Weltcup Lenzerheide: Überraschungssieg durch Annie Last – Erstes Podium für Helen Grobert

FOTO | Helen Grobert auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcup-Podium ©Erhard Goller

 

Die Britin Annie Last hat beim Weltcup in Lenzerheide überraschend das Damen-Rennen gewonnen. In 1:29:23 Stunden siegte Last mit 13 Sekunden Vorsprung auf Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Norwegen) und 27 Sekunden vor Weltcup-Leaderin Yana Belomoina aus der Ukraine. Helen Grobert aus Remetschwiel lieferte als Fünfte (+1:08) das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere ab.

Es ist ein Rennen im typischen Helen-Grobert-Stil. Die 25-Jährige aus Remetschwiel ließ sich von ihren Konkurrentinnen von Startposition 31 aus nicht beeindrucken und fuhr sich Runde um Runde immer weiter nach vorne. „„Ich bin mega happy, dass ich mein Ding durchziehen konnte und in keinen Sturz verwickelt war. Ich habe nichts riskiert“, berichtet Grobert von ihrem Rennen.

In vier von sechs erreichte sie die Top-Ten. „Ich dachte, wow“, so Grobert.

Doch das Erstaunen wurde noch größer. Sie schnappte eine Gruppe vor sich, fuhr vorbei und eingangs der sechsten und letzten Runde hatte sie die Olympia-Zweite Maja Wloszczowska aus Polen noch zehn Sekunden vor sich.

Das Podium in Sichtweite mobilisierte noch mal Kräfte. „Ich habe es probiert und es hat geklappt, nachdem ich schon mehrmals Sechste war“, sagte eine strahlende Helen Grobert, die auf den letzten zwei Kilometern an Wlosczowska vorbei zog.

Spitz und Morath mit Handicaps

Sabine Spitz erging es bei ihrem 111. Weltcup-Einsatz nicht so gut. Sie lag noch vor Helen Grobert, als sie durch den Sturz der Niederländerin Anne Tauber vor ihr von der Linie abkam und stumpf mit dem Kopf aufprallte. „Das hat mich ziemlich gestaucht“, meinte Spitz im Ziel noch etwas benommen. Sie griff sich ans Genick. Im Vollbesitz ihrer Kräfte war sie danach nicht mehr.

So war nicht mehr möglich als der 13. Platz (+2:57).

Direkt hinter ihr erreichte Adelheid Morath (+3:11) als 14. das Ziel. Die Freiburgerin war angeschlagen ins Rennen gegangen. In der Nacht vor dem Rennen hatte sie Schweißausbrüche bekommen und einen leichten Temperatur-Anstieg registriert. „Unter diesen Umständen bin ich sehr zufrieden. Ich war schon beim Einfahren völlig kraftlos und der Puls ging nicht hoch“, erklärte Morath.

 

Spitz und Morath fielen in der Gesamtwertung auf die Plätze neun und zehn zurück.

Die Ukrainerin Yana Belomoina verteidigte ihre Führung durch den dritten Rang. Sie lag von Beginn an in der Spitzengruppe, riss sogar mal eine Lücke, konnte das Tempo aber nicht durchhalten.

Gunn-Rita Dahle-Flesjaa und Annie Last schlossen wieder auf und in Runde vier war es überraschend die Britin, die sich nach vorne absetzte. Die Lücke war nie entscheidend, doch Last verteidigte ihre Führung fokussiert und mit Kampfgeist bis ihr erster Weltcupsieg unter Dach und Fach war.

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