Absa Cape Epic: Männliches Favoriten-Roulette mit Unbekannten (3)

Es geht nicht nur um den Gesamtsieg, nicht allen. Die Titelverteidiger Karl Platt und Urs Huber vom Team Bulls und ihre Vorgänger Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy von Specialized Racing und die Topeak-Ergon Paarung Alban Lakata und Kristian Hynek werden beim 14. Absa Cape Epic am häufigsten als Anwärter auf das Gelbe Zebra-Trikot genannt, das am Sonntag im Weingut Meerendal mit dem Prolog beginnt. Aber außer ihnen kämpfen noch eine ganze Anzahl an Teams um Podium, Etappensiege und ehrenvolle Platzierungen. Darunter auch ein junges, rein deutsches Duo.

 

DIE GEFÄHRLICHEN: Porro und Medvedev

Die Konstellation der Vorjahres-Dritten wurde auseinander gerissen. Ursprünglich stand Damiano Ferraro noch mit Samuele Porro auf der Startliste, doch jetzt ist es Ex-Europameister Alexey Medvedev, der an der Seite des Italieners ins Rennen geht. Der Russe muss ganz bestimmt kein Handicap für die Aussichten des italienischen Teams Trek-Selle San Marco sein. Das Duo ist durchaus gefährlich, wenn man das am Vorjahr mit der Paarung Porro/Ferraro festmacht.

>>Die Form

Haben sie beim Andalucia Bike Race ausreichend nachgewiesen. Samuele Porro war Gesamt-Zweiter hinter Weltmeister Tiago Ferreira und Alexey Medvedev holte dort drei Etappensiege.

>>Backup-Team?

? Ist bis dato nichts bekannt. Ein zweites Trek Selle San Marco-Team findet sich nicht auf der Startliste.

 Gruppe Cape Epic 2016_by Andy Eyring
Samuele Porro, hier im Vorjahr mit der Nummer 13-1 zwischen Kristian Hynek und Alban Lakata, will auch 2017 wieder vorne mitmischen. ©Andy Eyring

 

AFRIKANISCH-SÜDAMERIKANISCH: Knox und Paez

Der Südafrikaner Max Knox hat sich mit dem Kolumbianer Hector Leander Paez zusammen getan. Das Duo geht unter Kansai Plascon an den Start. Der Sieg, so Max Knox, sei selbstredend das große Ziel. Aber weil er mit dem zweifachen WM-Dritten aus Kolumbien erstmals zusammen fahre und so viel schief gehen könne, wäre das eine große Herausforderung, erklärt der Südafrikanische Marathon-Meister gegenüber dem Veranstalter.

Und Paez assistiert: „Ich werde versuchen die Gesamtwertung zu gewinnen. Ich vertraue auf Max und dessen Erfahrung mit dem Rennen und den Bedingungen.“

Da ist ganz schön viel Selbstvertrauen vorhanden bei den Beiden.

Übrigens: Paez spricht nicht viel Englisch und Knox kein Spanisch. Aber Radfahrer verstehen sich ja überall und immer. Oder meistens.

>>Die Form

Da muss acrossthecountry.net passen: keine aussagekräftigen

Informationen vorhanden.

>>Backup-Team?

Ja. Es gibt ein zweites Kansai Plascon-Team, gebildet von Mirko Pirazzoli und Alessandro Gambino.

 

JUNG UND NAIV: Gluth und Schelb

Jung sind sie ja Beide. Martin Gluth (25) und Julian Schelb (24), die für das britische OMX Pro Team fahren. Ganz naiv ist Martin Glut nicht mehr, was das Cape Epic angeht. Im Vorjahr verkaufte er sich mit Sascha Weber bei seiner Premiere als Gesamt-Elfter ziemlich gut. Und nahm einige wichtige Erfahrungen mit. Zum Beispiel, dass man „auf keinen Fall riskieren darf, trocken zu laufen, sprich kein Getränk mehr in der Flasche zu haben“. Das ist ihm 2016 passiert.

