Cape Epic: Sauser und Kulhavy vor Gesamtsieg

 Sauser_Kulhavy_capeepic_stage6_finish_acrossthecountry_mountainbike_xco_by absacapeepic
Christoph Sauser (links) und Jaroslav Kulhavy gewinnen in Stellenbosch ihre vierte Etappe. ©AbsaCapeEpic

Das Gelbe Trikot der 10. Absa Cape Epic bleibt sicher in den Händen von Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy. Die beiden Specialized-Biker vom Team Burry Stander-Songo gewannen in Stellenbosch nach 99 Kilometern ihre vierte Etappe und legte dabei weitere 2:37 Minuten zwischen sich und den Bulls-Fahrern Karl Platt und Urs Huber. Auf Rang drei (+5:27) festigten Tim Böhme und Thomas Dietsch (Bulls 2) ihre Position auf diesem Platz in der Gesamtwertung.

Das zweite Bulls-Team mit Simon Stiebjahn und Stefan Sahm überraschte hinter den Südafrikanern Philipp Buys/Matthys Beukes (Scott Factory Racing) auf einem starken fünften Platz. Die Cannondale-Biker Marco Fontana und Manuel Fumic kamen als Achte ins Ziel.

Es waren ungefähr noch 30 Kilometer zu fahren, die zweite Verpflegungsstelle lag hinter den beiden führenden Teams, da schwanden die Hoffnungen von Bulls, das Blatt in der Gesamtwertung noch zu wenden dahin. In einem Anstieg zogen Jaroslav Kulhavy und Christoph Sauser davon.
Schon vor der ersten Verpflegungsstelle bei Kilometer 30, am Ende des längsten Anstiegs, waren die Träger des Gelben Trikots und ihre schärfsten Widersacher Karl Platt und Urs Huber in Führung gegangen.
Die beiden anderen Bulls-Teams versuchten zwar noch einmal die Lücke zu schließen, doch es gelang nicht.
So baute das Quartett die Führung nach und nach aus, bis es dann zur finalen Attacke von Sauser/Kulhavy kam. „Wir wussten, dass es da zum Show-Down kommt. Jaro hat dann einfach einen Gang hoch geschaltet“, berichtet Christoph Sauser.

Sauser von Stellenbosch „magnetisch“ angezogen
Aus der Sicht von Urs Huber sah das so aus: „Wir haben heute noch mal alles auf eine Karte gesetzt und gleich am ersten Berg das Tempo gemacht. Kulhavy sah nicht mehr so frisch aus, aber sie sind mitgekommen. Als es dann nach der Flachpassage in den Berg hinein ging, da habe ich meinen Rhythmus nicht schnell genug gefunden und sie sind uns weg gefahren.“
6:21 Minuten Vorsprung haben der Schweizer und der Tscheche vor den abschließenden 54 Kilometern von Stellenbosch ins Lourensford Wine Estate. Karl Platt und Urs Huber müssten auf ein Wunder hoffen, auch wenn man die letzte Etappe nicht unterschätzen sollte.
„Sie waren jeden Tag stärker als wir. Wenn wir gewonnen haben, dann hatten sie ein Problem gehabt. Es kann immer noch was passieren, aber wenn nicht, dann werden sie verdient gewinnen“, meinte Urs Huber.
„Mich hat heute Stellenbosch magnetisch angezogen. Ich hoffe, ich kann morgen wieder umpolen“, war Christoph Sauser zu Scherzen aufgelegt. Der Schweizer lebt in den Wintermonaten vorrangig in Stellenbosch.

Finale Etappe: Angriff der Cross-Country-Fahrer?
Es wäre keine Überraschung, wenn noch einmal ein paar Teams speziell auf einen Etappensieg gehen würden. Zum Beispiel Nino Schurter und Florian Vogel (Scott-Swisspower), die es nach ihrem zweiten Platz am Freitag diesmal wieder ruhiger angehen ließen. Oder auch Manuel Fumic und Marco Fontana, wenn sie nach ihrer konstanten Fahrt durch die bisherigen sieben Tag noch Energien frei setzen können. Das gilt auch für Rudi van Houts und José Hermida (Multivan-Merida), die Tages-Siebte wurden. Die vielen kürzeren Anstiege könnten den etatmäßigen Cross-Country-Fahrern entgegen kommen.
„Wir werden mitgehen, ohne was zu riskieren. Angriff ist die beste Verteidigung, dann bleibst du konzentriert“, kündigte Christoph Sauser an, dass man die Etappenjänger nicht einfach ziehen lassen wird. Er glaubt, dass Scott-Swisspower „zu 100 Prozent morgen gewinnen wollen.“

Simon Stiebjahn zeigt sein Potenzial – Böhme hat einen Hänger
Simon Stiebjahn, der in sechs Tagen 23 Jahre alt wird, zeigte auf dieser schweren sechsten Etappe, dass er mittelfristig bei der Cape Epic zum Podiumskandidaten werden kann. Der Schwarzwälder blieb auch am siebten Tag stabil in seiner Leistungsfähigkeit, relativ gesehen wurde er sogar noch stärker.
„Ich habe schon am ersten Berg gesehen, dass Stefan und ich heute gut drauf sind“, erzählte Stiebjahn. Sie bildeten mit Böhme/Dietsch und Buys/Matthys eine drei Teams starke Verfolgergruppe und mussten sich erst am letzten Anstieg den beiden Südafrikanern im Kampf um Rang vier geschlagen geben. Dennoch verbesserten sich Bulls 3 auf Platz sieben der Gesamtwertung.
Zuvor schon hatten sich Böhme und Dietsch abgesetzt. „Es war heute nicht mein stärkster Tag, aber ich bin viel mit Moral gefahren. Jemand wie Stefan in der Gruppe zu haben , ist Gold wert. Er ist erfahren und weiß was Sache ist“, bekannte Tim Böhme.
Nach einem „Hänger mittendrin“, erholte er sich wieder und konnte am Schluss wieder in den „Race-Modus“ schalten, der ihn und Thomas Dietsch dann auf Platz drei brachte. Der Vorsprung auf Rang vier in der Gesamtwertung (Hermida/van Houts) beträgt jetzt über 18 Minuten.

Bei den Damen gab es zur Abwechslung mal einen Etappensieg von Sara Mertens und Laura Turpijn (C-Bear), vor den Gesamtführenden Yolanda Speedy und Catherine Williamson (Energas).
Ergebnisse