SM Langendorf: Ein heißes Duell und der Sieger? Nino Schurter!

 

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Diese Reihenfolge hatte auch im Ziel Bestand: Nino Schurter vor Florian Vogel, hier allerdings vor Ende der vorletzten Runde ©Erhard Goller

 

Zwei Titel binnen einer Minute für das Scott-Odlo-Team: Nino Schurter verteidigte in Langendorf seinen Schweizer Meistertitel vor Florian Vogel (Focus XC) und Lukas Flückiger (BMC Racing), während Andri Frischknecht kaum eine Minute später als Sieger in der U23-Kategorie das Ziel erreichte.

 

Auch wenn der Sieger am Ende wieder der Top-Favorit war, die Schweizer Meisterschaft der Herren war eine interessante Angelegenheit. Zum Pechvogel avancierte Mathias Flückiger, dem Ende der fünften von acht Runden die Kette aus der Führung fiel, so dass er sich bei heißen Temperaturen aus dem vormaligen Spitzentrio mit Nino Schurter und Florian Vogel verabschieden musste.

Flückiger verlor zwar nicht viel Zeit, wurde aber von den Verfolgern geschluckt. „Danach war ich ein bisschen demotiviert und als Lukas eine kleine Lücke riss, da bin ich natürlich nicht hinterher gefahren“, so der Stöckli-Fahrer. „Vielleicht hatte ich zu wenig Kettenspannung. Ich denke, ich hätte bis zum Schluss mitfahren können.“

 

Lukas Flückiger hatte nach eigenem Bekunden zu Beginn „nicht die ganz guten Beine“ und verlor den Kontakt zur Spitze als die von hinten in die ersten U23-Fahrer zu überholen hatte, die später gestartet waren.

 

Doch in den letzten drei Runden begann der BMC-Fahrer eine Aufholjagd. Er verkürzte seine Rückstand bis Anfang letzte Runde von 38 Sekunden auf 13. „Ich habe gar nicht bemerkt, dass Lukas von hinten kam. Ich dachte, wir haben schon viel mehr Vorsprung“, bekannte Nino Schurter, dass er erst von Florian Vogel auf die Situation aufmerksam gemacht wurde. „Flo hat immer gesagt, die kommen, die kommen“, konnte Schurter später lachen.

Es war nur einer, der kam, doch genug, um in der letzten Runde das Tempo noch mal hoch zu ziehen.

Die Entscheidung im Kampf um den Titel fiel vor dem letzten Singletrail. Beide Kontrahenten wollten an der Spitze in diese Passage hinein, Schurter gewann den Sprint darum. „Mir war klar, dass ich dann ein kleines Loch reißen kann und so war es dann auch. Auf der Strecke war es schwer vorher eine Differenz zu machen“, erklärte Schurter, nachdem er jubelnd die Ziellinie passiert hatte.

Für den Churer war es der fünfte Meister-Titel in der Elite.

Vogel: Habe alles probiert

„Ich habe alles probiert, die Form stimmt. Auch schon vorher habe ich versucht ihn unter Druck zu setzen, aber Nino war klar stärker. Mein Plan war auch als Erster in den Singletrail zu kommen, aber ich habe es nicht geschafft. Ich fand die Strecke cool, ein wenig speziell, aber sie hat Spaß gemacht“, erklärte Florian Vogel, der mit sechs Sekunden Rückstand das Ziel erreichte.

 

Lukas Flückiger holte mit 33 Sekunden Rückstand Bronze. „Ich habe sie vor den letzten beiden Anstiegen vor mir gesehen, aber ich sie haben Gas gegeben und ich hatte nichts mehr zuzusetzen. Das Rennen lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber mehr als die Bronzemedaille ging heute nicht“, so Flückiger.

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Andri Frischknecht auf dem Weg zum U23-Titel ©Erhard Goller

 

U23: Frischknecht geschockt von Forsters Pech

In der ersten Runde hatten sich in der U23 Lars Forster (Wheeler-iXS), Andri Frischknecht und Marcel Guerrini (Focus XC) bereits abgesetzt, als es zu einem Zwischenfall kam.

Top-Favorit Lars Forster stürzte bei einem Sprung und kugelte sich die Schulter aus. Damit war für den U23-Weltcup-Führenden das Rennen beendet.

„Ich war erst mal geschockt als Lars so schwer gestürzt ist. Aber dann bin ich einfach zugefahren. Es hilft ja nichts“, so Andri Frischknecht.

Marcel Guerrini nahm er für die nächsten beiden Runde noch an seinem Hinterrad mit, doch dann war dem Focus-Fahrer das Tempo des Feldbachers zu schnell. Der baute seinen Vorsprung auf über 45 Sekunden aus und holte sich seinen ersten Titel in der U23.

„Es ist natürlich cool, dass ich jetzt das Trikot tragen darf“, freute sich Frischknecht.

 

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Ein glücklicher Team-Chef zwischen seinen beiden Titelgewinnern: Von links Andri Frischknecht, Thomas Frischknecht und Nino Schurter ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Marcel Guerrini musste seinen Silber-Rang in der letzten Runde noch an Florian Chenaux (Zimmermann-Bergamont) weiterreichen. „Erst mal wünsche ich Lars auf diesem Wege gute Besserung. Er ist einer meiner besten Kollegen und es ist mega schade, was ihm passiert ist. Ich hatte am Ende noch Krämpfe und konnte mich gegen den Angriff von Florian Chenaux nicht mehr wehren. Aber ich bin glücklich mit der Medaille, das war mein Ziel“, so Guerrini (+0:57).

 

Chenaux sprach davon, dass er „am Anfang gar keine guten Beine hatte“, es dann aber immer besser gegangen sei. Nach der besten Schluss-Runde wurde Chenaux (+0:41) mit der Silbermedaille dekoriert.

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