Sprint-Intermezzo: Simon Gegenheimer im Interview

Sprint-Intermezzo: Simon Gegenheimer im Interview
Simon Gegenheimer bei seinem ersten Weltcupsieg 2013 in Hafjell, im Deutschen Meister-Trikot, das er nächste Woche wieder erobern will ©Michal Cerveny

 

In zehn Tagen stehen die fünften Deutschen Meisterschaften im Eliminator-Sprint auf dem Programm. Auch der zweifache Titelträger Simon Gegenheimer wird im Gegensatz zum Vorjahr wieder mit dabei sein. Mit zwei Weltcupsiegen und fünf Podest-Plätzen ist Gegenheimer der erfolgreichste deutsche Sprinter und auch am 11. Juni in Bodenmais der Mann, den es zu schlagen gilt. Auch wenn sein Hauptaugenmerk der WM in Nove Mesto gilt. Hier ist ein Interview mit dem 27-Jährigen vom Team Rose-Vaujany fueled by Ultrasports das der Veranstalter als PM versendet hat.

Simon, Du bist an den vergangenen beiden Wochenenden die Cross-Country-Weltcups in Albstadt und im französischen La Bresse gefahren. Sind die Beine schon wieder frisch?
(Lacht). Im Moment sind sie k.o.

K.o.?
Ja klar, die ersten beiden Tage nach einem Cross-Country-Rennen. Da geht es die ersten zwei Tage ein bisschen schwer, aber dann geht es relativ schnell wieder.

Wie sind die Rennen aus Deiner Sicht verlaufen. In La Bresse hattest Du Defekt?
Ja, ich musste drei, vier Mal anhalten, um kaputte Speichen grade zu biegen. Die Tage zuvor habe ich mich eigentlich gut gefühlt, die Beine waren gut, die Werte auch. Schon in Albstadt war ich gut drauf, aber ich habe am Start eine Welle erwischt und bin gestürzt. Ohne guten Start kann ich eigentlich kein gutes Cross-Country-Rennen fahren. Dafür ging es noch ganz gut nach vorne.

Die Ergebnisse waren dementsprechend nicht so gut, aber es hört sich so als ob die Form im Grunde ganz gut war.
Ja, ich komme meinem Ziel unter die besten 60 der Welt zu fahren, immer näher. Mittelfristig sind auch die Top 40 möglich.

Heißt das, Du tendierst wieder mehr in Richtung Cross-Country?
Nun, unser Team Rose-Vaujany fueled by Ultrasports ist grundsätzlich so aufgestellt, dass jeder im Team alle Disziplinen ausüben darf. Weil man sich überall weiter entwickeln kann, was lernen kann. Mein Hauptfokus ist Cross-Country und Sprint-WM, aber ich fahre auch Marathon- und Enduro-Rennen.

Du erwähnst die Sprint-WM als wichtiges Ziel.
Ja, ein wichtiges Rennen, aber mit kurzfristiger Vorbereitung.

Weil es im Saisonverlauf nicht anders möglich ist?
Nein, weil es eben auch noch andere Ziele gibt und der Kalender eng gestrickt ist. Ich habe drei Wochen Zeit, die ich voll nutzen werde und ich denke, das reicht auch. Die Deutschen Meisterschaften in Bodenmais passen da ideal rein.

WM Podium 2015_Andorra_vl_Sam Gaze(Nzl)_Daniel Federspiel(Aut), Simon Gegenheimer_by Armin M. Kuestenbrueck.
Der größte Erfolg für den Super-Sprinter: Bronze bei der WM in Andorra, hinter Sam Gaze (links) und Daniel Federspiel ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Die DM ist dann im Grunde so was wie eine Generalprobe für die WM?
Ja genau. Weil ich nur drei Wochen Vorbereitung habe, werde ich in Bodenmais nicht ganz erholt sein, aber ich werde voll motiviert sein. Es ist eine DM und jeder will den Titel, wie ich natürlich auch. Es geht aber auch darum Material und Taktik für die WM zu testen. Ich werde also schon mit dem Material am Start stehen, das ich auch bei der WM benutze.

Um welches Material geht es da?
Zum Beispiel um den Reifen. Ich werde einen sehr schnellen Reifen fahren. Es kommt jetzt drauf an, wie die Strecke bei der DM ist, aber dafür könnte es im ungünstigen Fall dann der falsche Reifen sein. Auch mit der Schaltung habe ich in den vergangenen Jahren rumgespielt.

Ziel bei der DM ist aber trotzdem der Titel?
Ja, ich rechne mir durchaus Chancen aus. Ich bin der Einzige, der bisher zwei Deutsche Meistertitel im Sprint geholt hat. Da die Vorbereitung jetzt so kurz ist, werde ich nicht super enttäuscht sein, wenn ich nicht Meister werde. Es geht erst mal auch um die WM. Aber wenn ich im Finale stehe, fahre ich nicht um Platz zwei, das ist klar.

Du bist 2015 nicht sehr viele Sprints gefahren. Vermisst Du das Prickeln, das diese Art von Wettkampf vermittelt?
Ja, es ist schon was Spezielles, wenn man beim Sprint am Start steht. Vor allem in den Heats. Aber das kommt dann. Ich habe es voriges Jahr bei der WM gespürt, da war das Gefühl sofort wieder da.

Die Konkurrenz ist vermutlich schwer einzuschätzen, oder?
Nun, ich denke, die Fahrer, die schon Meister waren (Simon Stiebjahn und DaviHorvath), haben sich Ambitionen und muss man auf der Rechnung haben. Wenn es um die Medaillen geht, gibt es zwei Hand voll Fahrer, die da mitmischen können. Es wird spannend.