Sprint-Events: Federspiel unterliegt in Riva einem Downhiller und gewinnt sein Heimspiel

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Johannes Fischbach (links) im Halbfinale neben Lubomir Vojta und vor Marco Schätzing. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Der Eliminator Sprint in Riva del Garda hatte mit Downhill-Spezialist Johannes Fischbach einen Überraschungs-Sieger. Der Ghost-Fahrer bezwang Europameister Daniel Federspiel (Ötztal-Scott) und Timo Häfner vom Radwerk Racing Team. Am Tag darauf hielt sich Federspiel in Haiming schadlos und gewann im Ötztal vor Sepp Freiburghaus und Gregor Raggl (Ötztal-Scott). Bei den Damen heißen die Siegerinnen Sabine Stampf und Lisa Mitterbauer

Erste Auflage eines Eliminators in Riva, erster Sprint von Johannes Fischbach und gleich der erste Sieg. Im Finale setzte sich der frühere Weltklasse Four-Cross-Fahrer vor einer ansehnlichen Zuschauerkulisse gegen Daniel Federspiel und Timo Häfner durch.
Schleyer-Hallen Sprint-Sieger Lubomir Vojta stürzte an zweiter Stelle liegend im Finale beim Sprung über eine Brücke und verletzte sich am Schlüsselbein. So war der Weg frei für Johannes Fischbach, der den Start gewonnen hatte. Ihm kam sicher entgegen, dass er mit dem Start aus einem Start-Gatter heraus mehr vertraut ist, doch was er mit seinem Pumptrack-Bike über die Hindernisse anstellte, war auch eine Augenweide.

„Ich wollte das hier als Training nutzen“, meinte ein, über seinen Sieg etwas verblüffter Johannes Fischbach. Timo Häfner profitierte von Vojtas Sturz, konnte aber in den Zweikampf um den Sieg nicht eingreifen. Dennoch war für den Reutlinger schon der Final-Einzug ein toller Erfolg.

Der Zweite Daniel Federspiel war nicht ganz glücklich mit den Sicherheitsvorkehrungen und bezeichnete den Sprint als „den gefährlichsten, den ich bisher gefahren bin“. Er wolle den Veranstalter nicht schlecht machen, doch das wäre ihm zu riskant gewesen.

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Podium in Riva, von links: Daniel Federspiel, Johannes Fischbach und Timo Häfner ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Eyrings Sturz endet mit Gehirnerschütterung
Dass Andi Eyring (Bergamont) im Halbfinale stürzte und sich eine gute Woche vor der Sprint-DM in Saalhausen eine leichte Gehirnerschütterung zuzog, war aber nicht den fehlenden Sicherheitsmaßnahmen geschuldet. Eyring hatte beim Versuch an Daniel Federspiel vorbei zu ziehen über eine Brücke einfach zu viel Schwung und knallte auf der Fläche auf.

Das kleine Finale gewann Marco Schätzing (Fujibikes-Rockets) vor Denis Böttle (Katrin SchwingTrek-Domatec) und dem Downhiller Fabian Fader (Solid Factory).

Bei den Damen siegte hauchdünn und überraschend die unbekannte Sabine Stampf (RADinternational Mallorca) vor Nadine Rieder (AMG-Rotwild) und Aurelia Höbel (Auto Brosch Kempten).
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HAIMING: Federspiel macht’s taktisch
Am Freitag ließ sich Daniel Federspiel beim Heim-Rennen seines Teams dann die Butter nicht vom Brot nehmen und gewann zum dritten Mal den Sprint beim Ötztaler Mountainbike Festival. Im Finale, das über drei Asphalt-Runden führte, wartete Federspiel am Hinterrad von Sepp Freiburghaus (Thömus) taktisch klug ab und ging dann auf der langen Start-Zielgerade vorbei, als es in die letzte Runde ging.

„Ich habe probiert das wieder taktisch anzugehen und es ist mir geglückt. Sepp hat gleich Vollgas gegeben und ich habe versucht dran zu bleiben. Der Sprint hier, das ist für mich ein Highlight“, erklärte Federspiel, der am kommenden Wochenende in Imst seinen Österreichischen Meistertitel verteidigen will.

Ein Selbstläufer war das in Haiming für den Weltcup-Gesamtsieger indes nicht. Mit Recht verwies er darauf, dass drei von vier EM-Finalisten unter den letzten Vier vertreten waren. Der EM-Dritte Sepp Freiburghaus zeigte sich mit Rang zwei zufrieden. „In der dritten Runde ist Feder halt vorbeigeflogen. Ich habe dann auf der Brücke noch einen kleinen Fehler gemacht und habe es dann auf der Zielgerade nicht mehr geschafft“, erklärte der Schweizer, der aber Gregor Raggl auf Distanz hielt.
„Für mich als Nicht-Sprinter ist das auf jeden Fall ein gutes Resultat“, meinte Raggl lachend. Er schaffte es immerhin mit Stefan Peter (Strüby-BiXS) den EM-Vierten hinter sich zu lassen.

Junger Deutscher gewinnt kleines Finale
Daniel Voitl (Bike Junior Team) eroberte mit dem Sieg im kleinen Finale überraschend den fünften Rang. Er hatte im Halbfinale Probleme ins Pedal zu kommen und deshalb keine Chance sich für die besten Vier zu qualifizieren. Dafür ging er das kleine Finale mit dem gleichen taktischen Muster an wie Federspiel und holte sich Rang fünf. „Ich bin echt zufrieden, ist prima gelaufen“, freute sich Voitl.

Lexware-Fahrer Georg Egger hatte den umgekehrten Weg gewählt und war gleich los gestürmt. Das musste der 19-Jährige am Ende bezahlen. Er wurde noch auf Rang vier, also Gesamtrang acht, durch gereicht. Im Halbfinale war er gestürzt und hatte sich den Oberschenkel aufgerieben.

Mitterbauer gewinnt bei den Damen – Wehrle auf dem Podest
Bei den Damen holte sich die Österreichische Meisterin Lisa Mitterbauer (Feenstra-Felt Kenda) den Sieg. Mitterbauer übernahm in der zweiten Runde die Führung von Michelle Hediger (Fischer-BMC) und gab sie nicht mehr ab. Mitterbauer, die in Nals schon Dritte war, will dieses Jahr häufiger bei Sprint-Rennen antreten. Für Michelle Hediger war es erst das dritte Eliminator-Rennen ihrer Karriere. „Ich muss noch ein bisschen Erfahrung sammeln. Deshalb bin ich schon zufrieden“, meinte sie zu Rang zwei.

Mit Lena Wehrle (Lexware Junior Team) landete eine Deutsche auf Rang drei. „Echt super“, fand die Schwarzwälderin das. „Eine Woche vor der Sprint-DM ist das eine tolle Vorbereitung und es lief richtig gut“, meinte sie. Auf der langen Geraden hätte sie immer eingebüßt, über die Hindernisse jedoch wieder Zeit gut machen können. Auf Rang vier wurde Jennifer Kupferschmied (Wheeler-iXS) notiert, während Corina Gantenbein (Fischer-BMC) das kleine Finale gewinnen konnte.
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