Weltcup Albstadt: 30. Weltcupsieg für Absalon – Fumic Achter

Zweikampf im Shimano Climb: Nino Schurter und Julien Absalon  nutzen die beiden Linien. Foto: Lynn Sigel
Zweikampf im Shimano Climb: Nino Schurter und Julien Absalon nutzen die beiden Linien. Foto: Lynn Sigel


Vor rund 15000 Zuschauern feierte Weltmeister Julien Absalon beim Cross-Country-Weltcup in Albstadt seinen 30. Weltcupsieg. Er profitierte von einem Sturz seines Kontrahenten Nino Schurter 300 Meter vor dem Ziel. Schurter wurde mit elf Sekunden Rückstand Zweiter vor Olympiasieger Jaroslav Kulhavy. Bester Deutscher war Manuel Fumic auf Rang acht.

Das Herren-Rennen in Albstadt, das war gewissermaßen eine Wiederholung von Nove Mesto. Die gleichen fünf Protagonisten auf dem Podium, die ersten Vier allerdings mit verteilten Rollen.
Das Duell an der Spitze hieß diesmal Nino Schurter (Scott-Odlo) gegen Julien Absalon (BMC Racing). Olympiasieger Jaroslav Kulhavy kommt mit den steilen, langen Anstiegen und auch mit den kurvenreichen Abfahrten nicht so gut zurecht und kämpfte dafür mit Florian Vogel um Rang drei.

Die Spitzengruppe zu Beginn des Rennens im Bullentäle: Absalon, Schurter, Vogel und Kulhavy. Foto: Lynn Sigel
Die Spitzengruppe zu Beginn des Rennens im Bullentäle: Absalon, Schurter, Vogel und Kulhavy. Foto: Lynn Sigel

Nachdem der Schweizer seinen Versuch mit seinem Landsmann Schurter und Weltmeister Absalon mitzugehen, in der dritten Runde abbrechen musste, setzte duellierten sich Absalon und Schurter. Die große Zuschauerkulisse erlebte ein packendes Duell, keiner der beiden Kontrahenten konnte aber einen entscheidenden Vorteil heraus fahren.

So kam es in der letzten Runde zum Showdown. Und zwar am letzten Anstieg. Julien Absalon wusste, dass er im Sprint die schlechteren Karten haben würde und griff mehrfach an. „Ich habe es probiert, aber ich habe ihn nicht von meinem Hinterrad bekommen“, schilderte Absalon. „Kurz vor dem höchsten Punkt ist er dann vorbei gesprintet.“

Schurter ging als Erster in die folgende, letzte Abfahrt und als er unten in den letzten Drop hinein fuhr, hatte er einige Sekunden Vorsprung. Der Drop ging gut, doch in der Schotterkurve danach, rutschte Schurter weg und stürzte. Das gab Absalon die Gelegenheit vorbei zu ziehen und mit elf Sekunden Vorsprung seinen 30. Weltcupsieg zu feiern.150531Albstadt_SchurterAbsalonBack_by Lynn Sigel

Nino Schurter: So ist der Rennsport

„Ich habe in der Abfahrt viel riskiert, um dran zu bleiben und gehofft, dass Nino noch einen Fehler macht. So ist es gekommen. Ich bin sehr glücklich über diesen 30. Sieg, denn nach den gesundheitlichen Problemen im Frühjahr habe ich noch etwas Rückstand. Ich mag diesen Kurs in Albstadt einfach, er kommt mir entgegen“, kommentierte Absalon die Wiederholung seines Vorjahres-Sieges.

Nino Schurter im Aufstieg Shimano Climb. Foto: Lynn Sigel
Nino Schurter im Aufstieg Shimano Climb.                                                                                    Foto: Lynn Sigel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nino Schurter musste fast über sich selber lachen, obschon ihn sein Knöchel schmerzte. „Das war ein dummer Sturz, aber so ist halt der Rennsport. Ich habe mich sehr gut gefühlt und hatte den Eindruck, dass ich der Stärkere war“, sagte Schurter.

Jaroslav Kulhavy, der Florian Vogel in der sechsten Runde überholt und sich Rang drei sichert, zeigt sich zufrieden mit seinem Rennen. „Der Kurs liegt mir nicht. Die Anstiege sind zu lang für mich und die Kurven nicht gut, weil mein Körperschwerpunkt zu hoch liegt. Deshalb bin ich damit sehr zufrieden“, meinte der tschechische Specialized-Fahrer.

Florian Vogel (Focus-XC) blieb, wie schon in Nove Mesto nur der vierte Platz, vor dem nächsten Schweizer Mathias Flückiger (Stöckli Pro Team) der in Tschechien auch schon Fünfter war.
Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) konnte seine Vorstellungen nicht in die Tat umsetzen und verfehlte einen Podiumsplatz als Achter deutlich. Mit einem besseren Start hätte es anders aussehen können, doch Fumic wurde in der Startphase eingeklemmt und musste sich einer Position jenseits der 20 erst langsam nach vorne kämpfen.
Allein 47 Sekunden verlor der Kirchheimer in der ersten von acht 4,2 Kilometer-Runden.

Manuel Fumic  Foto: Lynn Sigel
Manuel Fumic im Downhill.                                                                                                               Foto: Lynn Sigel

„Im Endeffekt bin ich mein Tempo gefahren. Ich habe mehr und mehr Leute geholt und habe versucht noch an die Top-Fünf ran zu kommen. Das hat leider nicht mehr gereicht. Mit dem schlechten Start war das heute das Maximum. Zufrieden sein kann ich damit aber eigentlich nicht“, so Fumic, der den Zielsprint um Rang sieben gegen den Schweizer Lukas Flückiger verlor und als Achter nach 34,36 Kilometer am Ende 2:53 Minuten Rückstand aufwies.

Furiose Aufholjagd von Moritz Milatz

Foto: Lynn Sigel
Konnte sich konstant nach vorne kämpfen: Moritz Milatz.                                                         Foto: Lynn Sigel

Moritz Milatz (Koch Engineering-Müsing) zeigte eine furiose Aufholjagd, die schließlich auf Rang 13 (+3:59) endete. Die war nötig geworden, weil sich der Freiburger zu Beginn gar nicht gut fühlte. Zuerst war er nicht mal unter den besten 50 zu finden. „Ich habe heute Nacht schlecht geschlafen und war überhaupt nicht konzentriert, ganz benebelt. Der Biss hat am Anfang gefehlt“, erklärte Milatz. „Irgendwann ist die Konzentration dann gekommen und ich konnte gut aufholen. Die Beine waren in Ordnung. Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen.“

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