U23-Vizeweltmeister Julian Schelb wird Profi

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Julian Schelb, hier bei seinem zweiten Platz beim U23-Weltcup in Mont Sainte Anne, tauscht 2014 das Rot im Trikot gegen Grün ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Das Multivan-Merida Biking Team hat Julian Schelb unter Vertrag genommen. Der U23-Vizeweltmeister kommt vom Lexware-Rothaus Team und hat für zwei Jahre bei der Equipe um José Hermida und Gunn-Rita Dahle-Flesjaa unterschrieben.

Nach einem Jahr Pause wird das in Magstadt basierte Multivan-Merida Team wieder einen deutschen Fahrer an Bord haben. „Wir haben die Gelegenheit genutzt und deshalb zugeschlagen“, sagt Teamchef Andi Rottler gegenüber acrossthecountry.net, „Julian Schelb zu verpflichten, hat sich jetzt eben angeboten.“

Schon vor einem Jahr hatte Rottler auf die Frage, warum ein deutsch basiertes Team keine deutschen Fahrer mehr hat, orakelt: „Das kann sich in einem Jahr schon wieder ändern.“ Ob er dabei an Julian Schelb dachte, ist nicht bekannt, aber dass man für 2014, spätestens aber 2015 noch einen jüngeren Fahrer dazu holen wollte, das schon. „Wieder einen deutschen Fahrer mit großer Perspektive zu haben, das ist natürlich auch für unseren Partner Volkswagen von Bedeutung“, so Rottler.

„Der Verjüngungsprozess ist damit abgeschlossen“, konstatiert der Teamchef. „Wir sind uns im klaren darüber, dass Gunn-Rita (Dahle-Flesjaa) und José (Hermida) keine Ewigkeiten mehr aktiv sein werden. Die Jungen können jetzt noch von ihnen lernen.“

Trainer Näf als Kontakt-Mann
“Zunächst einmal freuen wir uns, dass sich Julian für uns entschieden hat. Er ist ein Mann für die Zukunft, und nach dieser nochmaligen Verjüngung des Kaders können wir nun in Ruhe planen“, wird auch Team-Manager Fabian Aust in einer Pressmitteilung des Teams zitiert.

Schelb soll 2014 in seinem letzten U23-Jahr auch noch im U23-Weltcup fahren. Man könne sich das leisten, so gut wie man in der Elite aufgestellt ist, sagt Rottler und für Moral und Motivation seien Podestplätze im U23-Weltcup besser. Außerdem feiere das Team gerne noch in einer dritten Kategorie Top-Resultate.

Seit vielen Jahren hat mal wieder ein männliches deutsches Talent einen Profi-Vertrag unterzeichnen können. Für Julian Schelb hat sein Coach Ralph Näf, der bis 2012 noch selbst die für Multivan-Merida fuhr, den Kontakt angebahnt. „Ich denke bei Multivan-Merida findet Julian ein optimales und professionelles Umfeld, in dem er sich wohl fühlt und in dem er sich entwickeln kann. Das war für uns beide das Wichtigste“, erklärt Näf.

„Mein Ziel war es vor dieser Saison für ein Profi-Team interessant zu werden. Es ist natürlich super, dass ich bei einem solchen Top-Team untergekommen bin. Ich freue mich riesig auf die Mannschaft“, sagt der Münstertäler selbst.

Daniel Berhe: Wenn er die Chance bekommt, muss er sie wahrnehmen

Beim Lexware-Rothaus Team hätte man Julian Schelb gerne noch für sein letztes U23-Jahr gehalten, aber trotzdem ist der Schritt für Teamchef Daniel Berhe Teil oder besser: Ziel des ganzen Team-Konzepts.
„Wenn er die Chance bekommt, muss er sie wahrnehmen. Wir freuen uns für Julian. Junge Sportler zu entwickeln und sie im Idealfall an ein Profi-Team weiter zu geben, das war und bleibt unser Ziel“, sagt Berhe. Es sei zum ersten Mal, dass dieser Idealfall eingetreten sei und deshalb auch ein Erfolg der Arbeit seines Teams.

„Ich konnte mit dem Lexware-Team mitwachsen und ohne die immer professioneller werdende Unterstützung hätte ich den Weg zum Profi-Team nicht geschafft. Dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt Julian Schelb in einer Pressemitteilung der Schwarzwälder Equipe.

Für das Lexware Racing Team aus Kirchzarten fuhr Julian Schelb sieben Jahre lang, von der Jugendklasse an. Letztes Jahr fusionierte die Mannschaft mit dem Rothaus Poison-Bikes Team, das ein ähnliches Konzept verfolgt hatte und mit Adelheid Morath auch schon eine Sportlerin in den Profi-Bereich weitergeben konnte.