Swiss Bike Cup Muttenz: U23-Weltmeister Sam Gaze top – Mathias Stirnemann Dritter

FOTO | Die Top Drei eingangs der letzten Runde: Sam Gaze, Gerhard Kerschbaumer und Matthias Stirnemann ©Erhard Goller

 

Beim Swiss Bike Cup in Muttenz bei Basel hat sich der neuseeländische U23-Weltmeister Sam Gaze (Specialized Factory Racing) durchgesetzt. Er bezwang den Italiener Gerhard Kerschbaumer (Torpado Gabogas) und Matthias Stirnemann aus Gränichen. Olympiasieger Nino Schurter hatte nach einem Kettenriss in der zweiten Runde keine Chance und wurde 23.

 

Im Reitstadion Schänzli entwickelte sich das erwartete taktische Rennen. In Runde zwei von acht griff Thomas Litscher (jb Brunex Felt) an und holte mit Sam Gaze im Schlepptau erst einmal einen Vorsprung heraus. Da ist Nino Schurter nach seinem Kettenriss und später noch einem Reifendefekt schon nicht mehr dabei.

Das Duo Litscher/Gaze lag zwischenzeitlich rund 20 Sekunden vorne, doch die Verfolger arbeiteten gut zusammen und Litscher und Gaze wollten zu einem so frühen Zeitpunkt noch nicht ihr ganzes Pulver verschießen.

Aus der achtköpfigen Spitzengruppe, die sich dann gebildet hatte, griff zwei Runden vor Schluss der Italiener Gerhard Kerschbaumer an. Der Dritte vom Weltcup in Mont Sainte Anne entkam mit Sam Gaze und Matthias Stirnemann.

Kerschbaumer und Gaze diskutieren

„Ich habe mitbekommen, wie sich Sam und Gerry diskutiert haben und dachte, jetzt muss ich dabei sein“, erzählt Stirnemann lachend.

Das Trio ging gemeinsam in die letzte Runde, wo es Sam Gaze war, der am einzigen Anstieg der Runde die entscheidende Attacke lancierte.

Der Neuseeländer riss die Lücke und verteidigte sie nach der Abfahrt auf dem verbleibenden Flachstück. „Es war ein sehr taktisches Rennen und ich bin glücklich, dass ich das vor dem Weltcup-Finale gewinnen konnte“, sagte Gaze.

Gerhard Kerschbaumer sprach von einem „komischen Rennen“, war aber mit seinem Ergebnis vollkommen zufrieden. „Sam war der Stärkste, er ist auch mit Kopf gefahren“, so Kerschbaumer, der 2013 U23-Weltmeister war und 16 Sekunden Rückstand ins Ziel kam.

Stirnemann: Wieder Selbstvertrauen gewonnen

Matthias Stirnemann eroberte Rang drei (+0:20). „Ich hatte einen schlechten Start und musste mich mit Gerry erst nach vorne fahren. Es hat zwei Runden gedauert, bis ich mich erholt habe, aber dann lief es gut. Seit zwei Wochen fühle ich mich wieder frisch und habe Selbstvertrauen gewonnen. Schade, dass es für die WM-Selektion bei mir nicht gereicht hat. Umso wichtiger ist, dass ich in Val di Sole noch mal ein gutes Rennen fahren kann.“

Auf den Plätzen vier und fünf kamen Lokalmatador Nicola Rohrbach (goldwurstpower.ch/Felt) und Thomas Litscher (jb Brunex-Felt) ins Ziel.

Christian Pfäffle: Mit der Pistole am Kinn

Bester Deutscher war Christian Pfäffle (Möbel Märki), obschon er sich am Anfang „ziemlich schwer“ tat. „Ich hatte gar keine guten Beine“, gestand er, „und gleich am ersten Berg ein riesiges Loch zur

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Christian Pfäffle arbeitet sich nach vorne ©Erhard Goller

ersten Gruppe“.

Drei Runden lang kämpfte er mit sich selbst. Er investierte in den Flachpassagen, um die Lücke zur nächsten Gruppe zu schließen, wurde am Berg dann aber wieder abgehängt. „Da bin ich dann schon mit der Pistole am Kinn angekommen“, so Pfäffle.

Dann kam er aber zunehmend besser ins Rollen und am Ende gewann er die interne Auseinandersetzung in seiner Gruppe.

Am Ende war er 15. (2:57) und damit „ganz zufrieden, in Anbetracht des Umstands, dass es mir die ersten Runden gar nicht gut ging.“

Gluth findet: geiles Training

Im Sprint von Pfäffles Gruppe wurde Martin Gluth (Novus OMX) 19. (+2:59). „Ich bin einmal etwas über mein Limit gegangen und habe meine Gruppe verloren. Ansonsten habe ich mich gut gefühlt. Ich mag dieses Rennen, es macht einfach Spaß und ist ein geiles Training“, kommentierte Gluth.

Moritz Milatz (Kreidler Werksteam) quittierte seinen 23. Platz (+4:41) mit dem Wort „Trauerspiel“ und Julian Schelb (Stop&Go Marderabwehr), der zu Beginn noch in der Spitzengruppe vertreten war, mühte sich dann nur noch durch die Konkurrenz und wurde mit 5:02 Minuten Rückstand 27.

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