Weltcup Windham: Wer fliegt in die Galaxie der Außer-Irdischen?

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Ein Bild aus dem Jahr 2010 in Windham. Auch da stand schon das Trio Nino Schurter (1), Julien Absalon (2) und Jaroslav Kulhavy (3) auf dem Gesamtpodest. Auf vier: Florian Vogel und auf fünf José Hermida ©Marius Maasewerd/EGO-Promotion

Es ist ein Trio, das bei den Herren zwei Runden vor Schluss noch Chancen auf den Weltcup-Gesamtsieg besitzt. Ja, es ist dieses berühmte Drei-Gestirn, das den Weltcup fast entnervend für den Rest dominiert. Nino Schurter (Scott-Odlo) besitzt mit 110 Zählern Vorsprung auf Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing) und 140 vor Julien Absalon (BMC Racing) vor dem fünften und vorletzten Rennen die besten Chancen. In der U23-Kategorie sind noch vier Fahrer im Rennen um den Gesamtsieg.

Für Schurter wäre es der vierte Gesamtsieg, für Absalon gar der Siebte und für Kulhavy auch schon der Zweite. Tatsächlich ist es nicht nur so, dass seit Mai 2013 in Albstadt (Daniel McConnell) kein Konkurrent mehr die Sieges-Serie der „Großen Drei“ unterbrechen konnte. 16 Rennen sind seither gefahren und jedes Mal stand entweder Absalon oder Schurter oder Kulhavy ganz oben auf dem Podest.

Davor war es Burry Stander (†) 2012, allerdings mit dem Vorteil, dass Schurter und Absalon gar nicht am Start waren und Kulhavy nach zwei Runden ausschied. Wo war das? In Windham! Macht das dem Rest Hoffnung? Kaum.
Voriges Jahr kam es zum Duell zwischen Schurter und Absalon, zugunsten des Schweizers.

Übrigens ist die Bilanz in der Gesamtwertung genauso ernüchternd für den Rest der Welt, außerhalb der Galaxie dieser Außer-Irdischen. Christoph Sauser ist der letzte Gesamtsieger, der nicht Absalon, Schurter oder Kulhavy hieß und das war 2005. Dass die Zehn dieses Jahr voll gemacht wird, das lässt sich wohl nicht mehr vermeiden. Die nächsten Kandidaten sind zu weit weg.

Fumic’ Minimal-Chance auf die Top Fünf
Mathias Flückiger (Stöckli Pro Team) folgt mit 560, Florian Vogel (Focus XC) mit 524 Punkten. Beide könnten aber durchaus im Tages-Ergebnis aber in die Phalanx eindringen.

„Eigentlich habe ich vor dem Abflug meinen Fokus auf Windham gelegt, weil mir der Kurs sicher entgegen kommt. Aber nachdem ich in Mont Sainte Anne Dritter geworden bin, wird es natürlich schwer das noch zu steigern. Aber ich kann ganz entspannt an den Start gehen, denn die Frühjahrs-Ergebnisse habe ich noch gesteigert und ich fühle mich eigentlich noch ein Stück besser als im Mai“, sagt Vogel.

In der Gesamtwertung könnte er mit einem erneuten Top-Resultat auch mehr Distanz zu Manuel Fumic schaffen. Der liegt 74 Punkte hinter ihm auf Platz sechs und bräuchte schon ein dickes Punkte-Polster, um da noch angreifen zu können. Vor allem müsste er vor Vogel und/oder Flückiger landen.
Lukas Flückiger (BMC Racing) ist schon im Hintertreffen, doch im vergangenen Jahr mischte er in Windham im Kampf um den Sieg lange mit.

Hier hatte sich Rodriguez bereits absetzen können. Foto: Lynn Sigel
Pablo Rodriguez, Sieger von Albstadt, geht im weißen Trikot ins U23-Rennen. Foto: Lynn Sigel

U23 Herren: Vier sind noch im Rennen

In der U23-Gesamtwertung der Herren steckt noch große Spannung. Pablo Rodriguez aus Spanien liegt vorne (250) und er dürfte mit dem Kurs in Windham bestens zurecht kommen. Bei Lars Forster (Wheeler-iXS, 240) muss man abwarten, ob er mit seiner ausgerenkten Schulter inzwischen wieder besser klar kommt.

Titouan Carod hat 222 Zähler auf dem Konto, Howard Grotts (Specialized Racing), dem auf diesem Kurs sehr viel zuzutrauen ist, hat bisher 205 Zähler geholt.
Die Punkte-Skala geht von 90 für den Sieg über 70, 60, 50, 40, 35…, das heißt, zwischen Grotts und Rodriguez liegt weniger als der Abstand zwischen Platz eins und fünf.
Bester Deutscher ist Ben Zwiehoff auf Rang 15. Mit einem Top-Resultat kann er durchaus noch ein paar Positionen gut machen.