julian Schelb hatte am Samstag alle Chancen auf den Gesamtsieg eingebüßt. Bis dahin souverän unterwegs, riss ihm die Kette. Er reparierte die Kette, verlor aber über sieben Minuten.

Die Konkurrenten attestierten ihm, dass er auch am letzten Tag wieder der Stärkste gewesen sei. „Ich habe alle Etappen gewonnen, bei denen ich die Chance hatte. Deshalb bin ich auch zufrieden. Das muss ich mitnehmen. Dass es mit dem Gesamtsieg nicht geklappt hat, ist natürlich schade, aber so ist das Rennfahrerleben“, erklärte Schelb.

Stiebjahn: Ein geniales Gefühl

So wurde Simon Stiebjahn Premieren-Sieger des Rothaus Bike Giro, nachdem er beim Vorgänger Trans-Schwarzwald zwar schon mal die Team-Wertung aber noch nie die Einzelwertung gewonnen hatte. „Es ist natürlich schade für Julian. Für mich ist es ein geniales Gefühl vor der eigenen Haustür endlich zu gewinnen, nachdem ich schon Vierter, Dritter und Zweiter war“, bilanzierte Stiebjahn, der in Titisee-Neustadt lebt und auch die Strecke mit ausgetüftelt hat.

Im letzten Anstieg sei er nur noch mit den beiden Kreidler-Fahrern mitgegangen, ohne den Druck Führungsarbeit zu machen.

Kreidler-Duo: Sehr zufrieden mit dem Podium

Moritz Milatz zeigte sich zufrieden mit Gesamtrang zwei. „Schön, dass ich heute noch mal das Verfolgerduell gewinnen konnte. Weil ich ohne das Pech von Julian sowieso nur Dritter geworden wäre, bin ich auch nicht traurig, dass mir am Ende 23 Sekunden fehlen“, meinte der Freiburger.

Sein Teamkollege Markus Bauer wählte die richtige Strategie, um seinen dritten Platz gegenüber Nicola Rohrbach zu verteidigen. Dem gelang kein Angriff mehr.

„Ich bin super glücklich, dass ich hier auf dem Podium stehe“, sagte Bauer. „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich jeden Tag in den Top Fünf ins Ziel komme, hätte ich das gleich genommen. Simon hat verdient gewonnen, er hat das heute voll kontrolliert.”

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