Swiss Bike Cup Solothurn: Jolanda Neff setzt ihre Siegesserie fort

 

FOTO: Etwas unglücklich verlor Sina Frei (hinten), den Sprint gegen Jolanda Neff ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Es war ihr erste Saisonsieg und zugleich der 15. beim Swiss Bike Cup in Serie. Die Weltranglistenerste Jolanda Neff (Kross Racing Team) gewann in Solothurn in einer Sprintentscheidung gegen Sina Frei (jb Brunex-Felt), nachdem die U23-Weltcupsiegerin kurz vor dem Ziel einen Fehler machte. Linda Indergand (Focus XC) wurde 16 Sekunden dahinter Dritte, Nadine Rieder (AMG-Rotwild) Neunte. Bei den Junioren wurde das Duell zwischen Alexandre Balmer und Joel Roth durch einen Defekt entschieden. Das Rennen der Juniorinnen ging an die Gesamtführende Nadja Grod.

Es war ein, für Solothurn typischer Rennverlauf. Immer wieder schlossen sich auf der langen Asphaltpassage zwischen Wald und Start-Zielbereich die Lücken. So gingen noch sechs Damen gemeinsam zum vierten Mal in den Berg hinein.

Dort trennte sich das Sextett in zwei Teile. Neff, Frei und Indergand bildeten das Spitzentrio, das Esther Süss (4.), Nicole Koller (Möbel Märki, 5.) und Katrin Stirnemann (Radon Factory XC,6.) zurückließ.

Bei Dauer-Regen war es am letzten Anstieg die Swiss Bike-Cup-Führende Sina Frei, die sich einen Vorsprung heraus fahren konnte. Fast 20 Sekunden auf Neff und noch mehr auf Indergand wurden gemeldet. Doch auf der Abfahrt und in der folgenden Asphalt-Passage holten Neff und Indergand noch mal auf und 500 Meter vor dem Ziel waren die Abstände auf zehn, 15 Meter zusammen geschrumpft.

Sina Frei bog als erste in den Schanzengraben ein und sah wie die sichere Siegerin aus. Doch an einem Baumstamm entschied sie sich abzusteigen und drüber zu laufen, während Neff drüber sprang.

„Ich hatte nach dem Aufsteigen den falschen Gang drin und bin auch nicht gleich ins Klickpedal gekommen“, erklärte Sina Frei, wie und warum sie den Vorsprung hergeben musste. „Schade, aber ist schon okay, die Form wird immer besser“, sagte Frei. Eine erste Enttäuschung war ihr allerdings anzumerken.

Jolanda Neff war zeigte sich dagegen überglücklich. „Ich freue mich unheimlich, ich kann es noch gar nicht glauben. Es ist mein erster Saisonsieg und jetzt konnte ich auch meine Serie im Swiss Bike Cup fortsetzen“, so die Europameisterin.

Seit 2014 hat sie alle Rennen der Schweizer Serie gewonnen, an denen sie gestartet ist.

Linda Indergand nahm ihren dritten Rang gelassen. „Die beiden waren am Anstieg stärker als ich, aber ich bin ganz zufrieden“, sagte die Focus-Fahrerin.

Lichtblick bei Nadine Rieder

Nadine Rieder (AMG-Rotwild) wurde Neunte (+4:34) und war damit sehr zufrieden. Das Raynaud-Syndrom, mit dem sie zu tun hat, machte sich durch den Regen ab der zweiten Runde bemerkbar. „Ab da sind die Finger und die Zehen abgestorben, aber ich habe versucht sie warm zu halten und es ging so einigermaßen. Es hat heute auf jeden Fall wieder Spaß gemacht. Wenn die Füße warm sind, ist auch die Kraft da“, so Rieder.

In der letzten Runde musste sie die Schweizerin Andrea Waldis (Clif Pro Team, +4:19) ziehen lassen, doch das konnte sie in dem Fall verschmerzen. „Nachdem die letzten Wochen deprimierend waren, glaube ich, es geht jetzt aufwärts“, meinte Rieder, der das schlechte Wetter aufgrund ihres körperlichen Handicaps mächtig zusetzte.

Miriam Oeschger (Centurion-Follow Me) wurde 18. (+9:20).

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Pünktlich zum Damen-Start begann es in Solothurn zu regnen. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Junioren: Sprint fällt aus wegen Defekt

Im Rennen der Junioren kam es zu einem Duell zwischen Alexandre Balmer (Cimes Cycle) und Joel Roth (Head Pro Team). Weil der Swiss-Bike-Cup-Führende Jorin Gabriel (jb Brunex Felt) von Anfang an Probleme mit seiner Schaltung hatte, war das Duo bereits nach dem Berg der ersten Runde alleine und arbeitete bis zur letzten der fünf Schleifen zusammen.

Im Anstieg beschleunigte Balmer, ging als Erster in die Abfahrt und erst als er unten auf der Flachpassage auf dem Asphalt war, drehte er sich um.

„Joel war nicht mehr da“, erklärte Balmer. Wo er ihn verloren hatte, das musste Roth aufklären. „Ganz unten, kurz vor dem Asphalt habe ich Luft aus dem Reifen verloren“, erzählte Roth, „sonst wäre es wohl zu einem Sprint gekommen.“ Er habe den Eindruck gehabt, dass er am Berg stärker gewesen sei. „Mir ging es eigentlich ganz gut.“

So trennte das Duo im Ziel 20,5 Sekunden, Balmer gewann in 1:07:39 Stunden.

Gabriel mit vielen Handicaps

Luca Schätti (Wheeler Pro Team) gewann 3:51 Minuten später den Sprint um Rang drei gegen Jorin Gabriel, dem dann direkt nach der Ziellinie auch noch der Reifen platzte.

Gabriel hatte nicht nur Probleme mit seiner Schaltung, sondern ließ auch noch den Wechsler an einem Busch hängen und traktierte danach das Schaltwerk mit dem Fuß, um es wieder halbwegs in Gang zu bringen.

Zudem machte die Sattelstütze noch Probleme und in den Beine kam es auch noch zu Krämpfen. Gabriel schüttelte den Kopf: „Mal schauen wie es weiter geht.“

 

Juniorinnen: Nadja Grod ab Runde zwei solo

Bei den Juniorinnen konnte Nadja Grod (VC Hägglingen) in der zweiten Runde ihre Begleiterin Tina Züger abschütteln. Über die Sprünge war Grod die Schnellere und fuhr von da an alleine ihrem zweiten Saisonsieg entgegen.

Mit 34 Sekunden Rückstand erreichte Züger (Tower Sports) als Zweite das Ziel, während Sarina Marti von Fischer BMC mit 1:35 Minuten Rückstand den dritten Rang eroberte.

 

 

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