Weltcup Cairns 20 years ago: Ein Deutscher und ein Tour-de-France-Sieger

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Das erste Fünfer-Podium bei einem MTB-Weltcup von links: Cadel Evans (5.), Pavel Elsnic (3.), Bart Brentjens (1.), Ralph Berner (2.) und Mike Kloser (4.). ©Twitter/BartmnBrentjens

Cairns, das wird den internationalen MTB-Sport die nächsten drei Jahre begleiten, denn bis zur WM 2017 wird der australische Ort im internationale Kalender verankert sein. Das war vor langer Zeit schon mal so. Ein Deutscher schaffte damals sogar den Sprung und wegen einem späteren Tour-de-France-Sieger wurde eine häufiger diskutierte Weltcup-Historie begründet.

Cairns, das ist 20 Jahre Weltcup-Historie mit 18 Jahre Lücke. 1994 gastierte der UCI Mountainbike Weltcup zum ersten Mal in Cairns. 1995 noch einmal und 1996 bildete die Weltmeisterschaft den Abschluss der Trilogie im Bundesstaat Queensland.

Bart Brentjens gewann dort 1994 für American Eagle das erste von drei Weltcup-Rennen, die er in seinem Palmares hat. Und es war ein Deutscher, der auf Rang zwei ins Ziel fuhr.

Ralph Berner war es, der da im Trikot von Diamondback mit auf dem Podium stand. Auf dem Foto, das Bart Brentjens auf seinem Mobil-Telefon mit sich herum trägt und das er vor ein paar Tagen getwittert hat, sind übrigens die Podiums-Positionen Zwei und die Drei vertauscht. Die Zwei müsste eigentlich rechts neben Brentjens stehen.
Wer da als Dritter aufgerufen wurde? Das wusste selbst Bart Brentjens nicht mehr. Es war Pavel Elsnic, Teamkollege von Berner aus Tschechien.

Ein 17-Jähriger auf dem Podium…
Auf Rang vier (hier neben der Zwei) ist Schwinn-Fahrer Mike Kloser notiert und ganz außen, im bunten Apollo-Trikot steht ein junger Fahrer, der noch Geschichte schreiben sollte. Es ist Cadel Evans, später zweifacher Weltcup-Gesamtsieger auf dem MTB, dann Weltmeister auf der Straße und Tour-de-France-Sieger 2011.

Wegen ihm wurde die Tradition begründet auf dem Weltcup-Podium fünf Leute zu ehren. Sein damaliger Manager Martin Whitely sorgte dafür, dass fünf Leute auf dem Podium stehen, um dem damals 17-Jährigen entsprechend ins Rampenlicht setzen zu können. Der war aus einer hinteren Startposition heraus ein famoses Rennen gefahren und eben Fünfter geworden. Seither stehen fünf Fahrerinnen oder Fahrer auf dem Weltcup-Podest.

Bei den Damen gewann die US-Amerikanerin Susan de Mattei vor dem australischen Trio Janine Feyaerts, Meg Carrigan und Brownby Battersby, sowie Wink Zimick aus Japan.

1995 kehrte der Weltcup zurück nach Cairns und es war der Norweger Rune Hoydahl, der vor Daniele Pontoni und Thomas Frischknecht gewinnen konnte.
Bei den Damen war es die damalige Serien-Siegerin Juliana Furtado aus den USA vor Maria Paula Turcutto und Silvia Fürst aus der Schweiz.

Ein Weltmeister von 1996, der 2014 wieder dabei ist

Am Ende der Dreier-Serie fand 1996 die Weltmeisterschaft statt. Sechs Wochen nach den Olympischen Spielen in Atlanta war es der Franzose Jerome Chiotti, der nach 6 Runden à 9,2 Kilometer als Erster die Ziellinie überquerte.
Viel später bekannte Chiotti mit EPO gedopt zu haben und Thomas Frischknecht wurde nachträglich mit dem Regenbogen-Jersey dekoriert. Silber ging daher an Rune Hoydahl und Bronze an Hubert Pallhuber.

Bei den Damen holte die Kanadierin Alison Sydor den Titel vor Ruthie Matthes (USA) und Maria Paula Turcutto.
Bei den Junioren stand übrigens ein Spanier ganz oben auf dem Treppchen, der auch am kommenden Sonntag auf dem Weltcup-Podium stehen könnte. José Antonio Hermida holte Gold vor dem Franzosen Mickael Reynaud und dem Norweger Haakon Austad.