Weltcup Lenzerheide: Max Brandl überraschend U23-Zweiter

FOTO | Eine Überraschung: Max Brandl, hier vor dem späteren Sieger Martins Blums ©Erhard Goller

Beim fünften U23-Weltcup-Rennen in Lenzerheide, Schweiz, ist Max Brandl eine Überraschung gelungen. Der Student aus Freiburg fuhr mit 14 Sekunden Rückstand auf den Letten Martins Blums (1:28:48) als Zweiter über die Ziellinie, 23 Sekunden vor dem Italiener Nadir Colledani und feierte damit sein bestes Weltcup-Ergebnis.

 

„Ich bin wieder ich.“ Das war das Statement, das für Max Brandl seine Leistung auf den Punkt brachte. Er hatte nach seinem Speichenbruch von Anfang Mai vergangenen Sonntag in Andorra erstens noch die Wettkampfhärte und zweitens auch die Sicherheit auf den technischen Passagen vermisst.

 

Dass Max Brandl in Lenzerheide schon so auftrumpfen würde, damit hatte man allerdings nicht gerechnet. Auch er selbst nicht. „Mein Plan war so schnell wie möglich in die Top Fünf zu fahren und mich dann dort zu halten, so lange es geht.“ In der Anfangsphase hätte er dafür aber mehr investieren müssen als ihm lieb war, so Brandl.

In der zweiten Hälfte der zweiten 4,2-Kilometer-Runde erreichte der aus Lohr am Main stammende 20-Jährige die Spitzengruppe.

Etwas überraschend kam er aus einer Singletrailpassage zum Ende der Runde alleine heraus. Hinter ihm hatte der Sieger von Andorra, Simon Andreassen (Den) eine Lücke gelassen weil er an Rückenproblemen laboriert.

Diese Führung war allerdings von kurzer Dauer, denn die Verfolger holten ihn im folgenden Anstieg wieder ein. Damit war eine fünfköpfige Spitzengruppe formiert, die sich in der fünften Runde aber auf drei Fahrer verkleinerte.

Max Brandl war immer noch dabei. Albstadt-Sieger Nadir Colledani machte im längsten Anstieg immer Druck, doch Brandl war in den technischen Passagen der Stärkere und schloss die Lücke immer wieder.

„Ich habe gemerkt, ich kann da ruhig 10, 20 Meter lassen, die bekomme ich wieder zu“, erzählte Brandl im Ziel.

Fehler von Colledani, Fehler von Brandl

Entscheidend für den ersten Weltcup-Sieg von Martins Blums war dann ein Fehler von Nadir Colledani. „Ich bin dann zwar vorbei gekommen, habe aber prompt auch einen kleinen Fehler gemacht“, so Brandl.

Das brachte dem Letten in der vorletzten Runde die entscheidende Lücke. In der Schlussrunde verringerte Brandl den Abstand zwar noch mal von 16 auf fünf Sekunden, doch das war eher dem Kampf um Rang zwei geschuldet. „Ich war so am Arsch und wollte nur noch sicher gehen, dass ich den Italiener hinter mir lasse. Ich bin glücklich mit dem zweiten Platz“, erklärte Brandl.

Baum und Egger hätten mehr erwartet

Lukas Baum (Neustadt/W.) hatte sich mehr vorgenommen als Platz 14 (+3:26), doch der Pfälzer kam nie richtig ins Rollen. „Das war ziemlich zäh heute, schon am Start hat mir die Spritzigkeit gefehlt. Ich habe mich einfach müde gefühlt“, sagte der Deutsche U23-Meister, der zwischenzeitlich mal auf Rang zehn gefahren war.

Auch Georg Egger musste eine Enttäuschung einstecken. Bis dato an dritter Stelle in der Gesamtwertung liegend, verlor diese Position mit seinem 20. Rang (+4:09).

Zwischenzeitlich schien es als ob er den Schaden in Grenzen halten könnte, doch dann fiel er von Rang neun noch weit zurück. „Es war keine Power da, es ging gar nichts“, schüttelte der Lexware-Fahrer den Kopf.

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