Wolfram Kurschat bringt Cross-Country-Team an den Start

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Künftig fahrender Teamchef: Wolfram Kurschat ©Sportograf

Der dreifache Deutsche Ex-Meister Wolfram Kurschat hat das Topeak-Ergon Team verlassen und bringt stattdessen ein eigenes Team an den Start. Unter dem Titel Koch Engineering-Müsing soll sich ein Quartett im Cross-Country-Lager tummeln.

Vorweg: Wer außer ihm selbst noch in die Pedale tritt, das will Wolfram Kurschat noch nicht verraten. „Da sind noch ein paar Formalitäten zu klären, das wird noch ein paar wenige Tage dauern“, sagt Kurschat gegenüber acrossthecountry.net.

„Cross-Country und Cyclo-Cross“, benennt Wolfram Kurschat die Einsatzfelder seiner künftigen Crew, die auch beim Radsport-Weltverband UCI als Trade Team gemeldet wurde. Der Schwerpunkt liegt in den kommenden zwei Jahren jedoch auf der olympischen Disziplin Cross-Country. „Selbstverständlich werden wir auch hier in Neustadt an der Weinstraße den Marathon fahren, das Heimspiel lassen wir uns nicht entgehen“, fügt der Neustädter hinzu.

Der 39-Jährige ausgebildete Pharmazeut berichtet auch von einem „Development Team“, also im Grunde ein Nachwuchs-Team unter dem gleichen Namen und im gleichen Trikot. Dessen Sportler kommen aus Württemberg, wo bisher bereits Nachwuchsfahrer mit Koch Engineering im Team-Titel unterwegs waren.

Dort, in Heroldstatt, einem kleinen Ort auf der Schwäbischen Alb, hat auch das Ingenieurs-Büro seinen Sitz. Das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern ist im Automobilsektor und darüber hinaus (Magura) mit „flexiblen Systemsteuerungen“ (Eigenbeschreibung) tätig. Firmen-Chef Patrick Koch war früher selber aktiver Mountainbiker und inzwischen fährt seine Tochter regionale Rennen.
In das Development Team ist auch der frühere MTB-Profi Marc Gölz (u.a. Team T-Mobile) involviert.

Müsing-Bikes bilden den fahrbaren Untersatz für das Team, für dessen Betrieb die Kurschat Racing Team GmbH, mit Geschäft verantwortlich zeichnet. Die Bikes der schon in den 80ern gegründeten Marke, werden seit 2003 von der Ditmar Bayer GmbH aus Freirachdorf im Westerwald entwickelt. Müsing erweitert 2015 seine Produktpalette um eine ganz neue Mountainbike-Linie. „Deshalb sind sie für uns der ideale Partner“, betont Wolfram Kurschat.

Stratege Kurschat: Von Partnern profitieren

Die Idee habe er schon länger gehabt. Und dann mit seinen Partnern in ein Konzept gegossen. Auch von diesen weiteren Partnern erhofft sich Stratege Kurschat die Weiterentwicklung seines Projekts. Zum Beispiel von Homburg und Partner. Für die international tätige Unternehmensberatung arbeitet der Wahl-Pfälzer schon länger als „Senior Advisor“. „Die unterstützen uns strategisch. Dass sie zum Beispiel Nachrichten über mich oder die Team-Gründung in ihren Kanälen streuen, bringt uns ins Gespräch“, erklärt Kurschat. Und öffnet vielleicht die eine oder andere Tür.

Die Unterstützung durch die Marke Ilon, einer medizinischen Hautpflege-Serie, kam wiederum durch Kurschats Tätigkeit als Apotheker zustande.

Aller Anfang ist schwer, heißt es und das darf man wohl auch für den Aufbau eines Mountainbike-Teams behaupten. So ist das Team-Budget wohl auch nicht in den Himmel gewachsen.
„Die besondere Herausforderung war es in kürzester Zeit von Null auf Hundert zu starten. Das ist uns gelungen“, konstatiert Wolfram Kurschat.
Wenn Team und Trikot mal auf den Rennstrecken und in Medien präsent sind, lässt sich darauf aufbauen. Das hofft auch der Team-Chef.

„Wolfman“ will aktiver Rennfahrer bleiben
„Das Herangehen ist strategisch vielleicht anders, als bei den meisten anderen Teams. Aber 2015 soll erst der Anfang sein. Jetzt müssen wir überzeugend auftreten. Ich bin da aber ganz zuversichtlich, dass uns das gelingt“, meint Kurschat, dessen größte Erfolge neben den DM-Titeln auch zwei zweite Plätze bei Weltcup-Rennen in Offenburg und Houffalize waren.

Bis die Namen seiner Teamkollegen bekannt sind, bleibt das Gebilde etwas nebulös. Aber das, so versichert Kurschat, werde in Kürze bekannt gegeben.

Bei wie vielen Rennen sich der „Wolfman“, so sein Spitzname, selbst noch eine Startnummer an den Lenker heften wird, lässt er vorerst offen. „Ich werde es mir nicht nehmen lassen, die Teamfahrer auch aktiv im Rennen zu unterstützen – allerdings nur bei ausgewählten Wettkämpfen“, kündigt er an und lacht. Im Mai wird er 40 Jahre alt, aber abschreiben sollte man den großartigen Kletterkünstler nicht.