Weltcup Cairns: Deutsche Damen mit Chancen aufs Podium

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An die Leistung von Pietermaritzburg anknüpfen: Adelheid Morath ©Erhard Goller

Eine deutsche Dame am Sonntag in Cairns auf dem Weltcup-Podium? Denkbar. Zwei kommen dafür in Frage, eine Dritte hofft mit den Bedingungen klar zu kommen.

Am Samstag kam die Sonne wieder und mit ihr dürfte auch die Laune von Sabine Spitz wieder ein wenig angewachsen sein. Nach dem Sprint am Freitagabend schien sie ein wenig genervt vom Matsch durch zwei Tage tropischen Regens.

„Bienen fliegen in der Wärme immer schneller“, ist so was wie ein Standard-Satz von Spitz, der auf ein Wortspiel mit ihrem Vornamen (Radbi(e)ne) verweist. Mit der Luftfeuchtigkeit und der Hitze hat die Hotzenwälderin jedenfalls keine Probleme. Und auch die Charakteristik des Kurses findet ihren Gefallen.

„Podium, das ist mein Ziel, aber das haben andere natürlich auch“, sagt Sabine Spitz. Sie war als eine der wenigen Fahrerinnen übrigens schon 1996 bei der WM in Cairns dabei.

Nachdem im Damen-Rennen die Zweite (Gunn-Rita Dahle-Flesjaa) und die Vierte (Annika Langvad) von Pietermaritzburg fehlen, ließe sich aus dem sechsten Rang von Spitz ein solches Ergebnis hoch rechnen. Doch solche Rechenspiele gehen gewöhnlich schief.
Man erwartet vor allem auch eine stärkeren Weltmeisterin. Julie Bresset (BH Suntour-KMC) meinte vor zwei Wochen, sie sei „noch nicht bei 100 Prozent“. Am Sonntag könnten zumindest ein paar Prozentpunkte dazu kommen.

Adelheid Morath: Leichte Verunsicherung aber gut in Form

Haibike-Teamkollegin Adelheid Morath wirkt nach ihrem Sturz etwas verunsichert. „Mein Selbstvertrauen ist ein bisschen verloren gegangen“, bekennt sie. Die Trainings-Qualität, die für ein paar Tage durch die Prellungen verloren ging, ist wohl nicht das Problem. „Die Form ist gut, wie schon in Südafrika, aber der Sturz hat mich zurück geworfen. Aber ich hoffe, ich kann am Sonntag wieder die Alte sein“, sagt die Schwarzwälderin.

An einer Stelle werde sie wahrscheinlich die B-Linie nehmen. „Ich werde Zeit verlieren, aber es ist jetzt grade vielleicht besser für mich. Der lange Anstieg ist gut für mich, auch das Technisch im Uphill mag ich“, so Morath, die in Pietermaritzburg bei ihrem Sturz Siebte war und auf dem Weg zu einem Podiumsplatz.
Sofern sie mental stabil ist, könnte sie das in Cairns nachholen.

Hanna Klein: Die Furcht vor der Startloop
So weit vorne wird man Hanna Klein (BH SR Suntour-KMC) vermutlich nicht finden. Für sie wären die Regionen um Platz 15 ein Erfolg. Sie scheint mit der Strecke auch ganz gut klar zu kommen. „Meine Probleme mit der Luftfeuchtigkeit und dem Jetlag werden jeden Tag geringer. Ich hoffe meine Beine machen am Sonntag mit“, sagt Klein.

Ein wenig fürchtet sie die Startloop, die ziemlich flach, aber kurvig und etwas holprig teilweise über wiesenartiges Gelände führt. „Hoffentlich werde ich da nicht abgehängt“, sagt Hanna Klein.

Helen Grobert in der U23: Chancen aufs Podest
Die vierte weibliche deutsche Starterin ist schon am Sonntagvormittag dran, respektive um 1 Uhr nachts MESZ. Helen Grobert (Focus XC) besitzt unter den lediglich elf U23-Damen sicherlich realistische Chancen auf die Top drei, wenn sie sich keine Fehler erlaubt.

Favoritin ist sicher Jenny Rissveds (Scott-Odlo), während Yana Belomoyna (Betch.nl-Superior) noch unter den Folgen ihres Trainingssturzes von Südafrika leidet. In den Bergab-Passagen hat die Ukrainerin mit ihrem Handgelenk noch Probleme.
Die Verletzung hat sich in nachhinein doch nicht als Bruch herausgestellt, doch in den Abfahrten hat sie immer noch Probleme.