WM Nove Mesto: Daniel Federspiel sprintet souverän – Silver für Simon Gegenheimer

Daniel Federspiel feiert schon seinen zweiten Weltmeistertitel, während Simon Gegenheimer noch aufpasst, dass ihm Fabrice Mels die Silbermedaille nicht noch wegschnappt ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion
Daniel Federspiel feiert schon seinen zweiten Weltmeistertitel, während Simon Gegenheimer noch aufpasst, dass ihm Fabrice Mels die Silbermedaille nicht noch wegschnappt ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Im ersten Wettbewerb der Mountainbike-Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto hat Simon Gegenheimer als Zweiter die erste Medaille für den BDR geholt. Der Österreicher Daniel Federspiel verteidigte seinen Titel, während Ex-Weltmeister Fabrice Mels aus Belgien Bronze gewann.

Ohne Probleme konnte Simon Gegenheimer (Rose-Vaujany) ins Finale der besten Vier vorstoßen. Und er hatte einen Plan. Nach dem Rock-Garden wollte er im Anstieg angreifen. „Das hat vorher noch niemand gemacht und ich hatte mir das vorgenommen“, erklärte Gegenheimer.

Doch Daniel Federspiel war auf dieselbe Idee gekommen und durchkreuzte so Gegenheimers Strategie. Durch die Attacke entstand hinter dem österreich-deutschen Duo eine Lücke, zu Fabrice Mels und Europameister Emil Linde.

Gegenheimer steuerte um: „Ich bin an Daniels Hinterrad und dachte, ich kann etwas Energie sparen und ihn auf der Zielgeraden angreifen.“

Doch ausgangs einer Schikane, bevor es über eine Brücke auf die Zielgerade ging, setzte Federspiel von der Spitzenposition die entscheidende Beschleunigung. „Das war eine super starke Attacke“, bekannte Gegenheimer. Mit ein paar Metern Vorsprung ging der Österreicher auf die Zielgerade und der Deutsche Meister war nicht mehr in der Lage noch mal in den Windschatten zu kommen.

„Ich habe mich heute sehr gut gefühlt. Die Quali ist normal nicht meine Stärke und nachdem ich da Dritter war, hat mich das sehr zuversichtlich gemacht. Ich wollte im Finale was anders machen, aber Daniel ist mir zuvorgekommen. Trotzdem: ich habe mein Ziel erreicht und meine Platzierung vom Vorjahr (3.) auch noch verbessert“, erklärte Gegenheimer zu seiner Silbermedaille.

Ein klein wenig hatte er allerdings schon mit dem Regenbogen-Jersey spekuliert, so überzeugend kam die Freude über Silber in den ersten Momenten noch nicht rüber. Eine klasse Vorstellung vom Nordschwarzwälder war es aber so oder so.

“Cool”: Federspiel kann genießen

Daniel Federspiel beherrschte das Geschehen mit seinem beeindruckenden Antritt. Schon im Achtelfinale hatte er sich spielerisch von der letzten Position auf der Zielgeraden noch an Eins gefahren.

„Es war mein wichtigstes Ziel dieses Jahre und ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe. Nach der Brücke konnte ich schon genießen, das war cool. Das Problem mit meinem Auge habe ich heute zum Teil vergessen können“, kommentierte Federspiel.

 

Heiko Hog (Freiburger Pilsner-AfK) fehlte im Viertelfinale ein Gang. Und das meinte er auch so. „Ich habe mich im Vorfeld darum gekümmert, aber es gibt keinen Größeren“, erlärte Hog, der wie die Meisten eine 36/11-Übersetzung auf seinem Merida-Bike hatte.

„Ich hatte eigentlich eine perfekte Position für die Zielgerade, doch die Anderen sind weg gezogen, obwohl ich noch mehr Power in den Beinen hatte“, so Hog, dessen Frequenz nicht ausreichte, um genügend Geschwindigkeit zu entwickeln.

Die „Anderen“ waren die Schweden Matthias Wengelin und Emil Linde, so wie der Niederländer Jeroen van Eck.

Hog fehlen die Gänge, Horvath “zehn Meter”

Heiko Hog belegte am Ende Rang 13, direkt vor David Horvath (Lexware Mountainbike Team).

Der haderte etwas mit seiner Qualifikations-Zeit (16.), wodurch er gleich auf Daniel Federspiel traf. „Aber es war klar, dass ich nach meinem Training ein, zwei Runden benötige, bevor ich in Fahrt komme“, meinte Horvath.

Nachdem er sich im Achtelfinale gemeinsam mit Daniel Federspiel gegen Toni Partheymüller (Haibike-KMC) durchgesetzt hatte, ging er das Viertelfinale offensiv an.

Doch Daniel Federspiel konnte parieren und auf der Zielgeraden wurde Horvath noch vom Schweizer Patrick Lüthi und dem Slowaken Jakob Kurthy abgesprintet. „Da haben zehn Meter gefehlt, aber ich hätte nichts anders machen können. Wenn man bedenkt, wo ich noch vor einem Monat stand, kann ich mit Platz 14 zufrieden sein“, meinte Horvath.

Felix Klausmann (Link Rad Quadrat) schied im Achtelfinale aus und wurde 27. Auch er sprach davon, dass ihm „die Gänge nicht gereicht“ hätten. Zudem war er kurz aus dem Pedal gerutscht und musste einen Abstand kompensieren.

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