Weltcup Lenzerheide: Nino Schurter und das Bayern-München-Syndrom

FOTO |Weiße Weste: Nino Schurter ©Bartek Wolinski Red Bull Content Pool

Nino Schurter thront über dem Rest. So lässt sich nach drei von sechs Rennen des Cross-Country-Weltcups der Zwischenstand zusammenfassen. Nach seinen drei Saison-Erfolgen ist dem Scott-Sram-Piloten sein fünfter Gesamtsieg kaum noch zu nehmen. Dahinter folgt vor dem Weltcup in Lenzerheide allerdings eine ganze Meute an Fahrern, die für Platz zwei noch im Rennen sind. Manuel Fumic müsste schon dreimal richtig in die Punktekiste langen, damit er im August im Val di Sole beim Finale bei der Gesamtsiegerehrung dabei sein kann.

 

Mit weißer Weste steht Nino Schurter bei 750 Punkten an der Spitze des Weltcups. Und er wäre selbst bei einem Ausfall am Sonntag noch immer im Besitz des weißen Trikots mit dem roten Brustring. So souverän wie er da an der Spitze steht, 338 Punkte vor dem Zweiten David Valero (MMR Racing), hat das schon was von einem Bayern-München-Syndrom – oder wahlweise FC-Basel-Syndrom. Der Rest streitet sich nur noch um Platz zwei. Ganz oben Langeweile, dahinter viel Spannung.

Valero 412 Punkte, Maxime Marotte (Cannondale Factory Racing) 410 Punkte, Jordan Sarrou (BH-Sr Suntour-KMC) 360, Stephane Tempier (Bianchi-Countervail) 350 Zähler. Dann folgen Anton Cooper (Trek Factory Racing) mit 330 und gleichauf Mathieu van der Poel (Beobank-Corendon) und Pablo Rodriguez (MMR) mit 310 Zählern. Von Platz zwei bis Rang sieben sind es also nur 102 Punkte.

Ein Mathias Flückiger (Radon Factory Racing, 244) könnte sich mit der Wiederholung seines zweiten Platzes auch noch mal um einen Platz bei der Sieger-Ehrung im Val di Sole bewerben.

 

Fumic denkt auch an die Team-Wertung

Vielleicht werden am Sonntag ja entscheidende Weichen gestellt. Manuel Fumic müsste vermutlich schon dreimal unter den besten Fünf landen, um da noch mitmischen zu können. Erst mal wäre er froh, würde er seine fast zwei Jahre lang währende Zeit ohne Podium (Top Fünf) in Lenzerheide beenden können.

„Meine Form stimmt, davon bin ich überzeugt. Wenn am Sonntag das Material hält und sonst nichts Unvorhergesehenes passiert, dann kann ich ein gutes Resultat einfahren.“ Ob das nur Durchhalte-Parolen sind oder ob er in Lenzerheide die Wende einleiten kann, wird sich am Sonntag um 14.45 Uhr zeigen.

Fumic bringt auch die Team-Wertung ins Spiel. Nachdem sein französischer Teamkollege Maxime Marotte an einem weniger guten Tag noch Siebter geworden ist und Fumic’ Cape-Epic-Partner Henrique Avancini (Brasilien) als Zehnter überraschte, könnte die Cannondale-Equipe mit einem starken Fumic auch die Team-Wertung für sich entscheiden. Was sportlich jetzt nicht so sehr bedeutend ist, für die Rad-Marken und den Team-Spirit aber schon.

Cannondale hat sich in Andorra hinter den erstmals führenden Scott-Sram auf Position zwei geschoben, vor dem BMC Racing Team und MMR Factory Racing.

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