UCI: Marathon-Serienwertung wird korrigiert, das Weltcup-Podium nicht!

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Christoph Sauser (vorne), Kristian Hynek und Alban Lakata bei der Marathon-EM in Singen, die auch zur Marathon World Series gezählt hat. ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Ein neues Modell für die Marathon World Series, C3-Rennen ganz kurz oder ganz lang und die Podiumsbesetzung im Weltcup. Neben der aktuellen Diskussion um die Zukunft des Eliminator Sprints im Weltcup gibt es noch weitere Punkte im MTB-Regelwerk, die sich 2014 ändern werden. Oder eben nicht. Sofern die entsprechenden Gremien im Radsport-Weltverband zustimmen.

Die Marathon World Series (MWS) ist im zweiten Jahr ihrer Einführung eher ein Ärgernis, denn ein hilfreiches Modul. Die Rangliste, die anhand der Rennen erstellt wird, soll nicht wirklich eine sein, aber sie steht halt da und wird vom Publikum und teilweise von Veranstaltern auch so verstanden. „In Südafrika reden sie sogar vom Marathon-Weltcup“, weiß Bulls-Team-Manager Friedemann Schmude.

Das hat man auch bei der UCI registriert. Deshalb wird es 2014 Änderungen geben. Vermutlich aber erst nach der Marathon-WM in Pietermaritzburg im Juni, denn die Serie, die eigentlich nur der WM mehr Teilnehmer bringen sollte, läuft immer von WM zu WM. Das hat Simon Burney, MTB-Koordinator für die Ausdauer-Disziplinen, angekündigt.

Er hat sich mit verschiedenen Verantwortlichen unterhalten, die im Marathon unterwegs sind und auch mit Schmude ein längeres Gespräch geführt. Zwei Kernpunkte werden in der Reform der Marathon World Series wohl umgesetzt.

Erstens werden Fahrer nur noch eine begrenzte Zahl von Ergebnissen der MWS ins Ranking einbringen können (die Rede ist von sechs).
Zweitens soll das Punkteschema zugunsten einer höheren Bewertung von Siegen und Podestplätzen verändert werden. Bisher war das Schema 40, 39, 38, 37,…, was dazu geführt hat, dass sechs 15. Plätze besser waren wie drei erste Ränge.
„Die Serie bildet die realen Kräfteverhältnisse nicht ab“, erklärt Friedemann Schmude, „deshalb haben die besten Marathon-Fahrer die Serie gar nicht ernst genommen.“

Mit dem künftigen Modell erhöht sich auch für die Veranstalter der Wert des MWS-Status, die Attraktivität eines Serien-Rennens steigt. „Der Sinn ist ja auch, dass gute Leute am Start stehen“, sagt Schmude. Die Zahl von sechs Rennen in der Wertung würde das für die Marathon-Elite auch erstens finanzierbar machen und zweitens terminlich die Chance offen lassen, weiter die großen Etappenrennen und andere bedeutende Events zu bestreiten.

Rennen der Kategorie C3 werden 2014 für andere Formate als die bisherigen im MTB-Regelwerk aufgeführten geöffnet. Das heißt, in dieser Kategorie kann bei der UCI ein Eliminator Sprint angemeldet werden, ein Short-Race, ein 100-Meilen-Rennen oder andere Distanzen. „Wir hoffen, dass wir dadurch Formate für den Kalender gewinnen, die nicht ins übliche Raster passen“, erklärt Simon Burney.

Wenn ein Veranstalter zum Beispiel mehrere Kategorien hintereinander an den Start gehen lässt, dann funktioniert das nicht auf einem sechs Kilometer langen Kurs, was das Maximum der Olympischen Cross-Country-Runde ist. In der C3-Kategorie kann die Runde künftig auch zehn oder zwölf Kilometer lang sein.
Auch den bis dato unangemeldeten und damit für Lizenz-Fahrer eigentlich unerlaubten Rennen, die im Frühjahr für so viele Diskussionen gesorgt haben, soll damit der Weg zur Anmeldung ihrer Wettkämpfe geebnet werden. Ob das funktioniert wird sich zeigen.
Diese Regeländerung bedeutet zudem, dass man zum ersten Mal auch außerhalb des Weltcups Weltranglistenpunkte im Eliminator Sprint gewinnen kann.

Nicht verändert – und das ist auch eine Meldung wert – wird die Zahl der Fahrer und Fahrerinnen, die vom Weltcup-Podium ins Publikum winken dürfen. Es werden weiterhin FÜNF sein. Im Winter hatte die Reduzierung im Regelwerk von fünf auf drei für so große Diskussionen gesorgt, dass sie UCI das wieder zurücknahm.
Laut Simon Burney hat man sich den Argumenten der Teams gebeugt und bleibt bei fünf. Die Profi-Teams sehen das erweiterte Podium als ein zusätzliches Marketing-Tool. Es schien ohnehin so zu sein, dass diese Vorgabe gar nicht aus der MTB-Abteilung des Weltverbands kam, sondern aus dem Straßen-dominierten Zentrum der UCI.