Voroklini: Jolanda Neff siegt trotz Defekt – Sabine Spitz auf Platz fünf

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In der Startloop von rechts: Maja Wloszczwoska, Katrin Leumann, Blaza Klemencic, Gunn-Rita Dahle-Flesjaa und Lisa Mitterbauer. ©Erhard Goller

U23-Weltmeisterin Jolanda Neff (Liv Pro XC) hat beim Cyprus Sunshine-Cup in Voroklini erneut ihre starke Form demonstriert und ihren zweiten Saisonsieg gefeiert. In einem engen Duell ließ sie Blaza Klemencic (Feenstra-Felt) fünf Sekunden hinter sich. Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida) kam mit 50 Sekunden Differenz auf Rang drei vor Vize-Weltmeisterin Maja Wloszczowska (+2:18) und Sabine Spitz (+2:41). Deren Haibike-Teamkollegin Adelheid Morath erwischte keinen optimalen Tag und kam als Achte ins Ziel (+3:47).

Adelheid Morath hatte man in Voroklini als Podest-Kandidatin gehandelt, doch die Freiburgerin hatte an diesem Tag nicht die Verfassung um mit Neff, Klemencic und Co. mitzufahren.
„Ich habe es am Anfang probiert, aber ich habe gleich gespürt, dass es nicht geht. Ich bin nie richtig ins Rennen gekommen“, erklärte Morath. Warum das so war? „Hmm, vielleicht noch von letzter Woche, keine Ahnung. Aber das passt schon, ich wollte das hier nur als Trainingsrennen nehmen.“

Auch Teamkollegin Sabine Spitz ging es beim zweiten CSC-Rennen nicht so gut wie erhofft. „Ich habe mich nicht so richtig ausbelasten können. Fünf bis zehn Puls-Schläge war ich unter Normal“, erklärte die dreifache Olympia-Medaillengewinnerin.
Schon in der ersten Runde verlor sie den Anschluss und fuhr ab der zweiten Runde an fünfter Stelle das Rennen zu Ende.

Jolanda Neff indes demonstrierte gewaltige Stärke. Die 21 Jahre alte U23-Weltmeisterin kompensierte einen Reifendefekt in der ersten Runde. 40 Sekunden hinter den zu diesem Zeitpunkt führenden drei Damen, ging sie an siebter Position in die zweite von vier kompletten Runden (plus 3,2km Startloop).

Sie kämpfte sich noch in der zweiten Schleife zurück an die Spitze. Bis zum Ende der dritten Runde holte sie mit Klemencic gegenüber Gunn-Rita Dahle-Flesjaa acht Sekunden und gegenüber Maja Wloszczowska (Liv Pro XC) weitere 15 Sekunden Vorsprung heraus.

Neff und Downhill: Eine Liebesbeziehung
Das Duo vergrößerte den Vorsprung rasch und im letzten Downhill kam es zu einem aufregenden Finish. Blaza Klemencic führte und Jolanda Neff kam erst einmal nicht vorbei.
Beide erreichten die Asphaltpassage in Voroklini. „Blaza hat die äußere Linie genommen und ich konnte innen durchschlüpfen“, erklärte Neff, wie sie die Slowenin passierte.

„In den Anstiegen habe ich mich sehr gut gefühlt und im Downhill war ich auch nicht langsam. Aber Jolanda, die ist im Downhill so schnell, da hatte ich keine Chance“, bekannte Klemencic.
Sie wirkte ein wenig unglücklich über den Umstand, dass sie mit ihrem Trainingsbike antreten musste. „Leider habe ich mein neues Bike noch nicht bekommen und habe die Gelegenheit hier verpasst mich daran zu gewöhnen. Was das Rennen angeht, geht das Resultat in Ordnung.“

Neff und Downhill, das scheint eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zu sein, hatte sie doch schon beim Afxentia in der Abfahrt zwei Etappen entschieden. Sie lächelte. „Super cool, dass ich nach dem Plattfuß noch gewinnen konnte. Ich habe versucht mein Tempo zu fahren. Es hätte in den beiden Wochen Cyprus Sunshine Cup nicht besser gehen können für mich“, kommentierte Neff. Mit zwei Siegen holte sie sich auch die Gesamtwertung.

Dahle-Flesjaa stark, aber nicht in Form!?
Die neunfache Weltmeisterin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa hatte vorher noch davon gesprochen, dass sie nicht in Form sei. Wie man das Ergebnis jetzt interpretieren müsse?
Dahle-Flesjaa lachte. „Ich habe mich stark gefühlt, aber nicht in Form. Natürlich sollte ich froh sein, es aufs Podium geschafft zu haben, aber der Körper ist noch nicht so weit. Ich musste mich selber kontrollieren und auf meine Stärke setzen. Am Berg ging es gut und technisch auch. Das erste Podium gibt mir Motivation, es war ein guter Fight mit den anderen Damen.“ Übrigens auch wieder mit einem auf sie zugeschnittenen Sattel, der während der Woche auf Zypern angekommen war. Beim Afxentia-Zeitfahren hatte sie den vorigen bei einem Sturz ihn ramponiert.

Maja Wloszczowska war glücklich mit ihrem ersten Saisonauftritt. „Ich hatte einige gesundheitliche Probleme diesen Winter. Deshalb ist es schön gleich wieder vorne dabei zu sein. Auch wenn es zu schnell für mich war, habe ich mich entschieden so lange wie möglich dabei zu bleiben. Es freut mich auch, dass Jolanda für unser Team gewonnen hat“, sagte die Polin.

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