Weltcup Pietermaritzburg: Deutsches U23-Quartett im Check

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Lukas Baum bei der WM im vergangenen September auf dem Weg zu Junioren-Gold. Am Sonntag feiert er seine U23-Premiere ©Erhard Goller

Vier ambitionierte deutsche U23-Fahrer haben den Flug zum Weltcup-Auftakt nach Südafrika angetreten. U23-Vize-Weltmeister Julian Schelb und Junioren-Weltmeister Lukas Baum haben glänzende Erinnerungen an Pietermaritzburg in der Vitrine hängen. Ein kurzer Check ihrer Ambitionen und Perspektiven.

Julian Schelb (Multivan-Merida): Viel hängt bei ihm davon ab, ob ihn diese Woche die Pollen in Ruhe lassen. Müsste eigentlich so sein, denn in Südafrika ist ja Herbst. “Es geht viel besser, ich kann frei Atmen und Nebenhöhlen sind auch fast offen”, berichtet der Münstertäler.

Dass er einen Schritt nach vorne gemacht hat, das zeigte der Wahl-Schweizer schon auf Zypern. Ein erklärtes Ziel von Schelb ist, ein hohes Niveau über eine ganze Saison hinweg zu zeigen und im U23-Weltcup möglichst auf dem Podest zu landen.
Dazu sollte am besten schon in Pietermaritzburg ein Top-Resultat her.

Die Erinnerungen sind ja positiv besetzt. Im Cascade MTB Park wurde Schelb vor sieben Monaten U23-Vizeweltmeister. Nach einem Sturz über die Absperrung in der Startphase. Ohne ein solches Malheur sollte vieles möglich sein.

„Die Beine sind gut. Jetzt muss ich mich erholen und dann kann das schon gut gehen in Südafrika. Man muss nichts erwarten, aber…“. Das Ende des Satzes ließ er am Sonntag nach dem Rennen in Tesserete offen.

Christian Pfäffle (Lexware Mountainbike Team) hat ebenfalls sehr positive Erinnerungen an die WM. Er hat dort Rang sieben belegt. „Pietermaritzburg, das ist so ziemlich meine Lieblingsstrecke. Das Höhenprofil kommt mir entgegen und es macht Spaß darauf zu fahren, weil sie einen gewissen Flow hat“, freut sich Päffle auf das Terrain im Cascade MTB Park. Der neue Kurs habe zwar „nur wenig mit dem von 2013 zu tun, aber ist mindestens genauso schön“, meint der 20-Jährige.

Allerdings schränkt er seine Aussichten ein, weil er seinen Form-Höhepunkt auf den Mai legen will.
Wenn ich jetzt schon die Form hochgezogen hätte, dann wäre es schwerer sie die ganze Saison zu halten. Nach Pietermaritzburg kann ich noch reagieren bis im Mai die nächsten wichtigen Rennen kommen“, erläutert der Schwabe.

„Ich glaube, dass es schwer wird für mich, in die Top-Ten zu fahren. Ich brauche immer einige Rennen um warm zu werden. Trotzdem ist das mein Ziel“, meint er.

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Liebt die Strecke, ist aber ein wenig skeptisch: Christian Pfäffle ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Martin Frey (Team Bulls) will in seinem zweiten U23-Jahr erst mal da anknüpfen, wo er beim Finale 2013 in Hafjell aufgehört hat. Am Ende war es da Platz 16. „Top 15 wäre super“, meint Martin Frey. Was dann auch die halbe WM-Norm wäre.
Frey hat in Israel Rennen bestritten und war danach wegen einer Pollen-Allergie ein paar Tage krank, wie er berichtet. Deshalb musste er auch auf den Eliminator Sprint in Stuttgart verzichten.

„Aber danach habe ich wieder gut trainiert und die Form fühlt sich jetzt super an. Wenn ich ohne Sturz und Defekte durchkomme, dann wird es richtig gut“, zeigt sich Martin Frey zuversichtlich.

Mit der Strecke würde er gut klar kommen, sagt er. „Die Runde macht Spaß, ist aber echt hart. Man muss halt immer konzentriert sein“, meint er.

Lukas Baum (Fiat-Rotwild): Für den Junioren-Weltmeister sind es natürlich besondere Emotionen an die Stätte seines Triumphs zurück zu kommen. Am Montag tanzte er noch auf dem Abi-Ball und am Sonntag spielt die Musik in Südafrika.

Wie die Schritte, respektive die Tritte, im Cascade MTB Park passen, ob er dem Rhythmus der U23 folgen kann, wird sich zeigen. Lukas Baum spricht von „80 Prozent“, die er wohl schon abrufen könne. „Von Pietermaritzburg verspreche ich mir viel, ich habe ja auch nur gute Erinnerungen daran. Ich hoffe, so weit wie möglich nach vorne fahren zu können und gut ins Rennen zu finden“, blickt er auf seinen ersten U23-Weltcup.

Jetzt wo er die schulische Laufbahn erfolgreich hinter sich gebracht habe, könne er sich erst mal wieder voll auf den Sport konzentrieren. Was dann in Pietermaritzburg noch nicht passt, das könne man danach dann mit Trainer Wolfram Kurschat aufarbeiten.
„Danach wird man sehen, wo ich stehe und wir können darauf reagieren“, erklärt Lukas Baum.