 Julian Schelb in OMX-Jersey_by Schelb.
Julian Schelb, für kurze Zeit in OMX-Klamotten und auf Silverback-Bike. ©Facebook Julian Schelb, Fotograf könnte Martin Gluth gewesen sein

Julian Schelb, der für das Cape Epic kurzzeitig aus seinem neuen Team Stop&Go Marderabwehr ausschert, spricht von einem „riesigen Traum“, der sich schon mit der Teilnahme erfüllt.

Ein gutes Resultat ist für Gluths OMX-Team sicher wichtig. Wenn alles gut läuft und der Neuling an seiner Seite gut über die Runden kommt, könnte wieder ein Resultat um Platz zehn rauskommen. Doch Julian Schelb denkt auch darüber hinaus. „Ich bin froh, dass ich während meiner Allergiezeit schon viele Rennkilometer sammeln kann und keine Probleme haben werde“, so der 24-Jährige.

>>Die Form

Er habe im Winter gut trainiert, sagt Julian Schelb. Aber während der Prüfungen an der Uni auch ein paar Tage auslassen müssen. Martin Gluth sieht sich gut vorbereitet. „Ich habe bis Mitte letzter Woche krass trainiert und fühle mich fit.“ Das zeigte sich auch beim Cross-Country-Rennen in Paarl vor einigen Wochen.

>>Backup-Team?

Nein.

 

EINHEIMISCHES DUO (1): Buys und Beukes

An Motivation dürfte es Philipp Buys und Matthys Beukes (PYGA Euro Steel) als rein südafrikanisches Duo nicht fehlen. Vermutlich sind sie nicht für den Gesamtsieg gut, aber für Überraschungen können sie schon sorgen. Buys hat mit Nino Schurter 2014 auch schon Etappen gewonnen.

>>Die Form

Man weiß es nicht.

>>Backup-Team?

Keines erkennbar.

 

EINHEIMISCHES DUO (2): Kruger und Woolcock

Was für Buys und Beukes gilt, davon kann man auch bei Hendrik Kruger und Waylon Woolcock ausgehen. Die fahren unter BCX.

>>Die Form

Bei beiden war sie beim Straßen-Etappenrennen Tour of Good Hope erkennbar gut. Woolcock beendete die fünf Tage auf Gesamtrang vier, Kruger wurde Elfter.

>>Backup-Team?

Nein, keines ersichtlich.

 

DREIVIERTEL SÜDAFRIKA: Looser und Beers

Der Schweizer Konny Looser hat seinen Lebensmittelpunkt in Südafrika, ist also ein halber Einheimischer. Das bringt den Vorteil, dass er wie Beers Gegend und Bedingungen sehr gut kennt. Am einen oder anderen Tag könnte das Duo vorne mit dabei sein.

Looser träumt zumindest davon das Cape Epic einmal auf dem Podest zu beenden, aber das Ziel ist bei einzelnen Etappen vorne zu landen und insgesamt unter den besten Zehn zu landen

>>Die Form

Entzieht sich unserer Kenntnis.

>>Backup-Team?

Nein.

Favoriten-Roulette, Teil 1

Favoriten-Roulette, Teil 2

 

Die Etappen vom 19. bis 26. März 2017

Prolog           Meerendal                                       26 Kilometer/750 Höhenmeter

Etappe 1       Hermanus-Hermanus                  101/2300

Etappe 2       Hermanus-Elandskloof                102/2350

Etappe 3       Elandskloof-Elandskloof              78/1650

Etappe 4       Elandskloof-Oak Valley                112/2150

Etappe 5       Oak Valley-Oak Valley                   84/2100

Etappe 6       Oak Valley-Oak Valley                   103/2750

Etappe 7       Oak Valley-Val de Vie/Paarl         85/1350

Mehr Infos und jeden Tag Livestream auf cape-epic.com

Die Prolog-Startzeiten am Sonntag hier