Weltcup Mont Sainte Anne: Schelb Zweiter im U23-Weltcup – Schulte-Lünzum verteidigt Gesamtführung

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Julian Schelb (Mitte) auf Platz zwei in Mont Sainte Anne. ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Der Münstertäler Julian Schelb (Lexware-Rothaus) hat beim U23-Weltcup in Mont Sainte Anne, Kanada hinter Junioren-Weltmeister Anton Cooper aus Neuseeland den zweiten Platz belegt und damit sein bestes Karriere-Ergebnis verbucht. Markus Schulte-Lünzum (BMC Racing) verteidigte als Fünfter seine Gesamtführung.

In der zweiten Runde entsteht eine vierköpfige Spitzengruppe. Markus Schulte-Lünzum ist erst einmal „froh dabei zu sein“, weil er sich an diesem Tag nicht in optimaler Verfassung wähnt. „Ich hatte die ganze Woche Rückenprobleme. Ich “, bekannte er.

In der dritten Runde erlaubte er sich einen kleinen Fahrfehler, verlor den Anschluss und wollte in der nächsten Abfahrt den Fehler wieder kompensieren. „Dabei habe ich einen Stein erwischt. Das muss ich auf meine Kappe nehmen“, erklärte Schulte-Lünzum wie es zu seinem Hinterrad-Defekt kam, der ihn etwa eine Minute kostete und vorübergehend auf Platz elf zurück warf.

„Dafür war bin ich mit Platz fünf ganz zufrieden. Arg viel Punkte habe ich in der Gesamtwertung nicht verloren“, meinte Schulte-Lünzum, der den Sprint um Rang vier gegen Andorra-Sieger Hugo Drechou (Calvisson VTT) aus Frankreich verlor und mit 1:57 Minuten Rückstand das Ziel erreichte.

Schelb trotz Rang zwei nicht zu hundert Prozent zufrieden

Nach Schulte-Lünzums unfreiwilligem Abschied aus der Spitze vergrößerte das verbliebene Trio seinen Vorsprung. Julian Schelb spielte dabei eine offensive Rolle, die den Schweizer Reto Indergand in der vierten Runde den Anschluss kostete.
So lief es auf ein Duell zwischen Schelb und Supertalent Cooper hinaus.

Cooper holte in einer technischen Passage einen Vorsprung heraus und fuhr souverän zu seinem ersten U23-Weltcupsieg, 1:07 Minuten vor Schelb.
Der zeigte sich im Ziel nicht ungetrübt erfreut über sein bestes Weltcup-Ergebnis. „In dieser Sektion bin ich nicht so gut durchgekommen. Ich fühle mich auch nicht völlig kaputt, deshalb kann ich nicht zu hundert Prozent zufrieden sein“, meinte er selbstkritisch.
Er fand dann aber noch einen positiven Aspekt. „Es war super endlich mal alles von vorne zu kontrollieren und nicht immer nur hinterher zu fahren und zu leiden wie ein Hund. Vor der WM ist das ganz gut“, nickte er, bevor er zur Sieger-Ehrung davon fuhr.
Seine Leistung vom BMC Racing Cup in Davos hat der 20-Jährige damit auf jeden Fall bestätigt.

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Mit einem Wheelie zum ersten U23-Weltcupsieg: Anton Cooper ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Indergand verliert kurz die Konzentration
“Ich habe das nicht erwartet, nach den schwierigen Monaten”, meinte Anton Cooper zu seinem Sieg. Der Neuseeländer hatte lange an einem Infekt laboriert. “Am Anfang der Saison wollte ich da sein, das war schon der Plan”, so Cooper weiter.

Reto Indergand bekannte, dass er vorübergehend am Limit war und „die Konzentration verlor“. „Ich musste mich ein wenig erholten und meinen Rhythmus wieder finden“, so Indergand, der sich mit Rang drei (+1:41) in der Gesamtwertung auf Platz zwei nach vorne schob, 71 Zähler hinter Schulte-Lünzum, der in Hafjell jetzt noch einen elften Platz zum Gesamtsieg benötigt – bei einem Indergand-Sieg.

Bei den Junioren war kein deutscher Fahrer am Start. Der Sieg ging an den Kanadier Peter Disera vor dem US-Amerikaner Lucas Newcomb und dem zweiten Kanadier Marc Andre Fortier.

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