WM Cairns: Nino Schurter krönt Traum-Saison – Manuel Fumic Fünfter

FOTO | Manuel Fumic führt die Verfolgergruppe an ©Erhard Goller

 

Zum Abschluss der Cross-Country-Rennen bei der WM in Australien hat der Schweizer Nino Schurter seine Saison perfekt abgerundet. Der Olympiasieger gewann nach allen Weltcup-Rennen in Cairns auch die Weltmeisterschaft, sieben Sekunden vor dem Tschechen Jaroslav Kulhavy und 15 Sekunden vor seinem Landsmann Thomas Litscher. Der Deutsche Meister Manuel Fumic aus Kirchheim/Teck wurde Fünfter (+1:11).

Es hat nicht ganz zur erhofften Medaille gereicht für Manuel Fumic. Der 35-Jährige lieferte zwar sein bestes Saison-Ergebnis ab, doch an Edelmetall fuhr er 56 Sekunden vorbei.

Neuralgischer Punkt war die Startphase. „Ich war halt nicht vorne dabei. Da wurde so viel mit Ellbogen gearbeitet, die Leute waren so nervös, da war ich nicht risikobereit genug“, analysierte Fumic im Ziel.

So hatte er an siebter Position fahrend nicht die Möglichkeit mit dem Tschechen Jaroslav Kulhavy mitzugehen, der zu Beginn das Tempo diktierte und gemeinsam mit Nino Schurter in Runde zwei eine Lücke riss.

Thomas Litscher gelang es in Runde zwei nach vorne zu springen und das Duo zum Trio zu erweitern. Fumic fehlte diese extra Power. Und sein britischer Coach Phil Dixon sollte nachher auch einen Grund dafür anführen. „In einer entscheidenden Phase bei der WM-Vorbereitung war Mani erkältet und wir konnten nur gebremst trainieren“, erklärte Dixon.

Fumic gelang es zwar, mit dem Schweizer Lukas Flückiger immer im Schlepptau, noch seinen Cannondale-Teamkollegen Maxime Marotte (Frankreich) zu überholen. Doch selbst um die Lücke zum Überraschungsmann Henrique Avancini zu schließen, reichte die Kraft nicht ganz. Sieben Sekunden hinter dem Brasilianer wurde es so Rang fünf. Nicht schlecht für eine WM, aber doch eine kleine Enttäuschung für Manuel Fumic.

„Ja, ich bin schon enttäuscht“, so Fumic, „allerdings auf hohem Niveau. Ziel war eine Medaille und das hat nicht geklappt.“

Schulte-Lünzum und Pfäffle halbwegs zufrieden

Markus Schulte-Lünzum (Haltern) belegte Rang 35 (+5:15). Vor einem Defekt in der vorletzten Runde lag er bereits auf Platz 27. „Ohne Defekt wäre ich glücklich gewesen“, meinte Schulte-Lünzum, der nach der Startrunde noch an 41. Stelle gelegen hatte.

Christian Pfäffle (Neuffen) wurde 38. (+5:43). „Angesichts des Saisonverlaufs ist das noch ganz okay“, so Pfäffle.

Dagegen konnte Ben Zwiehoff mit seinem 48. Rang (+8:24) nicht zufrieden sein. „Ich kam nicht so gut zurecht. Seit der EM habe ich es nicht mehr gebacken bekommen“, meinte der Essener.

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Spitzentrio: Jaroslav Kulhavy, Nino Schurter und Thomas Litscher ©Erhard Goller

Titelkampf wird in der letzten Runde entschieden.

Das Trio an der Spitze bleibt bis in die letzte Runde zusammen. Im zweiten Versuch schafft es Schurter im Anstieg an Kulhavy vorbei zu gehen, der dann auf der Verfolgung zu schnell in eine Kurve fährt und wegrutscht. So sind es bis zum höchsten Punkt, sechs, sieben Sekunden, die den Schweizer vom Tschechen trennen und der Titelverteidiger baut das in der folgenden Abfahrt auf zehn Sekunden aus.

Auf der Flachpassage kann er den Vorsprung ins Ziel retten.

„Im Sprint hätte ich gegen Jaro keine Chance gehabt“, meint Schurter, der froh ist, dass seine Attacke den gewünschten Effekt hat.

„Es ist unglaublich, es läuft einfach“, kommentiert der 32-Jährige seinen Erfolg. „Ich hatte so wenig Druck vor einer WM wie noch nie. Das Selbstvertrauen ist einfach da und die Gelassenheit macht mich stark“, wiederholt Schurter, was er im Grunde die ganze Saison schon zu Protokoll gibt. Es ist sein sechster Titel in der Elite und der Dritte in Folge.

Die große Überraschung auf dem Podest ist Thomas Litscher. „Platz elf in Mont Sainte Anne, sechs in Val di Sole und jetzt Dritter, der Richtung hat gestimmt. Seit 2014 war ich nicht mehr an einer WM. Ich bin super happy. Das Team um Joe Broder, die haben immer an mich geglaubt und mit ihren wenigen Mitteln getan, was möglich ist. WM-Bronze rettet hoffentlich meine Karriere“, erklärte Litscher.

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