Sabine Spitz: Andorra-Sieg hat mich richtig gepusht

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Sabine Spitz will 2014 noch einmal angreifen ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion


Die dreifache Olympia-Medaillengewinnerin Sabine Spitz (Haibike) nimmt ihre 21. Mountainbike-Saison in Angriff. Die 41-Jährige hat sich den Draht aus der operierten Schulter entfernen lassen und ist am Montag zum Training nach Zypern gereist. Die Saison 2014 könnte ihre Letzte sein, muss aber nicht.

Zwei Jahre noch, hatte sich Sabine Spitz nach den Olympischen Spielen 2012 vorgenommen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie 2016 in Rio de Janeiro ihre fünften Olympischen Spiele bestreitet auf ein Prozent beziffert. „Rio? An der Copacabana vielleicht“, hatte sie gescherzt.
Vor kurzem kam nach einem Pressegespräch die Option 2016 doch wieder ins Spiel.

„Ich habe da gesagt, die Saison 2013 bin ich ja nur halb gefahren (wegen der beiden Schulter-Verletzungen), deshalb muss ich das eigentlich bis 2015 verlängern. Dann sind wir schon im vorolympischen Jahr…“, erklärt Spitz das Zustandekommen der Meldung. Kann man ja 2016 quasi auch gleich noch mitnehmen. Dann wäre sie 44 Jahre alt.
Sabine Spitz lacht. Vorerst bleibe es dabei: am Ende der nächsten Saison wird über den Fortgang der Karriere entschieden.

Die 21. könnte also die letzte Saison werden. Muss aber nicht. Die Nummer 20 hat ambivalente Signale ausgesendet. Zwei Schultereckgelenks-Sprengungen auf der einen Seite, der zwölfte Deutsche (Cross-Country-)Meistertitel und ein sensationeller Weltcupsieg in Andorra auf der anderen Seite, das waren die Extreme und dazwischen gab es fast nichts.

“Wer hoch fliegt,…”
Die zweite Verletzung in Pietermaritzburg war dann so deprimierend, dass sich Sabine Spitz sogar mit dem vorzeitigen Karriere-Ende befasste. „Wer hoch fliegt, fällt tief“, bringt sie den Kontrast auf den Punkt, der für sie erst einmal schwer auszuhalten war.

„Der Sieg in Andorra hat mich noch mal unheimlich gepusht. Die fünf Wochen bis zur WM habe ich mit sehr viel Motivation und Selbstbewusstsein trainiert. Die Form vor der WM war wesentlich besser als vor Albstadt (vor der ersten Verletzung). Ich war in Südafrika körperlich und mental top drauf“, sagt die Südbadenerin, die ihre eigene Leistungsfähigkeit immer sehr gut einzuschätzen weiß. So stand nach der WM 2010 (auf Medaillenkurs Defekt) und der WM 2012 (auf Medaillenkurs Defekt nach Sturz und Kollision mit Gunn-Rita Dahle-Flesjaa) auch die in 2013 unter keinem guten Stern.

2014 nimmt Spitz noch einmal Anlauf auf ihre 14. WM-Medaille (zwei im Team). Oder besser gesagt zwei Anläufe, denn die Marathon-WM in Pietermaritzburg hat sie auch auf dem Programm. „Die wichtigsten Ziele sind klar: EM in St. Wendel, Marathon-WM und Cross-Country-WM in Hafjell“, sagt sie. Dass sie beim Weltcup Albstadt auch gut abschneiden will, ist auch klar. Das ist eine Woche vor der EM, so dass die Form auch da schon die obersten Bereich erreicht haben wird.

Mit positivem Gefühl in die Pause
Den langen Weg dahin beginnt Sabine Spitz diese Woche auf Zypern, wo sie traditionell ihre Arbeit an der Grundlage beginnt. Cross-Rennen seien in diesem Winter nicht geplant.

Die so genannten Kirschner-Drähte, zur Fixierung des Schultereckgelenks, wurden ihr jüngst entfernt. „Es macht sich in der Bewegungsfreiheit schon bemerkbar“, freut sich Spitz, die vor fünf Wochen ja noch die Marathon-DM in Münsingen bestritten hat.

„Das war wichtig, um mit einem positiven Gefühl in die Pause zu gehen“, erläutert sie. Und das sei ihr gelungen, auch wenn es am Ende „nur“ Silber war. „ „Klar, war ich in den feuchten Passagen etwas gehemmter, aber es war wichtig noch mal die Belastung zu haben. Aber ich habe eine Medaille gewonnen, also bitte“, betont Spitz.