Weltcup Lenzerheide: Bei Halbzeit alles offen

FOTO | Eine von sechs deutschen Damen beim Weltcup in Lenzerheide ©Hanna Klein

Nach drei von sechs Weltcup-Rennen der Saison 2017 ist bei den Damen der Kampf um die Trophäe noch offen, aber Yana Belomoina (CST Sandd American Eagle) hat sich eine aussichtsreiche Position geschaffen. Sabine Spitz (Wiawis) und Adelheid Morath (Bikesportworld) liegen punktgleich auf den Plätzen sechs und sieben, in Reichweite von Position fünf. Am Sonntag in Lenzerheide (12:15 live bei Redbull.tv) könnten entscheidende Weichen gestellt werden.

 

Um im August im Val di Sole auf dem Gesamtpodium stehen zu können, müssten Sabine Spitz und Adelheid Morath auch die Reise nach Mont Sainte Anne antreten. Sabine Spitz hat das Rennen in Kanada aber von vorneherein nicht in ihren Rennkalender aufgenommen und auch Adelheid Morath hat die aufwändige Reise dorthin erst mal nicht vorgesehen.

Man kann es sich ja auch noch mal anders überlegen, wenn eine Top-Fünf-Platzierung lockt. Das Rennen in Lenzerheide wird dafür die Weichen stellen.

Sabine Spitz hat dort noch keine Top-Ergebnisse verbucht, obschon ihr das Terrain im Prinzip entgegenkommt. Dass sie Andorra ausgelassen hat, könnte ein kleiner Vorteil werden, kann sie doch erholter in den Wettkampf gehen als die Konkurrenz.

„Schauen wir mal“, sagt Spitz. „In Lenzerheide hatte ich noch keine wirklichen Erfolgserlebnisse obwohl die Strecke eigentlich schön ist. Aber sie hat einen speziellen Rhythmus.“

Da gibt es einen 600 Meter langen Anstieg und ansonsten vor allem permanentes Auf und Ab. Und viel Links und Rechts. Über Wurzeln und Steine.

 

Morath: In Lenzerheide wird’s schwieriger

Das liegt Adelheid Morath weniger. Allerdings hat die Freiburgerin auch schon auf solchen Strecken starke Resultate herausgefahren, wenn sie in Top-Form war. Zum Beispiel auf dem vergleichbaren Kurs in Bad Säckingen. Und das scheint sie aktuell zu sein. Das Ergebnis von Andorra (13.) spricht da zwar nicht dafür, doch bis zum Brems-Defekt lag sie voll auf Kurs Top Fünf.

„Das war schwer zu verdauen“, bekennt Morath, „ich habe mich super gefühlt. In Lenzerheide wird es schwieriger für mich, vorne zu landen, aber ich werde alles versuchen ein gutes Rennen abzuliefern.“

Für die 32-Jährige geht es auch darum, sich für einen Vertrag interessant zu machen. Da helfen Podiums-Fotos natürlich. Und das scheint dieses Jahr sogar in Reichweite, trotz Pech in Andorra.

Yana Belomoina führt mit 640 Punkten vor Annika Langvad (Specialized Racing, 524), Maja Wloszczowska (Kross Racing, 480) und Linda Indergand (Focus XC, 460). Dahinter folgt Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Merida) mit 338 Zählern. Von der Norwegerin auf Rang fünf bis Alessandra Keller (Radon Factory Racing) sind es gerade mal 34 Zähler Abstand. Da ist also noch Vieles offen.

 

Helen Grobert in Lenzerheide erstmals mit Fully

Helen Grobert (Cannondale Factory Racing) kann da nicht mehr mitmischen. Durch den Ausfall in Albstadt fehlen ihr wichtige Punkte. Im Moment ist sie 18., 20 Punkte hinter Annie Last (OMX Pro) die 16. ist. Das wäre eine wichtige Marke weil Grobert dann aus der zweiten Startreihe ins Rennen gehen könnte, die sind den besten 16 der Weltcup-Wertung vorbehalten.

Am Sonntag muss sie mit der 31 vorlieb nehmen. Was auf dem Kurs in Lenzerheide erst mal ein Handicap darstellt.

Doch Grobert hat für die 4,4 Kilometer-Schleife viel übrig. Im Vorjahr war sie dort Zehnte. 2015 zwar nur 20., damals aber lag sie an vierter Stelle, als sie von einem Defekt zurückgeworfen wurde.

„Ich habe mich die letzten Jahre hier immer gut gefühlt – und mir ein Fully gewünscht“, sagt Grobert. Jetzt hat sie eins. „Ich bin am Mittwoch hier angekommen und habe mich gleich wohl gefühlt“, zeigt sie sich denn auch optimistisch, dass es mit einem weiteren Top-Ten-Resultat klappen könnte.

Außer diesem Trio stehen auch noch Hanna Klein (Superior Bikes) und Nadine Rieder (AMG Rotwild), sowie Ingrid Richter (Head Ciclo) auf dem Meldezettel.

 

Die Meldelisten

Der Weltcup-Gesamtstand