Vaude Trans-Schwarzwald#3: Husarenritt von Stiebjahn – Kaufmann übernimmt Führung

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Simon Stiebjahn gewinnt die dritte Etappe der Vaude Trans-Schwarzwald ©Thomas Weschta/EGO-Promotion

Mit dem Sieg von Simon Stiebjahn ist die dritte Etappe der Vaude Trans-Schwarzwald von Freudenstadt nach Bad Rippoldsau-Schapbach zu Ende gegangen. Der Bulls-Biker vollendete eine fast 50 Kilometer lange Solo-Flucht mit 40 Sekunden Vorsprung auf Markus Kaufmann (Centurion-Vaude), der das Leadertrikot von seinem Teamkollegen Jochen Käß übernahm. Matthias Pfrommer (Haico Racing) wurde bei dem Ausscheidungsfahren in regnerischen und kühlen Bedingungen Tagesdritter (+1:27).
Bei den Damen stürzte die bis dahin Führende Ann-Katrin Hellstern und schied aus. Die Niederländerin Hielke Elferink (Wheeler-iXS) gewann die Etappe und fährt jetzt im Leader-Jersey.

Eine aufregende Etappe nahm ihren Anfang mit einem Ausreißversuch eines Trios – Benjamin Stark, Johannes Wagner und Oscar Pujol –, doch der hatte schon ein Ende, als Simon Stiebjahn und Periklis Ilias (Protek) bei Kilometer 19 angriffen.
Aus dem Duo wurde bald ein Solist weil der Ex-Marathon-Weltmeister aus Griechenland einen Defekt beheben musste. Stiebjahn übernahm die Spitze und kam bei der zweiten Verpflegungsstelle bei Kilometer 37 bereits mit einem Vorsprung von 2:15 Minuten an.

„Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass von hinten eine kleine Gruppe kommt, mit der ich dann mitfahren kann und in der Gesamtwertung Zeit gut machen“, erklärt Stiebjahn im Ziel zu seiner Strategie. Doch es kam niemand und als er auch das dritte Depot als Spitzenreiter erreicht hatte, da begann er um den Sieg zu fahren.

„Zehn Kilometer vor dem Ziel wurde es zäh, zwei, drei Mal war ich kurz vor dem Krampf und ich musste mich quälen“, so Stiebjahn zu seinem Solo im Regen, das sein Team-Manager Friedemann Schmude einen „Husarenritt“ nannte.

Hinter ihm tauchte am letzten Berg Markus Kaufmann auf, 300, 400 Meter Abstand seien das gewesen, doch der Liebhaber von regnerischen Bedingungen war in der letzten technischen Abfahrt stärker und vergrößerte den Vorsprung noch einmal etwas.

„Super, mit einem Etappensieg habe ich nicht gerechnet. Es wird sicherlich schwer den zweiten Gesamtrang zu halten, Käß, Kaufmann und Ferreira sind am Berg einfach stärker. Aber wenn ich den Top Fünf bleibe, dann kann ich zufrieden sein“, meinte Stiebjahn, der in der Gesamtwertung jetzt 1:04 Minuten hinter Kaufmann Zweiter ist.

Käß muss zum Boxenstopp – Ferreira verliert Luft
In der Verfolgung verlief das Rennen turbulent. Jochen Käß kam zwar mit der Verfolgergruppe an die zweite Zwischenzeit-Messung, doch der Mann im Leader-Trikot musste einen Stopp einlegen und sowohl Schuhwerk wie Hinterrad auswechseln.
Eine Gruppe mit Markus Bauer, Sascha Weber (beide Lexware), Markus Kaufmann, Matthias Pfrommer ging als Verfolger-Quartett in einen Schotter-Anstieg hinein.
Tiago Ferreira (Protek) hatte zuvor Defekt gehabt und den mit einer Patrone behoben. Gemeinsam mit Jochen Käß schloss er zu den Verfolgern auf.

Da war aber Markus Kaufmann schon los gezogen, anfänglich noch begleitet von Matthias Pfrommer, doch auch der Calwer musste reißen lassen.
Ferreira griff an und ließ Käß und auch den Rest der Gruppe stehen. In der letzten Abfahrt hatte er jedoch gegen Pfrommer keine Chance.

„Ist natürlich ärgerlich gleich zwei Defekte gleichzeitig zu haben. Das Gute ist, dass die Führung im Team geblieben ist. Tiago war am Berg stärker, da konnte ich nicht mitgehen. Es sind ja noch zwei Tage, mal sehen was noch passiert“, kommentierte Käß den bemerkenswerten Verlauf der 68 Kilometer.

Damen: Hellstern im Pech
Die Freiburgerin Ann-Katrin Hellstern lag bei den Damen der zweiten Zeitmessung nach gut einer Stunde noch mit über einer Minute in Front, doch dann stürzte die BQ-Cycling-Fahrerin so schwer, dass sie aufgeben musste.
Hielke Elferink hatte da schon die zweite Position von ihrer Landsfrau Sanne van Paassen übernommen und setzte sich bis in Ziel noch weiter von der Cross-Spezialistin ab.

Im Ziel hatte Elferink 2:36 Minuten Vorsprung auf Sanne van Paassen und übernahm nach dem Ausscheiden von Hellstern auch das Führungstrikot, 7:32 Minuten vor van Paassen und 22:37 Minuten vor der Luxemburgerin Isabell Klein, die den dritten Tagesrang einnahm.

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